Fußballfieber im Blockhaus

cottage_blogEs ruckelt und zuckelt und manchmal bleibt der Ball kurz vor dem Tor stehen. Aber wer Fußball mag und keinen Fernseher weit und breit hat, muss sich eben anderweitig behelfen.

Zum Beispiel mit dem Versuch einer Live-Übertragung per Laptop ins Blockhaus am Lac Dufresne. Sechzehn Kilometer vom nächsten Dorf entfernt. Fünfeinhalbtausend Kilometer von Lille.

Wer einen Teil des Sommers im Wlan-Niemandsland verbringt und keinen Satelliten-Fernseher um sich herum haben möchte, muss improvisieren. Ein Glück, dass wir hier inzwischen Handy-Signale empfangen können.

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Eins zu null für das Internet: EM per Handysignal live aus Lille.

Über Bluetooth wird der Laptop mit dem Smartphone verbunden. Per „Tethering“ ein Netzwerk zu schaffen ist kein Hexenwerk. Und schon geht’s los ins Fußballvergnügen.

Und weil der ZDF-Stream wegen „Geoblocking“ in Kanada gar nicht zu sehen sein dürfte, muss ein Programm her, das vorübergehend die Internetadresse verändert. Der IP-Cloner meines Herzens ist vollkommen legal, heißt „Tunnelbear“ und kommt zufällig aus Kanada.

So eine Handy-Übertragung ist nicht ganz störungsfrei und auch nicht ganz billig. Das Internet-Kontingent des Providers musste kurzfristig um ein paar Gigabytes erweitert werden. Doch der Datenfraß hat sich gelohnt: Das Spiel Frankreich gegen die Schweiz war eine passable Begegnung, auch wenn sie torlos endete.

Und jetzt? Kommt als nächstes etwa der sonntägliche Tatort ins Blockhaus? Oder die neueste Netflix-Serie?  Kochshows? Late-Night-TV und Frühstücksfernsehen? Bestimmt nicht. Es gibt Dinge, die gehören nicht in die Wildnis. Zum Beispiel „House of Cards“, CNN, Jimmy Fallon, Anne Will oder Bundesliga.

Aber für so eine Fußball-EM gelten eben andere Gesetze.