
Hunde sind wie Menschen: meistens nett, hin und wieder doof, launisch und zickig. Manchmal haben sie mit uns nichts am Hut, ein andermal wollen sie nicht von unserer Seite weichen. Ganz wie du und ich also, nur mit vier Beinen und vermutlich größeren Ohren. Das gilt zumindest für Poppy.
Poppy gehört gar nicht uns, sie gehört Cassian. Da Cassian aber oft unterwegs ist und wir im selben Gebäude leben wie unser Sohn, passiert es häufig, dass wir Poppy-Sitting machen.
Hier in der Stadt, in einem Apartmentgebäude, ist es oft schwierig, so ein Tier bei Laune zu halten. Es gibt nicht viel zu entdecken für so eine Hundedame, und wenn, dann sind es andere Hausbewohner. Für die interessiert sich Poppy aber auch nur, wenn sie eine Einkaufstüte tragen, am besten mit knusprig-frischem Baguette oder, noch besser, einer Riesensalami vom Markt.
Wenn wir auf der Farm sind, ist das anders. Da wimmelt es nur so von Abwechslung: Maikäfer, Gartenschläuche, Blumenbeete, Wassergräben und auch ein prächtiger Haufen mit lecker riechenden Gartenabfällen, von dem aus sich die Welt wunderbar beobachten lässt.
In ein paar Tagen wird Poppy ein Jahr alt, und ich muss sagen: Es ist schön, so eine „kleine Fledermaus“, wie wir sie liebevoll nennen, in unserer erweiterten Familie zu haben. Allerdings habe ich leicht reden: Die Arbeit mit Poppy haben andere, dazu gehören auch Gassigehen mitten im Winter, bei Eis und Schnee. Ich bin ein Luxus-Hundehalter, der nie Gassi geht. Denn das könnte am Rollator mit so einem Zugpferdchen wie Poppy leicht ins Auge gehen.
Nicht immer ist einem danach, so ein Tier zu bespaßen. Und weil auch das Sortiment an Hundespielzeugen irgendwann erschöpft ist, wird der Fernseher angemacht. Poppy kennt das schon: Da läuft dann ein YouTube-Video aus der Reihe „Videos for Dogs“ oder „Tiergeräusche für Hunde“.
Manchmal sieht Poppy ganz gebannt zu, wie sich Enten im Bach vergnügen und nach Würmern suchen. Gelegentlich aber langweilt sie sich auch ganz schnell und lässt Enten Enten sein. Was dazu führt, dass wir im Hintergrund stundenlang Quackgeräusche hören, die eigentlich für Poppy gedacht sind, während sie längst eingeschlafen ist.
Ein bisschen frustriert reagiert Poppy, wenn im Video Hunde andere Hunde jagen, bellen oder auch nur aus Freude jauchzen. Weil Poppy von Haus aus – glauben wir wenigstens – eher ein Jagdhund als ein Haushund ist, möchte sie natürlich eingreifen und mitjagen. Aber das geht nun mal nicht, also legt sie sich wieder hin und widmet dem Fernseher nur hin und wieder einen gelangweilten Augenaufschlag, so als würde sie sagen: Lasst mich endlich in Ruhe, ihr Penner!
So ungefähr spielt sich also unser Alltag mit Poppy ab. Nicht sehr aufregend, zugegeben. Aber tausendmal besser als ein Hundeleben.




























