
„The Outlaws“ Mitte der 60er-Jahre in unserem Übungskeller am Weberberg in Biberach. Von links nach rechts: Fritz Angele, Werner Krug, Uli Sourisseau, Herbert Bopp und der leider viel zu früh verstorbene Wolfgang Moser.
Wenn man auf die 70 zugeht und sein bisheriges Leben Revue passieren lässt, fragt man sich ja schon mal, ob man eigentlich so etwas wie Spuren hinterlassen hat. Bisher war ich mir, mal abgesehen von meinen veröffentlichten Zeitungsartikeln, nicht so ganz sicher. Seit gestern weiss ich: Ja, das mit den Spuren geht in Ordnung.
Der Krimi-Autor Uli Herzog („Mord am Schützensamstag“, „Frauenduft“), ein loyaler Freund aus Biberacher Zeiten, schickte mir in der vergangenen Nacht ein schwer leserliches, aber trotzdem aussagekräftiges Dokument. Es zeigt die Band „The Outlaws“, in der ich als Teenager Gitarre gespielt und gesungen habe. Und es beschreibt die Stimmung im Biberach der 68-er-Jahre.
Bei dem Dokument handelt es sich um den Katalog zu einer Ausstellung, die seit Freitag im Biberacher Braith-Mali-Museum gezeigt wird. Dass „The Outlaws“ darin vorkommen, finde ich großartig, wenn ich das mal so unbescheiden sagen darf.
Wir und die anderen Biberacher Bands der 60er-Jahre, hätten, so heißt es in dem Prospekt „einem neuen Lebensgefühl und dem Bedürfnis nach Spaß, Freiheit und Ungebundenheit“ Ausdruck verliehen.
Die „andere“ Biberacher Band dieser Zeit waren „The Shouters“. Für mich stand nie infrage, dass die Shouters die bessere Musik machten als wir. Ihre Gigs waren die, die wir gerne gehabt hätten. Sie verdienten richtig Kohle, während wir mit unserer Spaßband eher so dahindümpelten.
Dass wir, wie die Ausstellung jetzt zeigt, trotzdem als eine Band wahrgenommen wurden, die Biberach ein neues Lebensgefühl verliehen hat, macht mich stolz.
Vor ein paar Tagen bekam ich eine Mail von einem Mann namens Emil Morgenthaler. Er sei jetzt achtzig, schrieb er, da wollte er sich mal nach meinem Wohlergehen erkundigen. Ich kenne Emil kaum, habe ihn aber schon immer als genialen Drummer unserer Konkurrenzband, eben jener „Shouters“, verehrt. Dass er sich ausgerechnet jetzt, da unsere Bands in einer veritablen Museumsausstellung gewürdigt werden, bei mir meldet, freut mich ganz besonders.
Vielleicht haben wir ja doch so etwas wie Spuren hinterlassen in unserem beschaulichen Biberach.
Mehr über die Geschichte der „Outlaws“ gibt’s > HIER <
Und hier noch der Museums-Prospekt zur Ausstellung (Screenshot):
