Mallorca: Die Touristen bleiben weg

Es könnte so schön sein: Mallorca ohne die gewohnte Masse von Touristen, die Plätze, Gassen, Cafés und Läden verstopfen. Aber Freude mag angesichts der Corona-Krise nicht aufkommen. Der Anblick von halbleeren Plazas in Palma hat etwas Unheimliches an sich.

Die Schritte verhallen beim Gang über die Plaza Major.

Die Plaza España, gewöhnlich ein Ort von ausgelassener Fröhlichkeit, versprühte heute Nachmittag den Charme eines spärlich gefüllten Fußballstadions.

Die Carrer San Miguel ist an gewöhnlichen Werktagen wegen Überfüllung nur schwer zu navigieren. Heute: Platz zum Liegen.

Und selbst in meiner geliebten Bar Bosch gab es mindestens so viele leere Stühle wie besetzte.

Die Angst vor dem Coronavirus hat es geschafft, dass Touristen in diesen Tagen Mallorca in Massen meiden. Sei es wegen stornierter Flüge, aber auch aus eigener Initiative, um kein Risiko einzugehen.

Und das ist erst der Anfang.

Mehrere Hotels an der vor allem bei deutschen Touristen beliebten Playa de Palma haben angekündigt, bei einer Auslastung von weniger als 30 Prozent zu schließen. Neue Reservierungen gebe es kaum, heißt es. Dagegen jede Menge Stornierungen.

Das Hotel, das uns seit einigen Tagen in Can Pastilla, ganz in Strandnähe, als Unterkunft dient, scheint keine Probleme wegen mangelnder Auslastung zu haben.

Der Frühstückssaal ist gut gefüllt. Unter den Gästen sind jetzt immer mehr Radfahrer zu finden – allerdings weit weniger als sonst zu dieser Jahreszeit.

Und natürlich machen Konspirationen und Gerüchte die Runde:

„Häfen und Flughafen werden dicht gemacht“, will die Schuhverkäuferin gehört haben. In den Nachrichten und im Internet konnte ich nichts finden, das dieses Gerücht bestätigt.

Wahr ist allerdings, dass inzwischen auch Mallorca das erste Corona-Todesopfer zu beklagen hat. Eine Frau in ihren Fünfzigern mit Vorerkrankungen.

Und wir so? Sind gesund, wenngleich angesichts der unsicheren Lage etwas geknickt und verunsichert, ob wir ungehindert unsere Rückreise nach Kanada antreten können.

Der Präsidentendarsteller Donald Trump macht bekanntlich Europäern die Einreise in die USA schwer bis unmöglich.

Kanada hat bislang keine diesbezüglichen Restriktionen verkündet. Premierminister Trudeau will „den gesunden Menschenverstand“ walten lassen „anstatt Hysterie zu verbreiten“.

Dabei hätte er guten Grund zur Panik: Während seine Frau Sophie auf einen möglichen Virusbefall getestet wird, begibt sich der kanadische Premierminister freiwillig in Quarantäne.

Cool, Justin. Wie immer.