Impfidioten und Maskentrottel

Katastrophen, so sagt man, bringen das Beste und das Schlechteste im Menschen zum Vorschein. Das gilt auch für Corona. Zum Schlechtesten gehören meiner Meinung nach all die Nichtgeimpften. Mit das Beste sind – neben den Leistungen der Frontliners und Vakzin-Entwickler – die Wortschöpfungen, die während der Pandemie entstanden sind.

Viel besser als ich kann das ein Kollege namens Josh Freed zusammenfassen. Er ist seit gefühlten 100 Jahren Kolumnist der Tageszeitung Montreal Gazette. In der heutigen Ausgabe nimmt er zur Abwechslung mal die deutsche Sprache aufs Korn.

Mit dem Wort Coronavirus habe alles angefangen, schreibt Mr. Freed. Aber weil das zu sehr nach einer Biermarke klang, sei COVID-19 daraus geworden. Auch nicht so toll. Dies wiederum habe die Menschen an einen Planeten aus Startrek erinnert.

Schon bald kamen die englischen Begriffe “Lockdown”, “Isolationships” und “Coviddivorces” dazu.

Aber die richtigen Kracher, meint Josh Freed, seien nicht der englischen Sprache zu verdanken, sondern der deutschen.

Coronaangst, Coronafrisur, Coronaspeck (oder Kummerspeck, den Mr. Freed mit “grief bacon” übersetzt).

Von den angeblich mehr als 1200 neuen deutschen Wortkreationen, die während der Pandemie entdeckt worden seien, gefallen unserem kanadischen Kollegen vor allem die hier:

Todesküsschen = death kiss

Maskentrottel = mask idiot

Hamsterkauffers = hamster-buyers. (Sorry, Mr. Freed, das muss Hamsterkäufer heißen).

Öffnungsdiskusion-Orgien findet Herr Freed übrigens auch noch super.

Auch ein paar krude Google-Übersetzungen liefert mein Lieblings-Kolumnist:

Fakewash (Falschwaschen) – Masked-Sexpartner-Shame (Sexpartnermaskeschande. Das ist der peinliche Moment, in dem du deine Partnerin nicht mehr hinter der Maske erkennst).

Restaurantessen-Nostalgie, Phantom-Handschlagen, Impfneid und Impfdrängler stehen auch auf Josh Freeds Best-of-Liste.

Einer meiner Lieblings-Begriffe aus dem deutschen Sprachschatz passt zwar nicht so richtig in die Pandemie-Terminologie. Josh Freed lässt ihn aber trotzdem in seiner Kolumne glänzen.

Es ist die gute, alte Betäubungsmittelverschreibungsverordnung.

Hier geht’s zur Kolumne in der Montreal Gazette