Mallorca: Der geplatzte Traum

ABENDSTIMMUNG an der Cala Estància. © Bopp

Der Traum vom vielleicht letzten Besuch meines Sehnsuchtsorts ist geplatzt. Es hätte ein Wiedersehen mit Mallorca geben sollen – dort, wo wir bis zum Beginn der Pandemie viele Winter hintereinander verbracht hatten. Aber ernste gesundheitliche Probleme haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wieder einmal.

Es hätte so schön sein können:. Ein hübsches Hotel am Meer war seit langem gebucht, als die Welt noch einigermaßen in Ordnung war, diesmal sogar mit Halbpension. Der Flug sollte mit SWISS gehen. Der Rollstuhl-Service in Montreal, Zürich und Palma war reserviert. Er sollte den fußlahmen Passagier geschmeidig von Maschine zu Maschine bringen. Einfach wäre es trotz allem nicht geworden. Aber einfach schön.

Der Gedanke an Sonne, Meer und eBiken am Strand von Can Pastilla hatte mich ermutigt, noch einmal die Zähne zusammen zu beißen und den langen Flug von Kanada ans Mittelmeer auf mich zu nehmen.

Lore hätte wie immer gut auf alles aufgepasst. Und Cassian, der beste aller Söhne, war spontan bereit, Job Job sein zu lassen und die erste von drei Urlaubswochen mit uns zu verbringen. Koffer schleppen, Dinge organisieren, die nur mobile Menschen können – das alles hätte er gerne und von Herzen gemacht.

Aus dem Mietwagen hätten wir die blühenden Mandelbäume bewundern können. Spontane Wiedersehen mit Freunden waren auf der Insel geplant. Und auch ein kleiner Umtrunk zum 75. Geburtstag.

Doch dann zeigte uns wieder einmal der Große Regisseur den Mittelfinger. Oder, wie mein Freund Peter eben schreibt: „Da hat der leitende Straßenkehrer da oben mal wieder seine Mülltonnen an der falschen Stelle geleert“.

Und jetzt? Storniert. Schluss. Aus. Vorbei.

Nur wenige Freunde wussten von unseren Plänen, denn ein Gratulations-Tourismus zum 75. Geburtstag hätte mich überwältigt. Das Ganze sollte auf kleiner Flamme gehalten werden. Jetzt ist die Flamme erloschen.

Statt Cortado und Ensaïmada gibt’s Zwieback mit Tee. Statt Mandelblüten einen Frühlingsstrauß vom Markt.

An Trost und guten Ratschlägen fehlt es nicht:

Bestimmt richtig“ sei unsere Entscheidung, die Reise zu stornieren, schreibt mein Freund Stefan, der mir mit seinen klugen Gedanken schon so manches Mal den richtigen Weg gezeigt hat. „Mallorca soll ein Highlight sein und keine Belastung“.

Vielleicht sei der Reiserücktritt ja auch so etwas wie ein „Befreiungsschlag“, meint der nicht weniger kluge Freund Frank. So ganz traute er dem Braten wohl von Anfang an nicht.

Ob Befreiungsschlag, Highlight oder einfach nur Pech – „manchmal sind verpasste Gelegenheiten auch gut, um Platz für bessere zu schaffen“, tröstet ein weiterer Freund.

Besser als Mallorca? Geht nicht.

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