
So weit sind wir also schon: In den Supermärkten des Landes wird fieberhaft nach amerikanischen Produkten gescannt – denn die wollen wir gefälligst vermeiden. Jetzt sind wir es, die „Canada First“ sagen. Dabei helfen zwei Apps, die seit ein paar Tagen auf dem Markt sind.
Spätestens nach dem unsäglichen Auftritt von US-Vizepräsident Vance in München, der Europa mit „The New Sheriff in Town“ drohte, sagen sich viele Kanadier: Was die Amis können, können wir auch.
Traurig, aber wahr – selbst die sonst eher unpolitischen Kanadier zücken im Supermarkt plötzlich Lupen und Handys, um gezielt nach kanadischen Produkten Ausschau zu halten. Wir gehören auch dazu.
Das ist gar nicht so einfach. Manchmal wurde ein Produkt in den USA hergestellt, aber in Kanada abgefüllt. Soll man das Spülmittel, den Weinessig, den Orangensaft nun kaufen – oder lieber doch nicht?

Fest steht: Wenn die Wahl zwischen Orangen aus Mexiko oder Florida besteht, heißt es für uns ganz klar: „Mexico First“ Kalifornische Weine trinken wir ohnehin nicht (mehr), Bourbon aus Kentucky schon gar nicht.
Schon klar, dass ein Boykott amerikanischer Produkte zwar ein Zeichen setzt, aber auch völlig unbeteiligte Amerikaner treffen kann, deren Arbeitsplätze dadurch gefährdet sind. Das tut mir zwar leid, aber eingebrockt hat ihnen das der Orangenmann im Weißen Haus.
Die beiden Apps, mit denen sich kanadische von amerikanischen Produkten unterscheiden lassen, stecken noch in den Kinderschuhen. So wurden eben im Supermarkt Eier von freilaufenden Hühnern fälschlicherweise als „Not made in Canada“ klassifiziert – obwohl sie nachweislich aus der Region stammen.
Die Apps basieren auf KI und lernen – wie man es von künstlicher Intelligenz erwartet – täglich dazu.

