
Kuba ist ein Land, das einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen hat. Es war vor genau 40 Jahren, dass wir dem kanadischen Winter zum ersten Mal entfliehen und ein paar Wochen unter der karibischen Sonne verbringen durften.
Kanadier lieben die Insel. Fast jeder zweite Flug von und nach Havanna ist mit Kanadiern besetzt. Doch ausgerechnet jetzt wird Kuba für viele von ihnen zum Albtraum: Nach der Übernahme Venezuelas durch die Trump-Regierung geht Havanna buchstäblich der Sprit aus. Mehr als 600 Flüge werden mit sofortiger Wirkung storniert.
Keine der großen kanadischen Airlines will das Risiko eingehen, Passagiere auf dem Trockenen sitzen zu lassen. Deshalb fliegen von jetzt an leere Maschinen nach Kuba, um kanadische Touristen nach Hause zu bringen.
Manche Fluglinien aus anderen Ländern nehmen unterwegs Sprit auf, um ans Ziel und wieder zu ihren Heimat-Airports zu gelangen. Kanada will fürs Erste auf Nummer sicher gehen und keine Urlauber mehr nach Kuba transportieren.
Als wir 1986 zum ersten Mal in Kuba waren, durften Kubaner offiziell nicht einmal Kontakt mit uns halten, weil wir Ausländer waren. Jahrzehnte später dann ein vollkommen anderes Bild. Als wir zum letzten Mal in Varadero waren, trafen wir freundliche, offene und aufgeschlossene Menschen.

Die Versorgungslage auf der Insel war noch nie gut. Warteschlangen in sengender Hitze für einen Laib Brot haben wir oft genug gesehen. Inzwischen hat sich die Lage von schlecht zu desaströs verschlechtert. Es fehlt an allem: an Fleisch, Gemüse, selbst an Zucker und anderen Grundnahrungsmitteln. Und jetzt geht den Kubanern auch noch der Sprit aus.
Ohne Tourismus kann Kuba langfristig nicht überleben. Da Kanada einen Großteil der Touristen stellt, werden die Kubaner ohne ihre Devisen leben müssen. Das tut mir in der Seele leid für die Kubaner. Es tut mir aber auch leid für die vielen Kanadier, die Jahr für Jahr auf dieser herrlichen Insel Urlaub machen – oder besser: gemacht haben.
Wenn es nach den Hardlinern in Washington geht, wird Kuba regelrecht ausgehungert und trockengelegt. Und immer wieder gedemütigt. Das Licht am Ende eines langen Tunnels, das Barack Obama den Kubanern für eine kurze Zeit entzünden konnte, ist wieder erloschen.
Man muss nicht alles super finden, was auf Kuba abgeht. Aber ein Volk in die Knie zu zwingen, um eine politische Agenda durchzusetzen, ist ein Verbrechern an der Menschheit.
Der böse Mensch im Weißen Haus kennt einfach keine Gnade.
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„Männer am Strand“, nannte Lore dieses Aquarell. Sie malte es vor genau 40 Jahren am Strand von Varadero.
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