Der neueste Stand zum Eissturm

Weil so viele von euch danach gefragt haben: Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Draußen stürmt es noch immer, und die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt, aber es hat aufgehört zu regnen.

Eine der wichtigen Brücken über den Sankt-Lorenz-Strom – die Pont Jacques-Cartier – war während der Rushhour zeitweise gesperrt. Eisbrocken hatten sich aus der Metallkonstruktion gelöst und waren auf fahrende Autos gestürzt. Auf der zweiten großen Brücke kam es zu kleineren Unfällen, sodass sich der Verkehr bis zu einem Kilometer zurückstaute. (Kommentar eines befreundeten Blog-Lesers: „1 KM Stau nennen wir in Köln „fließenden Verkehr“.)

Etwa 200.000 Haushalte sind noch immer ohne Strom. Elektroleitungen, die hier vielerorts noch oberirdisch verlaufen, sind unter der Last der Eisschicht gerissen. 200.000 hört sich viel an, aber im Vergleich zu den vier Millionen Haushalten, die 1998 ohne Elektrizität waren, ist das eine verschwindend kleine Zahl. Wir selbst hatten – bis auf ein kurzes Flackern – immer Strom.

Ein Mann um die 80 ist in einem Stadtteil am Südufer des Sankt-Lorenz-Stroms ums Leben gekommen. Vermutlich hat er einen Stromschlag erlitten. Einzelheiten müssen noch geklärt werden.

Die Autobahnen rund um Montreal sind weitgehend eisfrei. Auf einzelnen Streckenabschnitten kommt es allerdings zu Blitzeis. Die Sicherheitsbehörden appellieren an die Autofahrer, sich nur dann hinters Steuer zu setzen, wenn es unbedingt nötig ist.

Hier in der Innenstadt von Montreal sind die Hauptstraßen geräumt und eisfrei. Auf den Gehwegen gibt es allerdings noch vereiste Stellen. Auch hier wird gewarnt: Vor allem Ältere und Gehbehinderte sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Schöne Grüße in den Frühling!

PS: Für morgen wird Schnee erwartet.