Urlaub daheim kann ja so schön sein. Du packst ein Sandwich ein, füllst deine Thermostasse mit Kaffee, schwingst dich aufs Fahrrad und lässt dir den Wind bei 30 Grad ins Gesicht blasen. Du frühstückst im Park, entdeckst eine alte Lagerhalle in der Altstadt, die dich an deinen letzten Besuch in Kuba erinnert, und beobachtest Menschen, die es eiliger haben als du.Am Abend sitzt du auf der kleinen Plaza bei der Markthalle, dort, wo im Sommer eine schwimmende Bar festgemacht hat, und freust dich, dass du in einer Stadt wohnst, in der du in wenigen Stunden Dinge erleben kannst, für die andere um die halbe Welt reisen.Die schönsten Fundstücke meiner kleinen Auszeit finden Sie hier:
Bei strahlend blauem Himmel, wenn also die Sonne lacht, ist es kein Hexenwerk, die Stadt meines Herzens im besten Licht erstrahlen zu lassen. Auch diese Woche sind wieder einige Fotos entstanden, die ich für Sie eingefangen habe: Auf dem Plateau Montréal, einem pulsierenden Viertel im Herzen der Stadt. In St. Henri, wo wir nun schon seit 15 Jahren zu Hause sind. Und natürlich durfte auch Le Vieux Port in der Altstadt nicht fehlen – dorthin hat es mich erst heute früh wieder gezogen. Klicken Sie sich durch und genießen Sie mit mir ein Stück Sommer in Montréal.
„Cours Charlevoix“ in St. Henri: Plätschern wie in Palma.„Plaça de la Reina“ in Palma: Zischen wie in Montreal.
Manche Dinge muss man nicht suchen. Sie finden dich. Der Brunnen an der Plaça de la Reina in Palma de Mallorca zum Beispiel. Fünf Winter lang war er unser vertrauter Begleiter vor der Ferienwohnung.
Er sprudelte uns in den Schlaf und weckte uns zischend am Morgen. Er übertönte Buslärm, Touristengekreische und Autohupen. Dieser Brunnen im Kreisverkehr wurde zu unserem Schalldämpfer, Wasserspender, Freund.
Auch hier in Montreal können wir uns glücklich schätzen, so einen Freund zu haben. Er st ziemlich genau so groß wie unser spanischer Freund, trägt aber keinen klangvollen Namen wie „Font de la Plaça de la Reina“ und ist nicht mit 1400 bunten Kacheln geschmückt, die nachts angestrahlt werden. Er heißt einfach „The Fountain“ oder auch „La Fontaine“.
Unser Springbrunnen liegt auch nicht in einem Kreisverkehr, sondern mitten in der kleinen Grünanlage, die zu unserer Wohnanlage „Cours Charlevoix“ gehört und tut, was so ein Brunnen eben tut. Auch er zischt uns in den Schlaf und schickt morgens eine Fontäne in den Montrealer Himmel, um freundlich nicht HOLA zu sagen, sondern HELLO oder BONJOUR.
Wenn es heiß ist, benetzt er die Luft in seinem Dunstkreis und sorgt so für eine willkommene Abkühlung. Wenn es dunkel wird, leuchtet seine Fontäne hellweiß in den Nachthimmel. Hin und wieder bespritzen sich Kinder und lachen dabei laut und fröhlich.
Wenn sich Blätter und Stadtschmutz im Wasser sammeln, wird er von fleißigen Händen gereinigt. Manchmal baden Spatzen darin, gelegentlich verirrt sich sogar eine Möwe vom nahen Sankt-Lorenz-Strom.
Und wenn man ganz still ist, kann man hören, wie er einem leise zuflüstert: Es muss nicht immer Palma sein. Montreal ist auch schön. Hier bist du zu Hause.
„Cours Charlevoix“ bei Nacht: Ein bisschen Palma – ohne Touristen. Plaça de la Reina bei Nacht: Plätschern bis der Morgen kommt. Fotos Bopp
Neues aus dem digitalen Gemischtwarenladen: Ein Rundgang durch den Garten – mit Nestbau, blühenden Blumen und bedrohlichen Wolken. Ein Besuch bei Freunden in Sherbrooke, mit Tapas und tollen Gesprächen. Stillleben mit eBike und Landmaschine. Selbst Fahrradpolizisten machen bei der Bullenhitze Pause. Und zum Schluss noch eine Reiseempfehlung für unsere ehemals geliebten USA.
Drei Tage und Nächte war sie wie vom Erdboden verschluckt – jetzt ist eine Dreijährige von einer Drohne entdeckt worden. Das Kind spazierte über ein Feld am vielbefahrenen Highway 417 entlang, in der Nähe des Dorfs St. Albert in der Provinz Ontario, gut eine Autostunde von ihrem Wohnort LaSalle bei Montreal.
Wo war die Kleine die ganze Zeit? Welche Rolle spielt ihre Mutter? Warum wurde der Hund, der in Begleitung des Mädchens war, schon bald nach dem Verschwinden des Kindes tot am Straßenrand aufgefunden? Was passiert jetzt mit der Kleinen? Fragen, die in den kommenden Tagen nicht nur die Polizei beschäftigen werden.
Fest steht: Die Mutter sitzt in Untersuchungshaft, der Vater hatte sich an der Suche beteiligt. Und in ganz Kanada wird da Auffinden des Kindes am Highway 417 gefeiert. Der Premierminister von Quebec sprach im Parlament von einem „Wunder“.
Die Kleine und ihre Mutter waren zuletzt in einem Dorf nahe ihres Wohnorts gesehen worden. In einem Laden für Feuerwerkszubehör hatten sich die beiden umgesehen – dann verlieren sich ihre Spuren.
Als schließlich bekannt wurde, dass die Mutter (34) im Internet nach Urnen für Kleinkinder und Bestattungsunternehmen gesucht hatte, griff die Polizei ein. Die Frau wurde festgenommen und sitzt seither in U-Haft.
Die groß angelegte Suchaktion lief währenddessen weiter: zu Fuß, mit Quads, auf Pferden, mit Hubschraubern und Drohnen wurde nach dem Kleinkind gesucht. Der getrennt lebende Vater half mit.
Gestern gegen 15 Uhr dann die erlösende Nachricht: Eine Drohne hatte die Dreiährige entdeckt. Den Suchtrupps war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Polizisten umarmten sich – es flossen Tränen, berichten die Medien.
Das Wunder vom Highway 417 war vollbracht.
Anmerkung:Auf Wunsch der Familie soll der Name des Kindes nicht mehr genannt werden. Auch auf Fotos der Kleinen soll von jetzt an verzichtet werden. Um die Privatsphäre des Kindes zu schützen, halten wir uns an diese Abmachung. Namen und Foto des Kindes wurden aus dem ursprünglichen Beitrag entfernt.