Nichts hören, nichts sehen …

Am liebsten den Kopf in den Sand stecken. Nichts hören, nichts sehen, nichts spüren. Geht es Ihnen auch manchmal so angesichts der aktuellen Nachrichtenlage? Ukraine. Israel, Hamas, Trump, AfD. Doch vor dem Leid davonzulaufen kann es auf Dauer auch nicht sein.

Als Reporter war ich ein Leben lang der „Blaulichtjäger“, der jedem Krankenwagen, jedem Polizeifahrzeug und jedem Feuerwehrauto hinterhergerannt ist. Der erst dann das Licht ausmachte, wenn auch die letzten, wirklich die allerletzten Spätnachrichten gelaufen waren.

Heute gehöre ich zu den Blaulichtjägern im Ruhestand und würde am liebsten die Augen verschließen vor dem Leid da draußen, das uns täglich in mund- und augengerechten Häppchen serviert wird.

Aber sich ganz von den Nachrichten abzuwenden, bedeutet ja auch, sich von den Geschichten hinter den Menschen zu distanzieren – von individuellen Schicksalen, heldenhaften Taten und inspirierenden Überlebensgeschichten.

Wie schön wäre es, einen Weg zu finden, sich zu informieren, ohne die emotionale Gesundheit zu vernachlässigen! Und dabei gleichzeitig Mitgefühl für die Menschen in schwierigen Situationen zu bewahren.

Ich glaube, ich habe diese Mitte gefunden. Es hat lange gedauert, bis es mir als Newsjunkie gelungen ist, Nachrichten nur noch in homöopathischen Dosen zu konsumieren.

Um nicht wieder dem Quickie-Journalismus zu verfallen, bin ich so gut wie nicht mehr in den sozialen Medien unterwegs. Das ist schon mal ein guter Anfang. Segmentiertes Lesen, Sehen und Hören hilft.

Früher habe ich Nachrichten gebinged wie Netflix-Serien. Inzwischen konzentriere ich mich auf zwei, drei seriöse Anbieter von hochwertigen journalistischen Inhalten. Dabei geht es mir gut, und meine Umwelt scheint mich auch nicht als den Deppen aus dem kanadischen Busch wahrzunehmen, der sich dem großen Ganzen da draußen total verschließt.

Einfach mal ausprobieren. Sie werden’s überleben.

Sieben Tage in einem Blog #11

Was sich die Woche über so alles an Fotos in meinem iPhone ansammelt, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. In unregelmäßigen Abständen stelle ich deshalb völlig unsortiert Texte und Bilder ein. Hier sind einige davon.

Blick von der Jacques-Cartier-Brücke auf den St.-Lorenz-Strom.
Blick auf die île SainteHélène. Die Insel im St-Lorenz-Strom ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für viele Montrealer. Sie kann sowohl mit dem Shuttle-Boot, als auch über eine kurze Landverbindung mit dem Auto (und natürlich dem Fahrrad) erreicht werden. Außerdem gibt es eine U-Bahn-Verbindung zwischen der City und der Insel.
Sie werden weit reisen, zum Vergnügen und geschäftlich“ Das jedenfalls verheißt der Glückskeks, den es in Chinatown traditionell nach jedem Essen gibt. Reisen? Wirklich? Schaun mer mal.
Briefkasten-Sammlung in Chinatown.
Der berühmte Blick aus unserem Wohnzimmer. Diesmal in morgendlicher Herbststimmung.
Stadtstrand im Alten Hafen von Montreal. Bei 7 Grad Celsius? Nein, danke!
Gestern an der Saint-Gabriel-Schleuse, ganz bei uns in der Nähe im Lachine-Kanal.
„Bird’s Nest“: Seit 25 Jahren unser Tradtions-Essen in Chinatown. Was aussieht wie ein Vogelnest, ist in Wirklichkeit ein kunstvoll gebackener Nudel- oder Kartoffelteig.
Auch im November noch auf dem Fahrrad: Die richtige Kleidung macht’s. Im Hintergrund die „Daniel MacAllister“, der zweitgrößte noch erhaltene Schleppkahn der Welt. Das ehemalige Dampfschiff wurde 1907 gebaut und liegt zurzeit auf dem Trockenenen.
Es ist frisch geworden auf dem Rad. Weiter geht’s!

Nie wieder Antisemitismus!

Große Politik in meinen kleinen BLOGHAUSGESCHICHTEN? Passt irgendwie nicht so richtig zusammen. Aus besonderem Anlass heute mal eine Ausnahme. Antisemitismus in Deutschland ist das schlimmste, das uns in Zeiten wie diesen passieren konnte. Deshalb empfehle ich jedem die Rede von Vizekanzler Robert Habeck zu diesem Thema. Bitte anklicken und teilen! Es lohnt sich.

Die Spiele der Leichtigkeit

Wenn die Tage kälter werden und der Drahtesel immer häufiger im Stall bleibt, muss sich der Rentner nach einem neuen Zeitvertreib umsehen. Ich habe ihn gefunden: Die Panamerikanischen Spiele, die zurzeit in Santiago de Chile stattfinden. Die Live-Übertragungen der CBC sind Labsal für die Seele.

Man muss sie einfach mögen, diese Juegos Panamericanos. Sie sind ein bisschen wie ein Klassentreffen mit hochklassigen Sporteinlagen. Wo sonst findet man im Leistungssport so viel Enthusiasmus und hervorragende sportliche Leistungen, auch wenn es nicht um Olympia oder Weltmeisterschaft geht?

Bei manchen Wettbewerben, etwa beim Feldhockey, sitzen nicht viel mehr Zuschauer in den Rängen als Sportler in der Arena um Medaillen kämpfen. Gesprochen werden nur drei Sprachen: Englisch (Kanada und USA), Portugiesisch (Brasilien) und Spanisch (der grosse Rest).

6900 SportlerInnen aus 41 Nationen aus Nord- und Südamerika sowie den karibischen Staaten nehmen an den „Panamerican Games“ teil. Die Disziplinen reichen von Spaß-Events wie Breakdance, Surfen, Beach-Volleyball und Mountainbiking bis zu gängigen olympischen Sportarten wie Leichtathletik, Fechten und Gewichtheben.

Meine persönliche Lieblingsdisziplin: Sportklettern. Unfassbar, mit welcher Leichtigkeit die jungen AthletInnen aus Ländern wie Costa Rica, Kuba, Ecuador oder Uruguay auch noch in atemberaubender Höhe den Anschein vermitteln, als würden sie nur kurz mal nach dem Wetter schauen.

Chillfaktor 100 auch bei den Siegerehrungen. Als neulich der chilenische Diskuswerfer Lucas Nervi vor heimischem Publikum gewann, hielten Zoomobjektive die unbändige Freude des Jungen gefühlte 30 Minuten fest. Der Golden Boy im Freudentaumel blieb so lange im Fokus der Fernsehkameras, bis auch noch Opa, Oma, der Nachbar und das Neugeborene der Cousine einen Kuss abbekommen hatten.

Mit welcher Nonchalance diese bislang skandalfreien Spiele ausgetragen werden, zeigte sich auch beim 20-Kilometer-Gehen der Frauen. Als ein Weltrekord nach dem anderen purzelte und viele der Sportlerinnen bessere Zeiten liefen als ihre männlichen Kollegen, wurden die Organisatoren hellhörig.

Es stellte sich heraus, dass sich beim Vermessen der Strecke ein Fehler eingeschlichen hatte. Statt 20 Kilometer waren die Frauen nur knapp 17 Kilometer gelaufen. Das war bitter für einige der Sportlerinnen, die sich für kurze Zeit in dem Glauben wiegen durften, sich für die Olympischen Spiele in Paris qualifiziert zu haben.

Im Moment haben die USA, Brasilien und Kanada die Nase vorn. Aber was zählen schon Gold, Silber oder Bronze, wenn es um so etwas Großes wie Spaß, Freundschaft und Völkerverständigung geht.

Sieben Tage in einem Blog #10

Was sich die Woche über so alles an Fotos in meinem iPhone ansammelt, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. In unregelmäßigen Abständen stelle ich deshalb völlig unsortiert Texte und Bilder ein. Hier sind einige davon.

Blick auf Downtown Montreal von der Pont-de-la-Concorde.
Wilde Truthähne sind selten und leben hier gefährlich. Leider snd sie im Herbst zum Abschuss freigegeben.
Noch ein Wilder: Der hier ist uns auf der Autobahnzufahrt bei Ste. Agathe vor die Linse gelaufen.
Blick aus dem Wohnzimmerfenster: Regentage können saugemütlich sen.
Pro-Palestinänser-Demo auf der Rue Ste-Catherine in der Montrealer Innenstadt. Das hier war erst der Anfang. Im Laufe des Abends versammelten sich Tausende. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
Noch ein Blick aus dem Fenster – diesmal an einem sonnigen Herbsttag.
Kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt: Das Riesenrad in Alt-Montreal ist zu jeder Jahreszeit fotogen.
Spätherbst im Stadtteil Lachine. Am gestrigen 26. Oktober kletterte das Thermometer nochmal auf über 20 Grad. Perfekt für eine Fahrradtour mit meinem Freund Chris.
Eben (27. Oktober) an der Uferpromenade am Alten Hafen. Auch heute hatte es wieder um die 20 Grad.
Maßgeschneiderte Jeans gefällig? Dieses Schild habe ich am Chemin de la Côte-des-Neiges entdeckt. Ein Anruf beim indischen Schneider ergab: Das Paar fängt bei 300 $ an. Vielleicht doch lieber Levis?