
Am liebsten den Kopf in den Sand stecken. Nichts hören, nichts sehen, nichts spüren. Geht es Ihnen auch manchmal so angesichts der aktuellen Nachrichtenlage? Ukraine. Israel, Hamas, Trump, AfD. Doch vor dem Leid davonzulaufen kann es auf Dauer auch nicht sein.
Als Reporter war ich ein Leben lang der „Blaulichtjäger“, der jedem Krankenwagen, jedem Polizeifahrzeug und jedem Feuerwehrauto hinterhergerannt ist. Der erst dann das Licht ausmachte, wenn auch die letzten, wirklich die allerletzten Spätnachrichten gelaufen waren.
Heute gehöre ich zu den Blaulichtjägern im Ruhestand und würde am liebsten die Augen verschließen vor dem Leid da draußen, das uns täglich in mund- und augengerechten Häppchen serviert wird.
Aber sich ganz von den Nachrichten abzuwenden, bedeutet ja auch, sich von den Geschichten hinter den Menschen zu distanzieren – von individuellen Schicksalen, heldenhaften Taten und inspirierenden Überlebensgeschichten.
Wie schön wäre es, einen Weg zu finden, sich zu informieren, ohne die emotionale Gesundheit zu vernachlässigen! Und dabei gleichzeitig Mitgefühl für die Menschen in schwierigen Situationen zu bewahren.
Ich glaube, ich habe diese Mitte gefunden. Es hat lange gedauert, bis es mir als Newsjunkie gelungen ist, Nachrichten nur noch in homöopathischen Dosen zu konsumieren.
Um nicht wieder dem Quickie-Journalismus zu verfallen, bin ich so gut wie nicht mehr in den sozialen Medien unterwegs. Das ist schon mal ein guter Anfang. Segmentiertes Lesen, Sehen und Hören hilft.
Früher habe ich Nachrichten gebinged wie Netflix-Serien. Inzwischen konzentriere ich mich auf zwei, drei seriöse Anbieter von hochwertigen journalistischen Inhalten. Dabei geht es mir gut, und meine Umwelt scheint mich auch nicht als den Deppen aus dem kanadischen Busch wahrzunehmen, der sich dem großen Ganzen da draußen total verschließt.
Einfach mal ausprobieren. Sie werden’s überleben.






















