

Wer in so einem Kreativ-Haushalt lebt wie ich, wird immer wieder aufs Neue überrascht. Mal hängen kunstvoll gefertigte Stoff-Rollos an den Fenstern oder es taucht eine Lichtquelle auf, die es am Abend vorher noch gar nicht gab.
Jetzt steht da ein Weihnachtsbaum in der Ecke unserer Bauernstube, für den kein Bäumchen sterben musste und der dazuhin keinen Cent gekostet hat.
Das Beste: Es ist ein nachhaltiger Weihnachtsbaum, der uns hoffentlich noch für viele Jahre Freude bereiten wird.
Unser Blockhaus am Lac Dufresne ist umgeben von einem Wald. Anders als in Europa werden Wälder hier in aller Regel nicht gehegt und gepflegt. Reißt ein Sturm eine Tanne oder einen Ahornbaum nieder, bleiben die Äste auf dem Waldboden liegen, bis sie morsch sind.
Es sei denn, es kommt eine Hobbyförsterin namens Lore vorbei und sammelt die von der Natur geschälten Äste auf. Dann sägt sie die im Laufe der Jahre von Wind und Wetter gehärteten Äste in unterschiedlich breite Holzstücke, in die jeweils ein Loch gebohrt wird, das groß genug für eine stützende Eisenstange ist. So werden die symmetrisch zurecht gelegten Äste miteinander verbunden.
Zwischen die einzelnen Äste werden, wie Bandscheiben, kurze Holzstücke montiert, damit die Holzteile beweglich bleiben und nach Belieben zurechtgerückt werden können. Nachdem die immer noch kahle Holzkonstruktion schließlich mitsamt der Eisenstange auf einen stabilen Holzsockel montiert wird, geht’s ans Dekorieren.
Die Idee für den umweltfreundlichen Öko-Baum stammt übrigens nicht von Lore. In einschlägigen Boutiquen und auch im Internet gibt es Kunstwerke dieser Art zu kaufen.
Aber warum im Designer-Shop teures Geld ausgeben, wenn die Äste quasi vor der Tür liegen?









Dann mal Prost und Frohe Weihnachten!


















