Brücken-Versprecher ohne Fluss

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Ein schöner Titel, oder? Stammt leider nicht von mir. Ich habe ihn teilweise von dem Australier Gregory David Roberts abgekupfert, der den Spruch in einem der schönsten Bücher („Shantaram“) verwendet, das ich in den letzten Jahren gehört habe. Als „Leute, die den Bau einer Brücke versprechen, obwohl gar kein Fluss da ist“ werden dort Politiker bezeichnet, die alles vertuschen und beschönigen, um an der Macht zu bleiben.

Nein, hier ist nicht von einem Ganoven in Washington die Rede, der sich gerne als Präsident geriert. Sondern von Politikern in meiner Heimatprovinz Quebec.

Sie machen den Mund weit auf, kriegen aber nichts gebacken. Und schieben die Schuld dann auf andere. Sie versprechen Brücken, obwohl weit und breit kein Fluss zu sehen ist. Politiker eben.

Lange Zeit konnte Quebec bei mir nichts verkehrt machen.

Mehr Schlaglöcher auf den Straßen als Einschusskrater im Irak-Krieg? Ist halt so. Schlimmer geht immer.

Eine Sprachenpolizei, die mit dem Zentimeterband darauf achtet, dass die französische Produktbezeichnung in den Geschäften mindestens doppelt so groß ist wie die englische? Lachhaft, aber Gesprächsstoff mit hohem Unterhaltungswert.

Montreal mit der höchsten Mafia-Dichte in Nordamerika? Schon schlimm, aber Verbrecher gibt’s schließlich überall.

Aber weil’s ja sonst so schön ist in Quebec, war ich um Entschuldigungen nie verlegen. Tolle Kneipen, bezaubernde Landschaften, liebenswerte Menschen, klasse Musikszene, französisches savoir vivre … Oh là là, Québec!

Doch jetzt ist Schluss mit lustig.

Für die Art und Weise, wie Quebec – vor allem in der Millionenstadt Montreal – die Corona-Krise verbockt hat, gibt es keine Entschuldigung mehr. Nicht nur, dass auf das Konto von Quebec mit Abstand die höchste Todesrate in Kanada geht. Auch die Chancen, wieder gesund zu werden, sind in den Krankenhäusern meiner Provinz um fast 50 Prozent geringer als in allen anderen Provinzen (siehe Tabelle).

Das Vertrauen, das Ministerpräsident François Legault und sein unterhaltsamer Gesundheitsdirektor Horacio Arruda zu Beginn der Pandemie noch durch vermeintlich fürsorgliches Handeln aufgebaut hatten, ist längst verschwunden. Quebec ist Spitzenreiter im schlechten Umgang mit der Pandemie.

Manitoba, wo ich fünf Jahre gelebt habe, meldet seit Beginn der Pandemie gerade mal 7 Tote. SIEBEN! In Quebec sind es 5448. Es gibt Provinzen – Prince Edward Island zum Beispiel -, in denen Corona nicht ein einziges Menschenleben gefordert hat. Selbst wenn die Einwohnerzahlen der jeweiligen Gegenden berücksichtigt werden, schneidet keine Provinz nur annähernd so miserabel ab wie Quebec.

Warum das so ist? Zum einen, weil fast 90 Prozent der Opfer in Altenheimen gestorben sind. Das sind staatliche und private Häuser, die teilweise so nachlässig geführt wurden, dass es Wochen gedauert hat, bis irgendjemand darauf gekommen ist, dass fast die komplette Belegschaft eines dieser Heime aus Angst vor Ansteckung im Stich gelassen hatte. Die Folge: Dutzende Patienten sind verdurstet, viele mussten von Rettungskräften aus ihren Exkrementen befreit werden.

Es war nicht etwa so, dass die Provinzregierung, die für den Zustand in diesen Heimen zuständig ist, nicht informiert gewesen wäre. Es hat sich dort schlicht niemand um die gespenstische Zahl der Todesopfer gekümmert. Vielleicht liegt es auch daran, dass Quebecer Behörden sich untereinander nicht mithilfe digitaler Medien ausgetauscht haben. Kein Witz: Das geschah alles noch per Faxgerät.

Schon klar: Ministerpräsident Legault hat Abbitte geleistet und Besserung gelobt. Freilich sei nicht er allein an dem Dilemma Schuld, sondern auch seine Vorgänger-Regierungen. Was durchaus der Wahrheit entspricht.

Klammheimlich wollte die Regierung nach dem Skandal um die Altenheime zur Tagesordnung übergehen. Man forderte Verstärkung von der sonst so gescholtenen Bundesregierung unter Justin Trudeau an.

Premierminister Justin Trudeau schickte das Militär nach Quebec. Wo sonst ausgebildete Pfleger und Krankenschwestern arbeiteten, verrichteten jetzt plötzlich Männer und Frauen in Uniform Dienst, die noch nie in ihrem Leben in der Altenpflege tätig waren.

Die Litanei des Grauens ließe sich fortsetzen. Jüngstes Kapitel: Gerade als  Justin Trudeau die Quebecer Regierung gebeten hatte, mehr Transparenz in Sachen Corona zu zeigen, ging unsere Provinzregierung klammheimlich dazu über, die Zahl der Covid19-Infizierten und Toten nicht mehr, wie weltweit üblich, täglich, sondern nur noch einmal pro Woche zu veröffentlichen.

Doch diesmal haben die Brückenversprecher die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Aufschrei in der Bevölkerung war so groß, dass vom morgigen Montag an die Statistik wieder täglich publiziert werden soll.

Screen Shot 2020-06-28 at 05.13.01Quelle: Johns Hopkins University

Die Sache mit dem prima Klima

Ganz schön cool: Heute Nachmittag am Alten Hafen © Bopp

Das mit dem Wetter in Kanada ist so: Im Winter gefrieren einem bei minus 35 Grad die Barthaare an die Lippen. Dann kommt das Frühjahr, das in diesen Breiten ohnehin ausfällt. Und im Sommer liegt das Thermometer etwa auf der Höhe von Trumps IQ. Für morgen sind 40 angesagt. Gefühlte 40 Grad Celsius. Noch Fragen?

Ja, noch eine Frage: Was macht man mit so einem Klima? Die kurze Antwort: Man versucht sich zu arrangieren.

Wenn es zu heiß wird in der Stadt, setzt sich der Rentner ins Auto und fährt zwei Stunden in den Norden. Dort wartet am Ufer eines kühlen Sees das Blockhaus. Dahinter bäumt sich ein Wald als Schattenspender auf.

Alles gut. Müsste man meinen.

Doch dann rollt die Hitzewelle an. Sie kommt wie eine glühende Dampfwalze auf dein Blockhaus zu, schiebt 35, 37 Grad vor sich her, breitet sich frech aus und bleibt wie eine riesige Glocke über deinem Sommerquartier stecken und bewegt sich tagelang nicht einen Zentimeter weit.

Irgendwann entscheidet sich das Quecksilber deines Thermometers, dass es jetzt genug sei, sonst müsse es vor Hitze platzen.

Der schattige Wald lacht sich dabei eins ins Fäustchen. „Sahara!“, flüstert mir der Ahornbaum ins Ohr, „Wolltest du nicht immer schon mal in die Wüste?“.

Stimmt. Aber nicht jetzt. Sahara kann warten. Im Moment steht mir der Sinne eher nach einem frischen Arktis-Lüftchen. Sibirien vielleicht, oder Alaska.

„Warum Alaska?“, fragt das Wäldchen mit heiserer Stimme. „Weil es bei uns hier nicht einmal mehr nachts richtig abkühlt!“, blaffe ich in den Wald hinein.

Tagsüber werden jetzt die Fenster mit Vorhängen, Bettlaken und Handtüchern zugehängt. Nichts zu machen: Die Hitze sagt Hallo!

Irgendwann zeigt man der Hitze im Blockhaus den Mittelfinger und paddelt mit dem Boot zur Anlegestelle. Dort wartet ein eigentlich ziemlich cooles Auto auf dich. Doof nur, dass zuletzt ein Feuerschlucker auf Steroid damit gefahren sein muss. Die Luft flimmert  unsäglich vor Hitze.

Schon wenige Minuten nach dem Start wird das coole Auto merklich kühler. Es bringt dich nach zwei Stunden Fahrt in alter Frische in die Stadt zurück, dorthin, wo du der Hitze vor einer Woche noch entflohen warst. Das coole Auto setzt dich in der gekühlten Tiefgarage ab.

Ein paar Meter noch und du hast es geschafft. Ein Knopfdruck und die Klimaanlage in der Loft schnurrt jetzt wie ein Kätzchen.

Und dann: Fahrradtour nach Alt-Montreal, mitten in der Mittagshitze. Egal.

Ahhhh … Stadtleben kann ja so cool sein!

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Ein Wiedersehen auf hoher See

IMG_2382-1Naja, das mit der „hohen See“ stimmt nicht ganz. Aber es passt halt so gut in den Titel, dass ich nicht widerstehen konnte. Korrekt wäre gewesen: „Wiedersehen auf dem See“. Dort nämlich haben wir gestern unsere Freunde Marjolaine und Doug zu einem „Wine-o’Clock“ getroffen.

Von unseren beiden Tretbooten aus, die wir aneinander gebunden hatten, prosteten wir uns Punkt 16 Uhr zu. Für unser denkwürdiges Treffen hatten wir uns zuvor auf der Großen Bucht des Lac Dufresne verabredet.

Wir hatten uns seit der gemeinsamen Silvesterparty nicht mehr gesehen. Wobei: So ganz stimmt das auch nicht. Seit Beginn der Pandemie prosten wir uns immer freitags via Facetime zu. Doug, als Journalist ein Meister des Worts, hat dafür den schönen Begriff „Wine-o’Clock“ geprägt.

Wir kennen uns seit 23 Jahren. Doug war damals noch Redakteur bei der „Montreal Gazette“, Marjolaine arbeitete als Archäologin beim Montrealer Pointe-à-Callière-Museum. Lore hat damals mit ihrer fotorealistischen Trompe-l’œil-Kunst schöne Gebäude noch schöner gemacht. Und ich hatte den Spaß meines Lebens als Kanada-Korrespondent.

Kennengelernt haben wir uns, weil sich unsere Cottages am Lac Dufresne genau gegenüber liegen. Was lag da näher, sich als Kollegen irgendwann mal gegenseitig zu besuchen.

Aus den anfänglichen Blockhaus-Besuchen ist eine lange Freundschaft geworden.

Aus der Archäologin Marjolaine wurde eine engagierte Bundestagsabgeordnete, die in der Hauptstadt Ottawa acht Jahre lang einen der größten Montrealer Wahlkreise repräsentierte. Doug hat sich schon vor vielen Jahren vom tagesaktuellen Journalismus verabschiedet, um Mediendirektor der renommierten McGill-Universität zu werden.

Lore und ich sind unseren Leisten bis heute treu geblieben. Die Künstlerin und der Korrespondent sind noch immer ein starkes Team.

Worüber spricht man dann bei so einem „Wine-o’Clock„?

Über die gut geratenen Kinder, zum Beispiel. Aber auch über neue Bücher und Filme und auch über Kochrezepte, deren Umsetzung hier am See stets mit großem logistischem Aufwand verbunden ist. Weder Doug und Marjolaines Cottage, noch unser Blockhaus sind mit dem Auto zu erreichen. Sämtliche Zutaten müssen mit dem Boot angeschleppt werden.

Und natürlich haben wir auch über unser gemeinsames Lieblings-Urlaubsziel Spanien geplaudert. Jetzt, da Marjolaine und Doug, wie wir, im Ruhestand sind, würde es sich anbieten, dort noch mehr Zeit als bisher zu verbringen, wo uns der Vino am besten schmeckt.

Aber solange noch Corona unsere Reisepläne bestimmt, werden wir künftig wohl noch häufiger am See zu finden sein als in den letzten 23 Jahren.

Mit einem „Wine-o’Clock“ lässt es sich hier schließlich wunderbar aushalten.

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Der Lac Dufresne heute früh: Ein Traum in Blau und Grün.

Ein Mutmacher namens Kraft

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Der „Mann ohne Noten“ an seinem Flügel.

Bei Reinhold Kraft ist der Name Programm. Selten ist mir ein Mensch mit einem derart unglaublichen Lebenswillen begegnet wie dieser liebenswürdige Mann aus Leutkirch, im tiefen Süden Deutschlands. Unsere Begegnung vor zwei Jahren war kurz, aber nachhaltig. Er hatte uns eine Ferienwohnung in seinem gemütlichen Haus im Allgäu vermietet. Seither sind wir mit ihm und seiner Frau Brigitte in Kontakt.

Reinhold Kraft hatte sich im Allgäu schon einen Namen gemacht, noch ehe jenes Schicksal bei ihm zuschlug, von dem später noch die Rede sein wird.

Er betrieb ein gutgehendes Auto- und Motorrad-Fachgeschäft. In seiner Freizeit rockten er und seine Frau auf zwei Rädern durch die Weltgeschichte. Man habe ihnen die Freude angesehen, erinnern sich Freunde, wenn die Krafts wieder einmal von einer Reise zurück gekommen seien und im „Mohren“ oder sonstwo von ihren Abenteuern erzählt haben.

Das war die eine Seite des Reinhold Kraft: Ein Mann, der die Welt am liebsten auf zwei Rädern erkundet.

Die andere Seite ist die des Gourmets. Reinhold Kraft ist ein Feinschmecker, ein begnadeter Koch, der mit seinen hausgemachten Leckereien so manche Party bereicherte.

Und dann ist da noch der Musiker Reinhold Kraft. Ein Pianist, der sich in die Herzen der Menschen spielt.

Alle drei Leben kamen im November 2011 zum Stillstand.

Nach einer Hirnblutung (links) mit nachfolgender Halbseitenlähmung (rechts) hatte sich sein Leben von einer Minute auf die andere total verändert. Die Reha verließ der leidenschaftliche Skifahrer Kraft mit 60 Prozent Gehbehinderung.

Nicht nur das: Durch den Schlaganfall hatte er auch die Feinmotorik seiner rechten Hand eingebüßt. Für einen Klavierspieler eine Katastrophe.

Heute ist Reinhold Kraft, eigenen Recherchen zufolge, im deutschsprachigen Raum wohl der einzige Pianist für Unterhaltungsmusik, der seine Vorträge nur mit einer Hand spielt.

„Was ich anfangs als Handicap sah“, schreibt er auf einer seiner Internetseiten, „hat mir zu einem ganz besonderen Klavierstil verholfen. Mit der linken Hand spiele ich nicht nur die Melodie, sondern begleite sie auch gleichzeitig“.

Dieses Links-Hand-Spiel trainiert und perfektioniert Reinhold Kraft laufend. Seine Vortrags-Stärken sind dabei nicht nur die Fingerfertigkeit im schnellen Spiel, sondern auch die intuitive Wahl von Harmonien und Melodien.

„Ich spiele keine auswendig gelernten Stücke“, sagt er, „sondern plaudere auf dem Klavier, was mir so gerade einfällt – wie man es auch bei einer normalen Unterhaltung tut“. Sein Repertoire umfasst gut 500 Titel der unterschiedlichsten Genres.

Mit seiner Musik, aber auch seiner Einstellung zum Leben, will Reinhold Kraft Mutmacher für andere Pianisten sein, die ähnliche Schicksale erlebt haben wie er. Er will ihnen zeigen, wie man auch allein mit der linken Hand einen volltönigen Klaviervortrag zustande bringen kann.

Der Pianist, der sich „Mann ohne Noten“ nennt, spielt am liebsten für Menschen, die Freude an seiner Musik haben. Während der Corona-Krise hat Mutmacher Kraft eine Aktion ins Leben gerufen, die „Spiele meinen Song“ heißt.

Über die Email-Adresse der@mannohnenoten.de versucht er, Musikwünsche zu erfüllen. Mit etwas Glück landet der gewünschte Titel dann als Video auf seiner Internetseite.

Überhaupt ist der Mann ohne Noten im Internet recht aktiv. Dies sind die drei Seiten, auf denen er über sich, seine Musik und seine Rolle als Mutmacher schreibt:

Hier eine Kostprobe aus Reinhold Krafts Repertoire:

 

NACHTRAG: Im August 2022 wurde Reinhold Kraft von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe für den Motivationspreis 2022 nominiert. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Um die 80 Bewerbungen sind bisher eingegangen. Eine achtköpfige Jury macht sich jetzt ein Bild der eingereichten Geschichten und wird die Entscheidung treffen müssen, welches Engagement besonders gewürdigt werden soll. Am 21. Oktober 2022 empfängt Stifterin Liz Mohn die Preisträger zu einer Feierstunde im Gebäude der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Gütersloh.

Die Stiftung veröfentlichte auf ihrer Homepage >> DIESEN BERICHT <<

Auch in den Lokalausgaben Wangen und Leutkirch der Schwâbischen Zeitung wurde über die Nominierung Reinholf Krafts berichtet. Ein Link dazu ist leider nicht möglich, da der Beitrag hinter einer Bezahlschranke liegt. Hier ein Versuch, den Bericht in faksimilierter Form darzustellen:

Der „Graue Riese“ ist tot

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Trauriges Ende eines grauen Stars: Helfer bei der Bergung des toten Buckelwals. © La Presse

Tagelang wurde er gefeiert wie ein Rockstar. Jetzt ist der Buckelwal tot, der bis vor einigen Tagen noch Montrealer Whale-Watchers entzückt hatte. In Varennes, 40 Kilometer nordöstlich von Montreal, wurde der Kadaver des Riesensäugers am frühen Morgen im Sankt-Lorenz-Strom entdeckt.

Wie der Wal zu Tode gekommen ist, bleibt zunächst ein Rätsel. Möglich, dass er doch nicht so kerngesund war wie ursprünglich angenommen. Denkbar aber auch, dass er mit einem Frachtschiff kollidiert ist. Klarheit wird wohl erst eine Obduktion an der Université de Montréal bringen.

Nie zuvor hatte ein Wal dieser Größe die 600 Kilometer von Tadoussac bis Montreal zurückgelegt. Gut eine Woche lang ließ sich der Graue Riese im Montrealer Hafenbecken feiern wie ein Rockstar.

Die Fontänen, die er zur Belustigung der Zuschauer meterhoch in die Luft blies, wurden tausendfach auf Videos und Fotos festgehalten. In den Sozialen Medien gingen die Eskapaden des „Humpbacks from Montreal“ viral.

Zunächst hatte es geheißen, der etwa zwei Jahre alte Wal sei gesund und habe sich in seinem jugendlichen Leichtsinn nach Montreal begeben, um dort nach neuen Fischgründen Ausschau zu halten.

Einige Meeresbiologen wollten jedoch nicht ausschliessen, dass sich der gut 10 Meter lange und 15 Tonnen schwere Säuger krankheitsbedingt verirrt haben könnte.

Montreal ist um eine Attraktion ärmer geworden. Der Buckelwal hatte sich innerhalb weniger Tage in die Herzen der Montrealer manövriert und mit seinen akrobatischen Vorstellungen so manchem ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

In Zeiten wie diesen nötiger denn je.


UPDATE: Dem ersten Obduktionsergebnis zufolge wurde der Wal vermutlich nach einer Kollission mit einem großen Schiff, eventuell einem Frachter, tödlich verletzt. Einzelheiten der Untersuchung werden erst in einigen Monaten bekannt gegeben.