Auf dem Weg zum Weg: Packen für den Camino de Santiago

IMG_2005In gut 24 Stunden sind wir auf dem Weg zum Weg. Von Montreal geht es nach Lissabon, dann weiter nach Bilbao und schließlich nach Pamplona. Dort beginnt für uns der Camino de Santiago de Compostela – und damit das Abenteuer unseres Lebens.

Ehe wir den ersten Schritt auf den Camino setzen, haben wir also schon mehr als 6000 Kilometer Anreise hinter uns.

Für die rund 800 Kilometer zu Fuß quer durch den Norwesten Spaniens nehmen wir uns zwischen fünf und sechs Wochen Zeit. Wenn’s weniger sind – prima. Ein bisschen mehr darf’s auch sein.

Zeit haben wir jede Menge. Was wir brauchen, ist körperliche Fitness. Und die hängt auch vom Gepäck ab.

Probepacken – das gab’s noch nie vor meinen Reisen. Auf dem Weg zum Camino ist alles anders. Jedes Gramm zu viel wirkt sich auf die Knochen aus. Es soll Leute geben, die aus Gewichtsgründen auf eine zweite Kreditkarte verzichtet haben.

Mein gepackter Rucksack, den mir Cassian noch von seiner Camino-Wanderung vor sechs JahrenIMG_2012 überlassen hat, wiegt genau sieben Kilo. Bei Lore sind’s zwei Kilo weniger. Am meisten wiegt der Wanderschlafsack mit 900 Gramm. Dafür sind schnell trocknende Spezialunterwäsche, ein Regencape, Wandersocken und das Handtuch aus Mikrofaser federleicht.

Neben den 25 Jahre alten Wanderschuhen kommen noch Sketchers in den Rucksack, außerdem Plastiksandalen für die Dusche. Fußpilz braucht keiner auf dem Camino. Bettwanzen übrigens auch nicht. Vorsorglich haben wir deshalb noch ein Spezialspray eingepackt, das uns in den Herbergen hoffentlich vor lästigen Käfern schützt.

Bei der Packliste waren vor allem zwei Dinge zu beachten: Das Gewicht und die Jahreszeit. Im März, April und Mai kann es tagsüber schon sehr warm werden, nachts dagegen noch immer eiskalt. Für beides sind wir kleidungsmäßig gerüstet.

Und was ist mit dem Handy?

„Nützt das Smartphone nur für den Weg oder zum Telefonieren. Alles aus dem Netz beschäftigt unser Hirn noch lange nach der Aufnahme“, schreibt die Freundin, die es mit ihrem spirituellen Input gut mit uns meint. Leider muss ich sie enttäuschen. Mein Blog ist mir heilig. Also werde ich Berichte und Fotos immer mal wieder zwischendurch vom iPhone hochladen.

Wir sind also bereit. Die virtuelle Anteilnahme an unserem Projekt ist groß. Freunde, Bekannte, Kolleginnen und Kollegen schreiben, rufen an, melden sich per Whatsapp. Ich kann mich nicht daran erinnern, vor irgendeiner Reise in eine noch so exotische Ecke der Welt je so viel Interesse von außen verspürt zu haben. Lores Erklärung macht Sinn. Es muss mit unserem Alter zu tun haben. Und daher etwas mit dem Ausloten von Grenzen.

Tipps und gute Wünsche sind in den letzten Tagen und WochenScreen Shot 2019-02-28 at 11.01.56 massenhaft bei uns eingetroffen – unter anderem von der oben erwähnten Freundin, der zu jeder Lebenssituation feine Gedanken einfallen.

So zum Beispiel auch dieser: „Sucht auf dem Weg nicht nach irgendetwas Wunderbarem. Erwartet es nicht wie einen Regenbogen. Je mehr Ihr sucht, desto weniger werdet Ihr finden“.

Wir suchen also nichts und lassen uns überraschen. Und wünschen uns von jetzt an „Buen Camino!“

4 Gedanken zu „Auf dem Weg zum Weg: Packen für den Camino de Santiago

  1. Ganz viel Glück, Erfahrung und sinnliche Ruhe wünsche ich Euch. Das ihr das schafft ist außer Frage, das was ihr mit nach Hause bringen werdet wird unvergleichlich und unvergessen sein und bleiben! Es umarmt Euch, Euer Uli

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  2. Kannst Du nicht die fiesen, alten Wanderschuhe vom Sofa nehmen?? :-D Ich habe das Gefühl, dass Du doch sehr aufgeregt bist, aber: 6 Wochen sind 42 Tage…. 800 km: 42 = 19,5 km/Tag…. : 5km/Std. = +/- 4 Std./tgl. …., müsste doch zu schaffen sein…. Ihr macht das schon!! Ich freue mich schon auf tolle Unterwegs-Fotos und -Berichte!! Guten Flug y „Buen camino“!

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