
Montréal – Lissabon – Bilbao. Die Städte werden kleiner, die Distanz zum Ausgangspunkt unserer Pilgerreise schrumpft. Rund 800 Km zu Fuß durch den Nordwesten Spaniens stehen uns bevor. Wenn alles klappt wie bisher: kein Problem.
Die Nachtruhe in Lissabon tat gut. Die Bronchien pfeifen heute schon weniger als gestern. Der Husten hört sich jetzt nur noch nach dem schadenfrohen Lachen des Pudels an, nicht mehr nach dem gefährlichen Grollen des Pitbulls.
Die sommerlichen Temperaturen beflügeln Kopf, Körper und Sinne. Wir sind schon jetzt überglücklich und dankbar, diese Reise gemacht zu haben.
Der zweieinhalbstündige Flug von Lissabon in den Norden Spaniens, nach Bilbao, mit einer Propellermaschine vom Typ ATR72 hatte den Vorteil, dass wir in einer Höhe schwebten, die uns von Anfang bis Ende eine begnadete Sicht auf den spanischen Nordwesten gestattete.
Kein Blick durchs Kabinenfenster, ohne nicht daran zu denken, dass wir schon bald einen dieser Wanderwege da unten begehen, eines dieser Dörfer besuchen, an einem dieser riesigen Windräder vorbeimarschieren werden.
Bitte, lieber Sant Jakob, mach, dass wir nicht etwa auch noch über diese schneebedeckten Berge klettern müssen!
Stundenlang einen Teil dieses Landes aus der Vogelperspektive zu bestaunen, das uns nun schon seit zehn Jahren zum Home-away-from-Home geworden, lässt so etwas wie Demut aufkommen. Ein wahrhaft erhebendes Gefühl.
In dieser sternenklaren Nacht in Bilbao darf das Hotel dann auch mal einen Stern mehr haben als sonst. Bald werden wir uns mit Mehrbettzimmern und schnarchenden Pilgern begnügen müssen. Da genießen wir den Luxus eines feinen Stadthotels umso mehr.
Gute Nacht aus Bilbao! Pamplona, wir kommen.






