Texten Sie schon oder suchen Sie noch? WhatsApp, SMS, Facebook-Messenger, Google Chat, Instagram-Messenger … Nicht zu vergessen das gute, alte Email-Programm. War da noch was? Achja, die Postkarte und der Brief. Aber die sind ja längst im Museum.
Das Abrufen aller Nachrichten auf den diversen Kanälen im Internet ist nicht nur zeitaufwändig. Es nervt auch. Außerdem fällt schon mal eine Nachricht durch das Textsieb und man wundert sich, dass auf die Einladung keine Antwort gekommen ist.
Wäre ich IT-Spezialist, würde ich ein längst überfälliges Programm entwickeln, das alle Kommunikationswege in einer App bündelt.
Eine Zeitlang dachte ich: WhatsApp ist das ultimative Chat-Programm. Vor allem unter meinen deutschen Freunden ist es sehr beliebt, hier in Kanada übrigens weitaus weniger. Es ist schnell, nutzerfreundlich und übersichtlich in der Navigation.
Zu den Vorteilen von WhatsApp zählten für mich immer die Häkchen. Ist der Haken blau, hatte der Empfänger der Nachricht den Text gelesen. Ein graues Häkchen bedeutet: Geduld! Der Leser lässt sich mit der Lektüre noch Zeit.
Doch auf die Häkchenfarbe ist neuerdings auch kein Verlass mehr. Unter den Whatsapp-Einstellungen kann jeder selbst entscheiden, ob er als „gelesen“ oder „ungelesen“ gesehen werden möchte.
Ach, übrigens: Wussten Sie, dass Sie mit einem kleinen Trick auch bei Whatsapp Texte in kursiv oder fett schreiben können? So geht’s:
- Kursiv: Unterstrich _vor dem ersten und letzten Zeichen_
- Fett: Ein Sternchen *zu Beginn und am Ende des Satzes*
Am nervigsten finde ich Nachrichten, die mich auf Instagram erreichen. Die Antwort, vor allem wenn sie länger ausfällt, muss ich bei Instagram dann mühsam ins Handy tippen. Eine Computerversion von Instagram-Nachrichten gibt es meines Wissens nicht. (Falls ich mich täuschen sollte: bitte melden!)
Da wiederum finde ich Whatsapp toll. Hier gibt es nicht nur eine Smartphone-Variante sondern auch die Whatsapp-Version für den Computer (leider jedoch nicht fürs Tablet). Ich kann mir also mit der Antwort Zeit lassen und sie später via Keyboard tippen. Ähnlich bei der herkömmlichen SMS. Auch Facebook-Nachrichten können geschmeidig am Rechner verfasst werden.
Wie schön wäre da also ein schlankes Programm, das ich so konfigurieren könnte, dass alles, was ich verschicke und empfange über einen einzigen Kanal läuft, den ich wahlweise vom Computer, dem Smartphone oder dem Tablet aus bedienen kann.
Am besten mit blauen Häkchen, Sternchen und Unterstrichen. Und natürlich mit ganz vielen Emojis. (Den oben, im Banner, habe ich übrgens mit dem Apple-Programm selbst gebastelt.)
Manchmal bekomme ich Sehnsucht nach der guten, alten Postkarte. Doch selbst in diesem Punkt musste ich neulich eine Illusion begraben.
Kurz bevor wir uns auf den Jakobsweg machten, bat uns eine alte Dame, ihr doch eine Postkarte vom Camino zu schicken. Vesprochen ist versprochen.
Also suchten wir in einem Dorf ohne Namen nach dem einzigen Papiergeschäft, wählten eine besonders schöne Bildpostkarte aus, machten uns auf die Suche nach einer Briefmarke auf den Weg zum Postamt, das natürlich – wir sind in Spanien – um diese Zeit geschlossen war. Beim 2. Versuch klappte es dann. Kuli gezückt, Text geschrieben, ab die Post. Adieu Karte.
Genau sechs Monate später ist die Postkarte immer noch nicht bei der alten Dame in Montreal gelandet.
Vielleicht sind ein paar Chat-Programme im Handy ja doch nicht so schlecht.
Gestern wurde in Kanada gewählt. Justin Trudeau hat es wieder geschafft – zwar mit einer Minderheitsregierung, aber immerhin. Nach langer Zeit habe ich wieder ferngesehen. Was ich sah, war nicht schön: Es war eine Altmännerrunde, die das Fernsehen nicht braucht.
Achtung, Spoiler: Ich bin ein Fan von Justin Trudeau. Ich war dabei, als er beim Staatsbegräbnis seines Vaters vor 19 Jahren die bewegendste Trauerrede hielt, die ich je gehört habe. Ich freute mich wie ein Kind, als er 2015 zum kanadischen Premierminister ernannt wurde. Und ich hoffe inbrünstig, dass er am kommenden Montag erneut gewählt wird.
wartenden Journalisten losgelassen. Hundi war brav und roch an jedem Kabel, jedem Blitzgerät, jeder Kamera.




Nein, ich bin kein Schauspieler. Weder auf der Bühne, noch im Fernsehen und gleich gar nicht im Kino. Aber glückliche Umstände haben mir immer mal wieder Rollen in mein Leben gespült, die ich dann auch dankend angenommen habe.
Transat mich für einen Tag in ein Fotostudio holte, um mit meinem Fake-Lächeln neben meiner Fake-Ehefrau
Du versuchst sie genauso fies aus dem Augenwinkel heraus zu ignorieren wie ein schlechter Schauspieler. Du weisst, dass auch die anderen, die hier sitzen, zum „Callback“ eingeladen wurden. Auch ihnen wurde ein Strich durch ihr Thanksgiving-Dinner gemacht. Denn was ist schließlich wichtiger als Kino? Ein hundsgewöhnlicher Turkey ganz bestimmt nicht.