Alle wollen Qualitätsjournalismus, nur bezahlen will keiner. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann rechnen Sie einfach mal durch, wie viel Sie im Monat für Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen und Internetportale ausgeben. Vermutlich viel weniger als es die Inhalte Wert sind.
Die Werbung im Internet wird immer nerviger aggressiver. Großflächige Anzeigen legen sich jetzt immer öfter über redaktionelle Inhalte. Und immer häufiger lassen Anbieter just in dem Augenblick die Bezahlschranke runter, da es spannend wird.
Gegen die Anzeigenflut gibt es Adblocker. Aber wollen wir wirklich den Anbietern hochwertiger Inhalte den Hahn abdrehen?
Von den Abos können die meisten Zeitungen schon lange nicht mehr leben. Ohne Anzeigen fließt kein Geld. Und ohne Kohle läutet am Horizont der ehemals bunten Zeitungslandschaft das Totenglöckchen.
Klar ist es nervig, im Internet jetzt immer häufiger den virtuellen Geldbeutel zücken zu müssen. Aber wie sonst sollen so wunderbare Reportagen finanziert werden, wie sie etwa DIE ZEIT, die New York Times oder selbst die Waiblinger Kreiszeitung veröffentlichen?
Nehmen wir die taz von heute. Da schreibt eine Kollegin namens Lin Hierse eine hinreißend schöne Geschichte über chinesische Dumplings aus ihrer Heimat. Und was macht die taz? Fragt höflich an, ob man den Text kostenlos lesen möchte oder doch ein paar Taler spendieren kann.
Ich spende. Paypal freut sich. Frau Hierse auch. Die taz sowieso. Und ich als Leser erst recht.
Qualitätsjournalismus kostet Geld. Und im Postwurfverfahren werden nun mal keine Einkünfte generiert.
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Und wenn Sie dann noch hin und wieder ein paar Taler locker machen, um für guten Journalismus gutes Geld zu bezahlen, freuen sich alle.