Mit ALDI auf den Jakobsweg

IMG_3630Ich schmeiss mich dann mal weg: ALDI bietet jetzt Pauschalreisen für sogenannte Pilger an, die den Jakobsweg wandern möchten. Jeden, der den Camino mit Blasen, Schweiß und Tränen hinter sich gebracht hat, schaudert bei dem Gedanken, dass Pilger im klimatisierten Bus zum Wanderweg gebracht und von dort abends wieder ins hübsche 4-Sterne-Hotel zurückgeholt werden.

turi2, der Medienblog meines Herzens, vermeldete es zuerst:

Jeder muss raus: Aldi vertreibt künftig Reisen zum Jakobsweg. Der Discounter bietet die achttägige Reise nach Spanien zum platten Pilger-Preis von 999 Euro an. Wasser predigen und Wein trinken wird damit für Jedermann finanzierbar“.

Bitte, lieber Gott, lass es nicht wahr sein!

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Was turi2 gewohnt ironisch verkündet, ruft bei mir Erinnerungen an Damen und Herren zurück, die sich im perfekten Outdoorlook und mit kleinem Lunchpaket im stylischen Rucksäckchen mal kurz aus dem Bus wagen, um ein paar Kilometer auf dem Camino zu schlendern, während wir Schwertransporter auf zwei Beinen nicht wissen, wo und wie wir nach einer 28-Km-Etappe die kommende Nacht verbringen werden.

Unter „richtigen“ Jakobs-Wanderern gelten sie als „Luxuspilger“. VIP steht in diesem Fall für „Very Important Pilgrims“.

Nicht falsch verstehen: Jeder soll den Camino so gehen, wie er es kann oder für richtig befindet. Nicht alle Pilger haben wie wir die Zeit, sich sechs Wochen aus dem Alltag auszuklinken, um fast 900 Kilometer ohne die Planungssicherheit gebuchter Hotels zurücklegen zu können.

Aber ALDI? „Mit Gepäcktransport/Begleitfahrt während der Wanderung und Besuch einer Weinkellerei mit Mittagessen“.

 Das tut weh.

DAS ist ja wirklich der Hammer”, schreibt angesichts der ALDI-Meldung unsere Freundin Christa, die als über Siebzigjährige zwar nicht den kompletten Camino, aber immerhin zahlreiche Etappen hinter sich gebracht hat.

Wir hatten einige dieser Truppen unterwegs getroffen. Die laufen nicht zu weit, irgendwo steht dann der Bus und es gibt Kaffee und Kuchen. Und dann geht’s im Bus weiter”, echauffiert sich die Freundin aus Winnipeg.

Wer nachlesen möchte, wie sich Pilgern ganz ohne Luxusgedöns anfühlt, sollte sich meinem Camino-Blog zu Gemüte führen.

Sie finden ihn >> HIER <<

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