Unser nächster Camino: 1000 Kilometer auf der „Via de la Plata“

Sie hatten uns gewarnt, die Pilgerinnen und Pilger, die Freunde und virtuellen Bekanntschaften: Der Camino macht süchtig. Ganz so schlimm ist es nicht gekommen. Aber die Lust, nach dem „Abenteuer Jakobsweg“ einen weiteren Camino zu laufen, hat uns nie mehr losgelassen. Also machen wir uns erneut auf den Weg nach Spanien. Diesmal haben wir uns die „Via de la Plata“ vorgenommen: 1000 Kilometer von Sevilla nach Santiago de Compostela.

Aber erst einmal: Urlaub! Nach dem nicht enden wollenden kanadischen Winter sehnen wir uns nach Sonne und Meer. All das erwartet uns hoffentlich in Málaga, wo wir uns eine Zeitlang aufhalten, ehe wir dann von Sevilla aus in Richtung Norden wandern werden.

Für die tausend Kilometer auf der „Spanischen Silberstraße“ nehmen wir uns etwa zwei Monate Zeit. Wir wollen uns nicht hetzen lassen. Und im Gegensatz zum Jakobsweg, bei dem wir einschließlich vieler Nebenstrecken fast 900 Kilometer in 41 Tagen gewandert sind, wollen wir diesmal auch in dem einen oder anderen Städtchen mehr als einen Tag verweilen.

Salamanca liegt auf der Strecke, Mérida und Cáceres auch. Im Norden dann Zamora und Ourense – alles Orte, die uns interessieren und die wir noch nicht kennen.

Viel wissen wir nicht über die Via de la Plata. Nur dass sie weit weniger frequentiert ist als der klassische Jakobsweg. Und dass die Herbergen oft weit auseinanderliegen. Es erwarten uns einige Etappen von 32 Kilometern und mehr, die wir an einem Tag schaffen müssen. Dazwischen gibt es keine Herberge, oft nicht einmal eine Bar.

Schaffen wir das? Wir wissen es nicht, aber wir werden es versuchen. Wenn die Kräfte nachlassen, werden wir uns diesmal nicht scheuen, zwischendurch auch mal eine Etappe mit dem Bus zurück zu legen.

Die Gnade des Alters: Wir müssen uns nichts mehr beweisen.

Mehr als acht Kilo, bei Lore mehr als sechs, sollte der Rucksack auch diesmal nicht wiegen. Jedes weitere Gramm zehrt an unseren Knochen. Und die sind ja inzwischen auch ein Jahr älter geworden.

Eine paar Änderungen wird es bei der Kleidung geben: Meine guten, alten Hiking Boots haben nach fast 25 Jahren den Geist aufgegeben. Die neuen Merrells sind leichter und irgendwie auch trittsicherer. Ich hatte den ganzen Sommer über Zeit, sie einzulaufen.

Die Thermojacken vom Vorjahr haben sich nicht so richtig bewährt. Zu wenig atmungsaktiv und auch nicht wasserdicht. Also haben wir uns regenfeste Jacken zugelegt, die mehr Luft durchlassen und uns trotzdem vor der Kälte schützen sollen.

Weil wir mit den knallroten Regenponchos vom letzten Jahr nicht so richtig klar

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Neue Kleidung, neuer Weg: Rotkäppchen ohne bösen Wolf.

gekommen waren, haben wir uns neben den neuen Wanderjacken auch wasserdichte „rain pants“ zugelegt, die bei Regen kurzfristig über den Hosen getragen werden können.

Schade eigentlich: Die bunten Fotos im Rotkäppchen-Look vom Vorjahr wird es also nicht mehr geben.

Dafür aber wieder einen Camino-Blog, das habe ich mir jedenfalls vorgenommen.

Wann es mit der ersten Etappe losgeht, erfahren Sie rechtzeitig. Aber zunächst einmal freuen wir uns auf ein paar Wochen Sonne.

Mit dem Gedanken daran lässt sich auch der Schneesturm besser ertragen, der für morgen angesagt ist. Bis zu 45 Zentmeter sollen es werden.

Camino, wir kommen!

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