Málaga: Wunderschön, aber …

Seit fünf Tagen sind wir jetzt in Málaga und haben mehr als 100 Kilometer zurückgelegt – zu Fuß und einmal mit dem Bus ans Meer, nach Torremolinos und Belmadena. Keine Frage: Es ist eine wunderschöne Stadt. Und doch ist der Funke bisher nicht so richtig übergesprungen. Woran das wohl liegt?

Die Gassen der Altstadt sind, wie in allen Städten des Südens, Fluch und Segen zugleich. Sie sind höllisch laut, aber meistens auch wunderschön.

In Palma, wo wir elf Winter hintereinander verbracht haben, hätten uns Straßenmusiker fast an den Rande des Wahnsinns gebracht.

Hier in Málaga ist es der Straßenverkehr, der unmittelbar an unserem Schlafzimmerfenster vorbei rauscht.

Rauschte, sollte ich sagen. Denn die Wohnungsvermieterin hatte Erbarmen mit uns und stellte ganz unbürokratisch und überaus freundlich ein anderes Apartment zur Verfügung. Erstbezug, tolle Ausstattung, vielleicht die schönste Ferienwohnung, die wir je hatten.

Nur die Schallisolierung fehlt.

Sämtliche Fenster führen in eine Altstadtgasse. Und dort ist auch ohne Straßenverkehr die Hölle los.

Besonders, wenn am Wochenende um die Ecke noch ein Sportevent stattfindet und die Stadtjugend morgens um drei noch immer den heimischen Verein gröhlend abfeiert. Schlafen gilt hier allenfalls als Option.

Aber das Leben in der Stadt besteht schließlich nicht nur aus schlafen.

Die zahllosen Erkundungsgänge durch Málaga waren ein willkommenes Training für den bevorstehenden Camino. Der kann für uns aus einem ganz bestimmten Grund frühestens in etwa zehn Tagen beginnen, und zwar von Sevilla aus.

Das Mittelmeer-Feeling wollte sich in Málaga nie so richtig einstellen. Dabei ist und war die Zeit hier wirklich schön. Aber manchmal fehlt einfach das gewisse je-ne-sais-quoi, das den feinen Unterschied zwischen einem „Gesamteindruck nachhaltig“ oder „nachhaltig positiv“ prägen wird.

Das Wetter: ein Frühsommertraum. Kein Tag unter 22 Grad. Die Menschen: liebenswert, hilfsbereit und rundherum nett (wenn sie nicht gerade morgens um drei gröhlend durch die Gassen ziehen).

Die Gastronomie: vorzüglich! Nicht ein einziges Mal hatten wir in Málaga am Essen etwas auszusetzen. Dabei waren es, bis auf ein Dinner zu einem besonderen Anlass, nie hochpreisige Restaurants, die wir besucht haben.

Doch die Größe der Stadt mit ihren 600.000 Einwohnern macht die Erkundung dieser architektonischen Perle nicht ganz unanstrengend.

Ursprünglich war eine zweite Woche Málaga geplant gewesen, doch jetzt gibt es einen Tapetenwechsel.

Wo die neue Tapete hängen wird, lesen Sie demnächst hier.

Nur so viel: Es ist auch dort wunderschön. Auch dort gibt es Palmen und Meer. Und im Gegensatz zu Málaga haben wir dort Freunde, die unser Herz berühren.

Zuviel verraten?