Und dann mal tschüss, Camino!

Es hat einfach von Anfang an nicht richtig gepasst: Regen, Wind und Kälte statt spanische Sonne. Keine Dörfer zwischen den ohnehin viel zu langen Etappen. Essenszeiten, die uns nach anstrengenden Tageswanderungen mehr als einmal mit knurrendem Magen einschlafen ließen. Und fehlende Kontakte zu anderen Pilgern, auf die wir uns so gefreut hatten.

Nach sechs Wandertagen und mehreren Etappen im Bus haben wir uns schweren Herzens entschlossen, nicht mehr auf den Camino zurückzukehren.

Stattdessen reisen wir morgen mit dem Zug von Salamanca für einige Tage nach Madrid. Anschließend geht’s noch eine Zeitlang ans Meer – und damit hoffentlich wieder in die Sonne.

Wir sind durchgefroren und erschöpft. Die Via de la Plata hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Mit ihren 1000 Kilometern war sie zu lang, zu unwirtlich und alles in allem so gar nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.

Andere mögen bei Strecken wie diesen sportliche und körperliche Genugtuung empfinden. Für uns war fast jeder Tag nur Strapaze. Da nutzte auch die knallgelbe Mutmacherjacke nichts mehr. Es war einfach zu viel.

Wir sind Genuss-Wanderer und keine Langstreckenläufer. Und jetzt ist gut.

Bei allen, die uns über diesen Blog begleitet haben, aber auch via Facebook und Instagram, möchten wir uns von Herzen bedanken.

Bitte bleiben Sie mir und den BLOGHAUSGESCHICHTEN gewogen. Danke!

Sechs Tage intensives Wandern liegen hinter uns. 1000 Kilometer sind es nicht geworden. Aber gut 150 sind für zwei um die Siebzigjährige auch nicht ohne.

Weiter unten gibt’s noch ein paar Fotos von unserem heutigen Rundgang durch Salamanca. Die beiden Kathedralen, die geschichtsträchtigen Universitätsgebäude – das alles hat uns tief beeindruckt.

Aus den Pilgern sind jetzt eben Rucksack-Touristen geworden. Zwei Backpackers unterwegs in Spanien, das uns mit seinen wunderbaren Menschen für immer in bester Erinnerung bleiben wird.

In diesem Sinne: Adios und bis bald!

Herbert und Lore