Urlaubs-Ende: Danke und tschüss!

Diesen Blogpost schreibe ich bei 33.5 Grad Außemtemperatur auf dem Beifahrersitz. Wir sind auf der Heimreise. Im Moment fahren wir durch einen Teil Québecs, der zu den schönsten gehört. Der Golf des St. Lorenz-Stroms zur rechten, Milchfarmen zur linken. Und immer wieder Wald, Wald, Wald.

Wir haben die maritimen Provinzen Nova Scotia und New Brunswick nur schweren Herzens verlassen. Wir werden wiederkommen.

Es ist gut, zwischendurch Dinge aus der Ferne zu betrachten, die einem nach vielen Jahren allzu vertraut geworden sind. Der Sprachenstreit in Québec, die Unerbittlichkeit, mit der die Regierung auf die Eigenständigkeit ihrer „Nation“ pocht – das alles macht einem das Leben als Zugewanderter oft nicht einfach.

Wir haben uns ein bisschen in die Leichtigkeit von Nova Scotia verliebt: In seine Menschen, seine Küsten, seine Strände, seine Architektur, seine Gastronomie, seine Lebensart.

Menschen am Meer ticken anders als Binnenländler wie wir. Ihr Horizont scheint sich den Regeln des Ozeans anzupassen. Weit, groß, stolz, stark.

Schade, dass wir zum Schluss unserer Reise noch ausgebremst wurden. Wir hätten gerne noch ein paar Tage am Ufer des St.-Lorenz-Stroms verbracht, in Dörfern wie Rivière-du-Loup, Cacouna, Saint-Jean-Port-Joli oder Trois-Pistoles.

Aber auch nach stundenlangem Surfern waren keine bezahlbaren Übernachtungs-Möglichkeiten mehr zu finden. Wir sind nicht die Einzigen, die ausgehungert nach Tapetenwechsel gesucht haben.

Der erste Urlaub nach unserer Rückkehr aus Mallorca im März 2020 geht also zu Ende. Lore war und ist eine großartige Kapitänin auf unserem Schiff auf Rädern, das wegen meiner eingeschränkten Sehfähigkeit nur mit halbem Segel gefahren werden konnte.

Cassian war, ehe er nach einer Woche nach Montreal zurückfliegen musste, ein wunderbarer Reisebegleiter. Und auch unser Autole kriegt am Ende dieser 4000 Kilometer langen Reise einen Kuss auf den Kühler. Bis auf den vorlauten Bordcomputer, der glaubte, uns immer wieder zu Ruhepausen überreden zu können, gab es nichts zu meckern.

Genau 441 Kilometer sind es noch nach Montreal, lese ich eben mit halbem Auge auf dem Navi. Ich merke, wie in mir wieder ein Kribbeln hochzieht. Meine morgendlichen Spaziergänge auf den Boulevard-Saint-Laurent, über die Rue St. Denis, quer über den Alten Hafen, den täglichen Gang durch die Markthalle, Chinatown, den Blick vom Schlafzimmerfenster aus über den Lachine-Kanal – darauf freue ich mich sehr.

Aber gefehlt hat mir während der vergangenen zwei Wochen: nichts, nada, niente.

Ich glaube, man nennt es einen gelungenen Urlaub.

Danke, dass sich so viele neuen Blogleser für die täglichen Geschichten interessiert haben. Mir war es eine Freude, meine Gedanken, Erfahrungen und Eindrücke mit Tausenden von Menschen in aller Welt zu teilen.

9 Gedanken zu „Urlaubs-Ende: Danke und tschüss!

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