So war das damals mit SWF3

RADIOLEGENDEN UNTER SICH: Frank Plasberg, Joerg Kujack und Gregor Gloeckner bei der Aufnahme einer Podcast-Episode auf der Lahn.

Wie kam der Elch ins Studio? Woher stammt der Spruch „Schnauze, Fury“? Und wer zum Teufel steckte eigentlich hinter Else Stratmann, Hein Piepenbrink und Feinkost Zipp? Und warum war Elmar Hörig von heute auf morgen nicht mehr auf Sendung? Wer von Mitte der 70er bis in die 80er- und 90er-Jahre Radio hörte, kam an SWF3 nicht vorbei.

Was im beschaulichen Baden-Baden angefangen hatte, schwappte mit furioser Geschwindigkeit über Stadt- und Ländergrenzen hinaus. Zeitweise hatte SWF3 mehr als 8 Millionen Hörer und Hörerinnen – ein Rekord.

1998 fusionierte der Kultsender aus Baden-Baden mit dem Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart. Dort endete schließlich eine Rundfunk-Ära, wie sie Radiodeutschland weder vorher noch nachher gekannt hatte.

Radio-Junkies, die sich nach der guten, alten Zeit des coolsten Dampfradios der Geschichte zurücksehnen, sollten sich einen Podcast gönnen, den jetzt einer der Radiomacher von damals ins Netz gestellt hat: „SWF3 – das Phänomen heißt der Hörgenuss auf Raten, Gregor Glöckner der Mann hinter dem Podcast – übrigens nicht als Leitender Redakteur beim SWR, sondern in privater Funktion.

Mit SWF3 verbindet mich viel, wenn nicht alles, was mit Radio zu tun hat. SWF3 war von Anfang an mein Haussender. Für ihn machte ich 1980 meinen ersten und Ende der 90er meinen letzten Hörfunkbeitrag.

Während ich für die gesamte ARD arbeitete, setzte ich für kein Funkhaus mehr Themen ab als für SWF3. In Hunderten, wahrscheinlich mehr als tausend Korrespondenten-Beiträgen berichtete ich aus allen Ecken Kanadas und Alaskas für den Sender, der sich den Schwarzwald-Elch als Maskottchen einverleibt hatte.

Da war von dem Indianer von der James Bay die Rede, der vom Kajak ins Cockpit umsteigt und eine eigene Airline gründet. Von dem Ehepaar aus Québec, das ein Altersheim für HIV-infizierte Schimpansen betreibt und auch von einem Familienvater aus Winnipeg, der nach Feierabend eine Unterwasser-Eishockeymannschaft trainiert.

Um Themen geht es in Gregor Glöckners Podcast wenig, dafür um die Menschen hinter den Themen. Um Radiomacher wie den genialen Peter Stockinger, aber auch um meine Freunde Frank Plasberg, Jörg Kujack und den viel zu früh verstorbenen Norbert Diener. Und natürlich findet auch mein gewaltiger Kumpel aus dem Allgäu Erwähnung. Leider lebt auch Bernd Dassel nicht mehr.

„SWF3 – das Phänomen“ können Sie über diesen Link bei Spotify kostenlos abonnieren.


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5 Gedanken zu „So war das damals mit SWF3

  1. Pingback: Sein Leben als Zitronenbaum | BLOGHAUSGESCHICHTEN

  2. Oder soll ich jeden Podcast anhören?
    Warum nicht? Dann wird auch klar: Michael Bollinger hat den Ausdruck ihn in seinen Comedy-Clips als Antwort auf das wiehernde Pferd von König Dickbauch verwendet.

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  3. Ein sehr schöner Blog, danke Herbert. „Schnauze Fury“ und „Neues von König Dickbauch“ war ein absolutes Muss in den Jahren meines Jura-Studiums. Damit konnten wir die erste Viertelstunde von Zivilrecht gut überleben. Und nicht zu vergessen: Frau Dr. Eberlein und ihr „Positiv müssen sie den Tag beginnen “ (positiv war damals positiv, nicht negativ). Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs, den Autor des Blogs eingeschlossen, einen positiven Tagesbeginn.

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  4. SWF3 habe ich im Kölner Norden „damals“ gerade noch so über UKW-Antenne empfangen. Was habe ich die „Elmi Radio Show“ geliebt! „Radio Mokkaschnitte“, „Riesenforschungs Huberkiste“, … Kindheitserinnerungen 🤩

    Irgendwann war dann halt leider – und im wahrsten Sinne des Wortes – Schluss mit lustig. Damals habe ich mir darüber 0,0 Gedanken gemacht. Kurz danach wurde aus WDR1 dann EINSLive. Alleine schon die Diskussion darüber, ob der Sender vllt. verboten werden müsse, um die Jugend zu schützen, machte den dann zu meinem neuen Lieblingssender.
    Vielen Dank für den Link! Beim SPIEGEL habe ich vor ein paar Wochen einen Artikel bzw. ein Interview über/mit Elmar hörig gelesen, der ein bisschen erhellt, was damals passiert ist. Fand ich auch sehr lesenswert, aber der Artikel ist leider hinter der Bezahlschranke [Link entfernt]
    Viele Grüße
    Stefan

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