
Ich war nie ein großer Eishockeyfan. Ehrlich gesagt war es mir völlig egal. Zu brutal, zu schnell, zu dies, zu das. Ich bin mit Fußball aufgewachsen, und keine andere Sportart kommt auch nur annähernd an „The Beautiful Game“ heran, wie Fußball völlig zu Recht genannt wird. Doch dann kamen „Les Canadiens“.
Plötzlich sprach jeder ständig von den „Habs“, wie die Mannschaft hier genannt wird. Also begann ich, über sie zu lesen. Zuerst in den sozialen Medien, dann in den Zeitungen. Die Berichte machten mich neugierig. Wer sind diese Typen mit Namen wie Dobeš, Suzuki, Newhook, Matheson, Anderson und all die anderen? Was auch immer sie auf dem Eis machen, irgendetwas muss da sein.
Wir haben kein Kabelfernsehen zu Hause, also habe ich die Spiele zunächst über Liveticker im Internet verfolgt. Jedes Mal, wenn jemand ein Tor schoss, begann ein kleines Banner auf meinem Laptop über den Bildschirm zu tanzen, und schon bald sprang die Begeisterung auch auf mich über.
Anfangs war es mir egal, wer getroffen hatte: Tampa, Carolina oder Montreal – mir wurscht. Doch je länger ich zuschaute, desto mehr ertappte ich mich dabei, Les Canadiens die Daumen zu drücken.
Von Eishockey verstand ich nichts, und wenn ich ehrlich bin, weiß ich bis heute nicht besonders viel darüber. Aber mir gefiel die Begeisterung der Menschen um mich herum. Der Busfahrer im Suzuki-Trikot. Die Labortechnikerin, die mir Blut abnahm und dabei eine Habs-Kappe mit der Nummer 14 trug. Die Kassiererin im Supermarkt. Der Uber-Fahrer. Meine Barista im Café. Ganz Montreal schien plötzlich hinter dieser Mannschaft zu stehen. Wie konnte ich da nicht einer von ihnen sein?
Also abonnierte ich schließlich einen Sport-Streaming-Kanal – aus genau einem Grund: Ich wollte Eishockey schauen. Und ich habe sie alle gesehen. Wirklich jedes einzelne Playoff-Spiel.
Als Les Canadiens – meine Habs – gestern Abend mit 1:6 in Carolina verloren, hatte ich tatsächlich ein wenig feuchte Augen. Trotzdem war ich stolz auf Les Boys, meine Jungs! Sie haben mich unterhalten, mich zum Lachen und zum Weinen gebracht, mich zur Verzweiflung getrieben und dafür gesorgt, dass ich sie und ihren Sport liebgewonnen habe.
Und das Beste daran: Sie haben sogar mich, einen gebürtigen „Kraut“, dazu gebracht, mich wie einen echten Montréaler zu fühlen.
Natürlich freue ich mich immer noch auf die Fußball-Weltmeisterschaft, und Fußball wird immer meine erste Liebe bleiben. Aber ich fiebrere schon jetzt der nächsten Eishockeysaison entgegen.
Wenn dieser verdammte Puck nur nicht so schnell und so winzig klein wäre. Könnte man im Fernsehen eigentich nicht einen kleinen Kreis darum malen für Eishockey-Neulinge wie mich? Oder ein Fadenkreuz, wie Vera eben auf Facebook schrieb?
Egal. Ob mit oder ohne Fadenkreuz, Kreis, Dreieck oder Karo: Meine neue Liebe heißt Hockey.
Damals war mir Hockey noch egal: „Ach, wär‘ ich nur ein Hockey-Fan!“
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Lieber Joerg, so ein toller Sport verdient einen tollen Kommentar. Den hast du wie üblich geliefert. Vielen Dank dafür! Und das mit dem Puck? Ich glaube, daran müssen wir uns einfach langsam gewöhnen. Wir alten Säcke haben es nicht mehr so richtig mit dem Kucken.
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Mensch, Herbert, kann Dich so gut verstehen.
Wir haben früher als junge Kerle den ganzen Winter über Eishockey gespielt, nie im Verein, aber einfach so, auf dem zugefrorenen Werdersee in Bremen. Damals ging das ja noch, die Winter waren ja ein ganz anderer Schnack als heute.
Und: ich habe damals den Puck gesehen, als Spieler ist das ja kein Problem.
Aber heute, mannomann, war neulich bei den Adlern in Mannheim gegen die Pinguins Bremerhaven, und mal abgesehen vom Ergebnis gab es eine scheiß Erkenntnis: ich sehe den Puck nicht mehr, also zumindest wenn es schnell geht.
Da springt dann schreiend die ganze Halle auf und Jörgi sitzt völlig irritiert auf der Tribüne und sieht dann nach einer Weile, dass doch tatsächlich so ein schwarzes Etwas völlig entspannt hinter der Torlinie liegt.
Herbert, geile Sportart, aber sieh es mir nach, ich bleibe bei Fussball !
Gruß Jörg
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Tell Alie I had the same problem. But after 10 games or so, I started to welcome these little brawls as an entertaining break in an otherwise breathtakingly fast-paced game.
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Like most things, the more one learns about it, the more interesting it becomes. During my first two years in college, I made popcorn in an arena. I only had to make it; others sold it. Finished by the end of the first period, I watched the next two. The more I watched, the more I learned; the more I learned, the more I enjoyed it. But other things got in the way and many years passed. I took Alie to a game. She said, she could never follow the puck. It was just a „mass of brawling men moving from one end of the ice to the other.“ 😁
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Stay tuned, Liane 😅
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Looking forward to learning about hockey through the eyes of Herbert Bopp🏒🤗
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