Es Trenc gilt als der schönste Strand Mallorcas. Klar, dass die Bucht im Südosten der Insel von Einheimischen und Touristen oft gnadenlos überrannt wird. Wir haben mit unserer heutigen Wanderung dort angefangen, wo die meisten aufhören. Von Colònia de Sant Jordi sind wir in knapp vier Stunden zum Cap de ses Salines marschiert, dem südlichsten Punkt Mallorcas. Eine grandiose Idee, wie sich herausstellen sollte.
Strandspaziergänge sind die kleinen Schwestern der Bergwanderungen. Gemächlichen Schrittes tappt man von Bucht zu Bucht, mal auf Sand, mal auf Kies, dann wieder auf Felsbrocken. Zwischendurch Wassertreten im tief-türkisfarbenen Meer in der sommerlichen Hitze.
Ständige Begleiterinnen waren von Anfang bis zum Schluss die südlich im Meer gelegenen Inseln, die zum Parc Nacional de Cabrera gehören – ein fantastischer Anblick. Am Ende der ca. 12 Kilometer langen Wanderung dann der Leuchtturm von Ses Salines. Weiß und stolz erhebt er sich hinter einem Wald von liebevoll gebauten Steinmännchen, die Wanderer wie wir als kleines Dankeschön an die gewaltige Natur hinterlassen haben.
Die eigentliche Herausforderung des Tages wartete jedoch am Ende der Strandtour auf uns. Mit dem Bus waren wir am Morgen die eineinhalb Stunden von Palma nach Colònia de Sant Jordi gereist. Soweit, so gut. Nur: Vom Endpunkt der Wanderung gibt es keine Verbindung in den etwa zweieinhalb Stunden Fußmarsch entfernten Ort Ses Salines, von wo aus uns ein Überlandbus wieder nach Palma zurück bringen soll. Zu Fuß wäre die Strecke über die Landstraße im vorgegeben zeitlichen Rahmen kaum zu schaffen gewesen. Was also tun?
Man streckt den Daumen raus, wie zuletzt anno 1967.
Wir hatten doppeltes Glück: Nicht nur nahm uns beim Trampen gleich das erste Auto mit. Fahrer und Beifahrerin waren Alt-68er mit Hippie- und Weltenbummler-Vergangenheit wie wir – dazuhin Landsleute aus dem Schwäbischen. So endete diese gnadenlos schöne Strandwanderung bei Vino und anderen Getränken gemeinsam mit neuen Bekannten in einer gemütlichen Bodega. Geschichten von Kuba, Uruguay und Alaska machten die Runde. Und natürlich auch von einer Strandwanderung zum südlichsten Punkt Mallorcas.
Später, im Bus, sagt SIE: „So stelle ich mir den absolut perfekten Tag vor“. Stimmt. Einer mit Hippie-Happy-End.


Es quietscht und pfeift und rauscht und summt. Jeder Schritt auf den gepflasterten Gassen der Altstadt von Palma hinterlässt eine Tonspur, jede Kurve ein Geräusch. Schuld sind Tausende und Abertausende von Wachskerzen, die während der Büßerprozessionen auf die Straße tropfen.
Die Palmesanos kennen das schon: Während der „Semana Santa“, der Karwoche, wächst der Lärmpegel mit jedem Tag um ein paar Dezibel. Wo am Abend noch in friedlicher Eintracht Hunderte von Büßern durch die Stadt prozessieren – viele in Kapuzen, manche barfuß und mit Ketten im Schlepptau – ist am Morgen danach ein Pfeif- und Schleifkonzert zu hören. Ein fahrendes Auto hört sich übrigens um ein Vielfaches dramatischer an.
So gefährlich sei die „Semana Santa“, behaupten einige Stadträte, dass sich Versicherungen geweigert hätten, die Stadt für die Folgeschäden der Wachsspuren zu versichern.
