Nach der OP ist vor der OP

Scharfer Blick war gestern. Aber wir lassen den Hochmut nicht sinken!

Man möge mir verzeihen, dass ich schon wieder über meine Augen blogge. Aber der drohende Verlust des Sehvermögens ist etwas, das sich nicht von einem Moment auf den anderen ausblenden lässt. Außerdem gibt es Neuigkeiten.

„Was siehst Du denn eigentlich inzwischen“?, ist eine Frage, die ich zurzeit öfter höre. „Immer mehr“, sage ich dann, „aber auch immer mehr unscharf“.

Der Checkup in der Augenklinik Anfang der Woche brachte eine gute und eine nicht so gute Nachricht: Die gute Nachricht ist, dass die Operation an der Netzhaut und der Makula vor nunmehr neun Wochen so verlaufen ist, wie es sich der Chirurg vorgestellt hat.

Die nicht so gute Nachricht: Um eine weitere OP, diesmal am linken Auge, werde ich wohl nicht umhin können.

Der 1. September, an dem ich wegen einer Netzhautablösung am rechten Auge operiert wurde, war eigentlich der Tag, an dem der Graue Star am linken Auge hätte operiert werden sollen.

Das Timing war reiner Zufall, kam aber meinem Heilungsprozess sehr entgegen. Nur weil so zeitnah nach der Ablösung operiert werden konnte, habe ich zumindest einen Teil meines Sehvermögens wieder zurück bekommen.

Aber der Graue Star im linken Auge muss auch operiert werden, und zwar bald. Ohne einen zeitnahen Eingriff droht mir dort der Komplettverlust des ohnehin nur geringen Sehvermögens.

Während bei den meisten Menschen eine Katarakt-OP Routine ist, verhält es sich bei mir anders. Ich hatte ja bereits vor 22 Jahren eine Netzhautablösung im linken Auge. Die Gefahr einer weiteren Ablösung als Folge einer Katarakt-OP ist real.

Aber um auch weiterhin so etwas wie den Durchblick zu bewahren, bleibt mir keine Alternative: Im Frühjahr muss ich erneut unters Messer.

Bis dahin versuche ich, meine Selbstständigkeit wieder zurück zu bekommen. Solo-Spaziergänge in die Stadt sind bereits wieder möglich. Radeln und Autofahren werden wohl auch künftig nicht mehr auf dem Programm stehen.

Vielleicht haben wir auf unseren Camino-Wanderungen einfach zu wenig Kerzen gezündet.

Ob der Große Regisseur da oben will, dass wir irgendwann doch noch einmal auf den Spuren des Heiligen Jakobus wandern? Lust dazu hätten wir allemal.

Wie sagte mein guter Freund Börnie immer, wenn ihm das Schicksal mal wieder eins ausgewischt hatte?

„Wir lassen den Hochmut nicht sinken!“

10 Gedanken zu „Nach der OP ist vor der OP

  1. Ich drücke Dir auch doll die Daumem. Ich hatte auch eine Katarakt-OP an einem Auge, wo ich früher mal eine Netzhautablösung hatte, und es ging alles glatt und blitzschnell. ich hoffe das das bei Dir genauso laufen wird.
    Liebe Grüße von Monika (mopest aus dem Mallorca-Forum)

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  2. Herberto , es wird ein gutes Ende nehmen ! Deine Geduld wird sich bewähren !!
    Der Camino ruft ! Die Vorfreude wird damit zur schönsten Freude ! XR🏝

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  3. ich stelle mir das nicht leicht vor. gibt es auch etwas, was du „gewinnst“ durch diesen umstand? ich denke nicht, dass du irgendwo einen fehler gemacht hast, dass diese „augengeschichte“ eine art strafe o.ä. ist. gute besserung, lieber herbert. halte noch etwas durch.

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  4. Alles, alles Gute Dir! In Gedanken bin nich oft bei Dir. Meine Mutti hatte auch solche Augenprobleme und ich kann mich gut in Deine Lage hineinversetzen.

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