
Vergangene Nacht blieb zum ersten Mal in diesem Jahr das Schlafzimmerfenster geöffnet. Dass uns dann auch gleich ein „American Robin“ mit seinem Gesang beglückte, macht Hoffnung. Bisher war es einfach zu kalt oder zu nass für die Jahreszeit. Die Tatsache, dass sich ein Hauch von Frühling erst so spät im Mai ankündigt, ist selbst für Kanada ungewöhnlich. Aber von jetzt an geht’s schnurstracks in Richtung Sommer.

Poppy weiß jetzt, dass so ein Frisbee-Spiel keine Einbahnstraße ist, sondern dass man den Ring dem Herrchen oder Frauchen wieder zurückbringt, damit das Spiel weitergehen kann. Dass man mit regennassen Pfoten nicht gleich auf die Couch springt, muss die kleine Fledermaus allerdings noch üben. In genau zwei Wochen wird Poppy übrgens ein Jahr alt.
Die Montreal Canadiens sind noch immer in der Playoffrunde und haben gegen die Buffalo Sabres bisher großartig gespielt. Kommen sie tatsächlich in die Endrunde der Playoffs? Meine hockeybegeisterten Freunde sind zuversichtlich und riechen bereits am Stanley Cup.
Die Québecer Separatisten, die unsere „Belle Province“ lieber heute als morgen aus dem kanadischen Staatenbund herausreißen würden, verlieren an Zustimmung. Dagegen haben die Liberalen bei den Wahlen im Herbst gute Chancen, die Regierung zu übernehmen. Ob dann endlich auch die Sprachenpolizei abgeschafft wird, die Geschäften unter Strafandrohung vorschreibt, dass die Auszeichnung der Waren auf Französisch in doppelt so großer Schrift erfolgen muss wie auf Englisch, ist noch ungewiss. Aber man darf ja mal träumen.
Das Montréaler S-Bahn-Netz wurde um 14 Kilometer erweitert. Es umfasst jetzt auch die Vorstädte entlang des Sankt-Lorenz-Stroms im Westen der Insel Montreal: Vier neue Stationen zwischen Pointe-Claire und Sainte-Anne-de-Bellevue werden an diesem Wochenende eröffnet. Die Schnellbahn „REM“ wird nach Fertigstellung 67 Kilometer lang sein und gilt schon jetzt neben Peking und Dubai als eine der größten vollautomatischen Metroanlagen der Welt. Kleine Pannen wie diese werden von den meisten Montrealern weggelächelt: Durch einen Programmierfehler fuhr ein fahrerloser Zug nicht direkt zum Zielbahnhof Deux-Montagnes, sondern bog unplanmäßig in die automatische Waschanlage ab. Die Fahrgäste konnten 30 Minuten lang bestaunen, wie die Waggons shampooniert und abgespritzt wurden.





























