Nicht mehr beste Freunde

War da was? Wir waren doch immer ziemlich beste Freunde, die Amerikaner und wir. Kaum ist der Bully aus Washington im Amt, macht er alles kaputt. Waren aus Kanada wird er mit 25 Prozent Einfuhrzöllen belegen – „Strafzölle“ nennt er das. Er will mein schönes Land dafür bestrafen, dass wir angeblich massenweise drogensüchtige Verbrecher in die USA schicken.

Natürlich stimmt das nicht, so wie das meiste nicht stimmt, was dieser rachsüchtige Mensch so alles verzapft. Kanada ist gerade mal für 1 Prozent des Fentanyl-Verbrauchs in den USA verantwortlich.

Sollen sie ihre Orangen aus Florida doch behalten und ihren Bourbon aus Kentucky selber trinken. Wir werden jedenfalls versuchen, so weit es geht auf amerikanische Produkte zu verzichten.

Kleiner Tipp: Beeren aus Peru, Mexiko, Nicaragua und Guatemala schmecken ohnehin besser als das Gedöns aus Florida und Kalifornien. Und kanadische Äpfel sind ohnehin nicht zu toppen.

Schon klar: Auf alles Amerikanische, das gut ist und schmeckt, werden wir wohl nicht verzichten können. Aber wir versuchen unser Bestes. Beim Einkauf hilft ein Blick auf das Kleingedruckte. „Made in USA“ kommt bei uns nach Möglichkeit nicht mehr auf den Tisch.

Worum geht es eigentlich? Ein paar Fakten:

Fahrzeuge und Autoteile – Autos, Lastwagen und Komponenten für die kanadische Automobilproduktion.

Maschinen – Industriemaschinen, Motoren und Computer.

Mineralöle und Brennstoffe – Raffinierte Erdölprodukte wie Benzin und Erdgas.

Elektrische Geräte – Computer, Telekommunikationsausrüstung und Elektromaschinen.

Kunststoffe und Kunststoffprodukte – Rohstoffe und verarbeitete Kunststoffwaren.

Pharmazeutika und medizinische Geräte – Medikamente, Impfstoffe und Medizintechnik.

Agrarprodukte – Frische und verarbeitete Lebensmittel, darunter Obst, Gemüse und Fertigprodukte.

Chemikalien – Industriechemikalien, Düngemittel und andere chemische Produkte.

Eisen und Stahl – Rohmaterialien und Metallprodukte.

Konsumgüter – Verschiedene Haushalts- und persönliche Produkte.

Energie (Öl, Gas, Strom) – Rohöl, Erdgas, Strom und raffiniertes Erdöl sind Kanadas wichtigste Exporte in die USA.

Fahrzeuge und Autoteile – Kanadische Autofabriken liefern viele Fahrzeuge und Komponenten an den US-Markt.

Holz und Holzprodukte – Bauholz, Zellstoff und Papierprodukte sind wichtige Exportgüter.

Maschinen und technische Ausrüstung – Industriemaschinen, Spezialausrüstung und elektrische Geräte.

Mineralien und Metalle – Gold, Aluminium, Kupfer, Nickel und andere Rohstoffe für die Industrie.

Agrarprodukte und Lebensmittel – Weizen, Rapsöl, Rindfleisch, Fisch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Kunststoffe und chemische Produkte – Industrielle Kunststoffe, Düngemittel und pharmazeutische Grundstoffe.

Luft- und Raumfahrttechnik – Flugzeugteile, Satellitenkomponenten und technische Dienstleistungen.

Elektrizität – Kanada liefert Strom in mehrere US-Bundesstaaten.

Konsumgüter – Verschiedene hergestellte Waren wie Möbel und Textilien.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau mag nach seinem angekündigten Rücktritt eine „lame duck“ sein, aber in Zeiten wie diesen steht er hinter seinen Landsleuten wie eine Eins. Nicht nur kündigt er 25-prozentige Zölle für kanadische Güter an, er geht noch weiter.

In einer emotionalen Fernsehansprache appellierte er jetzt an seine Landsleute: Achtet beim Einkauf auf lokale Produkte. Macht wieder Urlaub im eigenen Land, anstatt den Winter in Florida, Arizona oder auf Hawaii zu verbringen. Helft euch gegenseitig aus, wenn es auch an etwas fehlt.

Von Rachsucht keine Spur. Aber ganz viel gesunder Menschenverstand.

Ob sich sowas wohl auch exportieren lässt?


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4 Gedanken zu „Nicht mehr beste Freunde

  1. Auch für uns gilt „Canada First“! Ich war äusserst beeindruckt von Trudeau! Und ich bin auch schwer beeindruckt, dass anscheinend doch alle Provinzen mit ihren Premierministern zusammen halten. Wer weiss, vielleicht hat der Donald mit seinen Zöllen ganz unbewusst letztendlich etwas für die kanadische Einheit getan!

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