
Was man beim Stöbern in der Bilderkiste nicht alles findet: Mein erster VW-Bus, irgendwo in den Rocky Mountains. Als ich 1973 zum ersten Mal nach Kanada kam – lange bevor ich mich schließlich in Montreal niederließ – arbeitete ich drei Jahre lang als Reporter in Winnipeg, Manitoba.
Von dort aus zog ich immer wieder durchs Land, stets auf der Jagd nach der nächsten Geschichte. Mein VW-Bus war Büro, Küche, Wohn- und Schlafzimmer in einem. Viele meiner Reportagen entstanden dort, auf dreieinhalb Quadratmetern.
Auf einer Reiseschreibmaschine, die ich für fünf Dollar in einem Pfandhaus gekauft hatte, tippte ich Artikel für den „Kanada Kurier“, eine deutschsprachige Wochenzeitung in Winnipeg, aber auch schon für Zeitungen und Magazine in Deutschland.
Geschichten aus Kanada waren damals gefragt. Reportagen über Trapper, Goldgräber, Grizzlybären, indigene Völker und die schillernde Premierministergattin Margaret Trudeau fanden ein interessiertes Publikum. Sie erzählten von Freiheit und Abenteuer und machten manchen Leser neugierig auf die Welt da draußen, jenseits des eigenen Horizonts.
Meine Liebe zu Kanada ist geblieben. Mein VW-Bus leider nicht. Nach einer langen Reise quer durch Amerika, von Manitoba bis Texas und zurück, gab der Motor nur 20 Kilometer vor meiner Haustür den Geist auf. Der Bus wurde abgeschleppt und verschrottet.
Ich kehrte ins beschauliche Oberschwaben zurück, um als Redakteur zu arbeiten. Doch Kanada ließ mich nicht mehr los und auf Dauer wurde mir die Welt im Süden Deutschlands doch zu klein. Also packte ich ein paar Jahre später erneut meine Koffer und kehrte nach Kanada zurück.
Diesmal, um zu bleiben.

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