Posterboy für die Rollator-Firma

Irgendwie hatte ich mir das Alter anders vorgestellt. Mal cool mit der Harley-Davidson durch Montreal dröhnen, von mir aus auch nur durch Ummendorf. Aber daraus wird wohl nichts mehr in diesem Leben. Dafür lasse ich mich jetzt von der dänischen Herstellerfirma meines Rollators für eine Werbekampagne einspannen.

Das mache ich ausgesprochen gerne. Denn die Rollatoren von byAcre sind wirklich gut. Und nein: Für diesen Satz gibt’s kein Honorar. Er kommt von Herzen.

Seit einiger Zeit wirbt byAcre aus Kopenhagen auf Instagram und Facebook mit meinem Gesicht und meinen beiden Rollatoren. Für den Sommer benutze ich den federleichten Carbon Ultralight. Für Gelände und Waldwege, vor allem aber für die kanadischen Wintermonate, nehme ich den robusten Overland auf die Piste.

Auf die Idee, mich als Posterboy durchs Internet rollen zu lassen, war die Werbeabteilung von byAcre gekommen, nachdem ich immer wieder – ungefragt – die Vorzüge der beiden Rollatoren erwähnt hatte: auf Facebook, auf Instagram und natürlich – wie hier – auch in den BLOGHAUSGESCHICHTEN.

„Wir erleben nur selten, dass Männer offen über ihre Erfahrungen mit Mobilitätseinschränkungen sprechen“, schrieb mir die PR-Abteilung. „Genau deshalb haben Ihre Beiträge unsere Aufmerksamkeit geweckt. Ich bin sicher, dass sie auch andere Menschen inspirieren.“

Außerdem beobachte man, dass Männer jeden Alters häufig zögern oder sich scheuen, die Mobilitätshilfe zu nutzen, die sie eigentlich benötigen. Das wolle man ändern und mehr Männer dazu ermutigen, „die Unterstützung anzunehmen, die ihnen hilft, aktiv zu bleiben und ihr Leben weiterhin nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.“

Dass mir als Gehbehinderter durch die beiden superleichten Rollatoren eine neue Welt erschlossen wurde, habe ich besonders in den vergangenen Wochen gemerkt. Mein geliebtes E-Bike musste ich schweren Herzens aus Sicherheitsgründen ausrangieren. Die Gefahr, vor allem beim Auf- oder Absteigen zu stürzen, war wegen der Polyneuropathie zu groß geworden.

Natülich ist auch der coolste Rollator kein Ersatz für ein Fahrrad. Aber er eröffnet Horizonte, die sonst außerhalb meiner Reichweite geblieben wären. Deshalb bin ich mit meinen fast 78 Jahren gerne der Posterboy einer dänischen Firma, die Rollatoren herstellt.

Und wenn meine Geschichte dazu beiträgt, anderen Menschen mit eingeschränkter Mobilität Mut zu machen, dann hat sich die Teilnahme an dieser Kampagne schon gelohnt.


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