Machu Picchu an meiner Wand

Kennen Sie das? Die Freunde kommen aus dem Urlaub zurück und schon macht das Handy die Runde. „Wow! Cooles Hotel!“ „Machu Picchu? Kenne ich.“ Mein Haus, mein Schiff, mein Auto, mein Kind, mein Hund … alles im Handy. Warum eigentlich nur im Handy?

Es war mein Freund Peter, der mich mal wieder zum Nachdenken brachte. Eben schreibt er über Freunde, die aus dem Urlaub zurückgekehrt sind:

„Nun werden wir uns wochenlang die vielen Tausend Fotos auf dem Handy ansehen müssen. Ich meckere dann immer und fordere barsch eine gut dosierte Multimedia-Show, aber dazu haben sie keine Zeit.“

Und dann schreibt Peter noch:

„Zu den Absurditäten des digitalen Zeitalters gehört: Die Fotos sind heute so gut, dass man sie auf Häuserwände projizieren könnte, aber angeguckt wird nur noch auf dem Handy.“

Recht hat er mal wieder, mein Freund Peter, den mein Freund Frank gerne als „den noch letzten lebenden Universalgelehrten“ bezeichnet.

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Diashow gesehen? Bei mir ist es ziemlich genau vier Jahre her – aber auch schon damals nicht mehr im privaten Umfeld, sondern bei einer öffentlichen Veranstaltung. Übrigens mit Peter, dem Ideengeber für diesen Blogpost. Damals referierte er vor Studierenden einer Senioren-Universität über seine Heimatstadt Berlin.

Digitale Bilderrahmen scheinen weit verbreitet zu sein. Schön anzusehen, wenn Fotos automatisch im Wechsel bestaunt werden können. Aber so klein!

Das Handy als Diaprojektor? Klar, kann man machen. Es gibt ja inzwischen auch bezahlbare Beamer, die man ans Handy anschließt und damit Fotos auf eine einigermaßen weiße Wand wirft. „Wirft?“ – echt jetzt. Lange nicht mehr gehört: „Man wirft Bilder an die Wand?“

Aber wer wirft denn heute überhaupt noch Bilder an die Wand? Ich kenne keinen.

Dabei ist die gute, alte Multimedia-Präsentation etwas richtig Schönes. Durch die Wucht des Bildes nicht nur ästhetisch anspruchsvoll, sondern auch wunderbar als soziales Event tauglich.

Man redet über Mallorca. Oder den Camino. Oder von mir aus auch über Kevins Hochzeit und Marions Triathlon. Und warum nicht auch die Tauffotos von Jacqueline in der Gruppe bestaunen?

Der gute, alte Dia-Vortrag. Klingt wie aus der Zeit gefallen. Aber warum nicht?

Peter hat mich da mal wieder auf eine Idee gebracht.


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