Erntedank: Herbst kann kommen

So richtig leicht geht es einem noch nicht über die Lippen, aber es führt kein Weg daran vorbei: Es ist Herbst geworden in Montreal. Die Klimaanlage, die diesen Sommer oft Überstunden machen musste, darf sich zurücklehnen. Die Heizung glüht schon mal vor.

Bunte Sommerblumen weichen Herbststräußen. Und Poppy kann sich nicht so richtig entscheiden, ob sie lieber in der Stadt oder doch eher auf dem Land ist. Ich tippe auf Farm. Am Montag ist Thanksgiving und bald ist Halloween.

Die Straßencafés dürfen noch ein bisschen vom Sommer träumen. Ein Glück, dass es das Café Indigo gibt. Dorthin, wo neben Klaviermusik und Literatur auch Latte serviert wird, zieht es den Chronisten jetzt wieder häufiger.

Vor ein paar Tagen ging’s durch Chinatown, heute war noch einmal ein Spaziergang über die Rue St. Denis angesagt, mit einem kleinen Abstecher in die Avenue Duluth. In dieser Gegend, dem „Plateau Montréal“, leben die meisten der gut 250.000 französischen Staatsbürger, die es hierher verschlagen hat.

Viele von ihnen sind jung und suchen nicht nur das Abenteuer, sondern auch Arbeit. Vor allem in der Gastronomie sind sie gerne gesehen – so auch bei einem meiner Stammcafés, „Aux Merveilleux de Fred“.

Der riesige Kronleuchter mag für viele der Neu-Montrealer aus Paris, Marseille, Lille oder Lyon auch eine Art Leuchtturmfunktion haben. Hier trifft man sich zu Café au lait und Merveilleux, der Spezialität des Hauses. Ein luftig-süßes Gebäck aus knusprigem Baiser und Schlagsahne, umhüllt von zartbitteren Schokoladensplittern.

Wer es herzhafter mag, geht für ein Smoked Meat Sandwich zu „Schwartz’s Delicatessen“ am Boulevard St. Laurent. Mit viel Glück ergattert man dort einen der wenigen Sitzplätze. Ob’s hillft, wenn der Gast – wie auf dem Foto – im offenen Straßenkreuzer vorfährt?

Ganz bodenständig ging’s bei uns diese Woche zu. Es gab Pfannkuchen mit Blumenkohl und Béchamelsauce – auch das riecht schon verdächtig nach Winter.

Es ist langes Wochenende in Kanada. Happy Thanksgiving!


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8 Gedanken zu „Erntedank: Herbst kann kommen“

  1. Beeindruckende Bilder, danke. Diese Brücke scheint eurer Poppy aber nicht so ganz geheuer zu sein. Sie sitzt etwas verschreckt da.
    Hier war nach morgens Regen, kalt und wolkig am Nachmittag auch überwiegend herbstlich sonnig.
    Wir waren mit der Wandergruppe in Stuttgart am Bärenschlössle – sehr schön. Ich hatte die Strecke abkürzen müssen (Altersprobleme) und wartete dann dort etliche Zeit auf die anderen. Zeit, die vielen vorbeiziehenden Menschen mit Kind, Hund, Fahrrad, Kinderwagen etc. zu beobachten. Plötzlich kam eine Frau mit zwei größeren Hunden, wovon einer irgendwie „unrund“ lief, wie ich nur teilweise zwischen dem Publikumsgewusel erkennen konnte. Einen Moment später hatte ich freie Sicht: der Hund hatte tatsächlich nur 3 Beine und bewegte sich damit, zwar leicht „hinkend“, aber sehr flott vorwärts. Und es machte nicht den Eindruck, dass ihn das sehr plagen würde. Als sie 1/2 Std. später zurückkamen, hatte seine Vitalität schon einiges nachgelassen und er zeigte logischerweise Ermüdungserscheinungen. Ich stelle mir das ähnlich vor, als wenn ein Mensch ständig auf nur einem Bein vorwärts hüpfen müsste.
    Ich wünsche euch einen schönen knusprigen thanksgiving-Truthahn!

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  2. Happy Thanksgiving! Hoffentlich habt Ihr schönes Herbstwetter! Freue mich auf Bilder von der Farm und den guten Speisen!
    Gisela

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  3. Das Gebäck sieht höchst köstlich aus. :-) Bei mir wird es jetzt wieder öfters Blumenkohlauflauf geben, mit Sahnesacue und dicker Käsekruste. Und das große Straßengemälde ist hinreißend und sehr tiefgründig und vielschichtig.
    Happy Thanksgiving dir und deinen Lieben!

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