Mit dem Boot zur Dinnerparty

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Wenn die Gäste mit dem Boot zur Dinnerparty anreisen, bekommt das Ganze schnell einen Hauch von Nizza oder Monte Carlo. Nicht so bei uns. Zwar erreicht man auch unser Blockhaus am Lac Dufresne auf dem Wasserweg. Aber ganz so mondän geht’s hier nicht zu.

Das Anlegen am Nachmittag im Kanu oder im Ruderboot ist kein Hexenwerk. Trickreich wird es, wenn sich die Gäste gegen Mitternacht auf den Heimweg zu ihren eigenen Cottages am See aufmachen. Da kommt das Schiff schon mal ins Wanken, auch wenn kein Wellengang herrscht.

Die Vorbereitungen für so eine Essenseinladung am See sind eine logistischetapas-ente Herausforderung. Wein, Lebensmittel und selbst das Trinkwasser müssen im 16 Kilometer entfernten Supermarkt eingekauft und anschließend mit dem Ruderboot an Land gebracht werden. Das macht Appetit – und angeblich auch fit.

Was serviert man kanadischen Freunden an so einem Abend? Selbst kreierte Tapas zum Beispiel. Da darf dann in Ermangelung einer mallorquinischen Chorizo gerne auch eine polnische Kolbassa verwendet werden. Auf ausdrücklichen Wunsch der Gäste gibt’s als Hauptspeise Schwäbische Krautspätzle. Und weil auch die kanadische Komponente nicht zu kurz kommen soll, wird zum Nachtisch ein köstliches Dessert mit frisch gepflückten Blaubeeren aus Québec serviert.

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Sommer: Leise plätschert der See

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Foto: © Bopp

Die heutige Bloghausgeschichte kommt live aus dem Blockhaus: Auch wenn Petrus den Thermostat ruhig ein bisschen höher drehen könnte, lässt es sich am Lac Dufresne wunderbar aushalten. 20 Grad für einen Juli-Nachmittag sind zwar nicht gerade die Welt. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt.

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Foto: © Bopp

Das Seekino spuckt auch so wunderbare Bilder aus: Fischreiher und Kanadische Seetaucher holen sich fangfrische Ware aus dem blitzsauberen Lac Dufresne. Ein schmatzender Kolibri hängt am Zuckerwassertropf und kriegt den Hals nicht voll. Blue Jays, Red Robins, Kohlmeisen, Red-winged Blackbirds, Spatzen und jede Menge Finken bieten mit ihren spektakulären Drohnen-Landungen auf dem Vogelhäuschen Live-Entertainment für lau.

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© Bopp

Das Streifenhörnchen, das mit der Lässigkeit des Cirque-de-Soleil-Akrobaten vom Hausdach auf einen Ast und von dort aus aufs Vogelhäuschen springt – das alles für eine Handvoll Körner.

Der Waschbär, der plötzlich zwischen den Butterblumen auftaucht und dezent schnaubend übers Grundstück streift, als wolle er einfach nur kurz mal Hallo sagen. Und so ganz beiläufig fragen, ob’s was zu futtern gibt.

Derweil freut sich der Blogger Im Schatten der Thuja über die zahlreichen Besucher auf seiner Seite, die ihm auch dann die Treue halten, wenn nicht jeden Tag taufrisch gepostet wird.

Ihnen allen noch einen wunderschönen Sommer mit traumhaften Sonnenuntergängen!

Buchtipp: Hier geht’s zum Glück

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Die dreizehn gücklichsten Länder der Welt hat Maike van den Boom bereist und darüber ein Buch geschrieben. Kanada war eine der Glücksnationen, Deutschland nicht.

Kaum war die Druckerschwärze getrocknet, da schnellte das Erstlingswerk der Deutsch-Holländerin aus Bonn in die Bestsellerlisten. Kein Wunder: „Wo geht’s denn hier zum Glück?“ ist ein rundherum hinreißendes Buch. Es bietet nicht nur jede Menge Lebenshilfe, sondern auch Infos über Land und Leute in den von Maike bereisten Ländern.

Costa Rica, Dänemark, Island, die Schweiz, Finnland, Mexiko, Norwegen, Kanada, Panama, Schweden, Australien, Kolumbien und Luxemburg – akribisch wie eine Buchhalterin besuchte Maike van den Boom ein Land nach dem anderen.

Als Kanada im Herbst 2013 auf ihrer Agenda stand, hatte auch ich das Vergnügen, diese ungewöhnliche Frau kennenzulernen.  >> Hier geht’s zum Blogpost über unser erstes Treffen <<

Wer auf der Suche nach einer unterhaltsamen und dabei äusserst lehrreichen Frühlings-, Sommer-, Herbst und Winterlektüre ist, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Erfrischend sympathisch im Stil, professionell in der journalistischen Herangehensweise, voll gestopft mit „How to„-Informationen – ein kleines Juwel ist der Wahl-Bonnerin mit holländischer Mutter und einem Vater aus Hamburg gelungen. Kein Wunder, dass sich inzwischen die Talkshows um die studierte Kunsttherapeutin reissen.

Ein Fazit des Buches verriet die Autorin dem Magazin „Focus“ so: „Glück kommt nicht von allein. Man kann oder muss es sich sogar erarbeiten“. Ein glückliches Leben, sagt die Mutter einer achtjährigen Tochter, sei „ein ständiges Justieren der Stellschrauben eines Lebens“.

Maike van den Boom Wo geht’s denn hier zum Glück? Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können – S. Fischer Verlage  –  ISBN: 978-3-8105-2297-9