Bitte sagt nie wieder „Malle“!

cropped-blumenbanner.jpgZwei Dinge sorgen in Mallorca-Foren immer wieder für Aufregung: Wenn User statt Mallorca „Malle“ schreiben. Und wenn sie statt „auf Mallorca“ „in Mallorca“ sagen. Schlimmer geht immer: Fehlt nur noch, dass jemand von seinen Erfahrungen „auf Palma“ berichtet.

Mallorca ist ein wunderschöner Name für eine traumhaft schöne Insel. Jedesmal, wenn jemand „Malle“ schreibt, sagt oder singt, stehen mir die Nackenhaare zu Berge. Was für eine abwertende Bezeichnung für ein geografisches Juwel! Sagt etwa jemand „Kanne“ statt „Kanada“? Oder „Sylle“ für Sylt? Nie gehört.

Abgeleitet wurde der Name Mallorca Wikipedia zufolge von dem lateinischen Namen „insula maior“, im Vergleich zur Nachbarinsel Menorca also „die größere Insel“.

Wann die hässliche Wandlung von Mallorca in Malle angefangen hat, ist schwer zu sagen. Vermutlich stammt die Begriffssünde aus den Urzeiten des Neckermann-Tourismus, als „Malle“ noch „die Putzfraueninsel“ genannt wurde.

Schrecklich, mit welcher Überheblichkeit manche Menschen sich an die Verballhornung von Namen und Schauplätzen machen, an denen sie womöglich noch nie waren und sie allenfalls besuchen werden, sollten sie einmal im Preisausschreiben gewinnen.

In einem der Foren, die ich regelmäßig besuche, haben es Stamm-User aufgegeben, Neulingen die „Malleritis“ auszutreiben. Stattdessen wird gerne ein Wikipedia-Link gepostet. „Malle“, heißt es dort, „ist eine Gemeinde in der belgischen Provinz Antwerpen mit 15.013 Einwohnern“.

Malle in Belgien passt also. Malle im Mittelmeer geht gar nicht. Deshalb eine Bitte an alle, denen die Schönheit meiner Lieblingsinsel am Herzen liegt: Bitte sagt nie wieder Malle!

Sommerfeeling im Januar

finca„25 Grad“, sagt der Sohn in Kanada, „das hatten wir auch. Minus!“ In Kanada kleidet man sich im Winter nach dem Prinzip der Zwiebelschale. Viele Schichten übereinander geben wärmer als ein dicker Parka. Auch bei der heutigen Wanderung von Inca bis zum Kloster Magdalena und zurück war das Zwiebelschalen-Prinzip angesagt. Nur umgekehrt.

Es wurde heiss und heisser und irgendwann knallte die Sonne auf den Kopf und ein Sommerfeeling machte sich breit wie seit letztem August nicht mehr. Winterwanderung im Januar? Von wegen. Sommerwanderung im mallorquinischen Winter.

Die Strecke von Inca zum Kloster Santuari de Santa Magdalena gibt imposante Ausblicke frei. Zwar liegt das ehemalige Nonnenkloster nur weniger als 300 Meter über dem Meeresspiegel. Aber der Anstieg ist streckenweise steil und teilweise auch steinig. Alles in allem aber nicht sonderlich schwierig und somit gerade richtig für die erste Wandertour der Saison.

Die Fernsicht vom Puig de Santa Magdalena ist spektakulär. Im Norden sind die wilden Küstengebirge Serra del Cavall Bernat und Serra d’ Albercutx zu sehen. Zwischen den Buchten von Pollença und Alcúdia erhebt sich die Halbinsel Sa Victòria aus dem Meer.

Das wahre Naturwunder spielt sich jedoch nicht erst auf dem Gipfel des Berges ab, sondern links und rechts des Wanderweges, der am Ortsausgang von Inca beginnt. Traumhaft gelegene Fincas wechseln sich ab mit bescheidenen Bauernhäusern. Hier hat die Natur mal wieder voll zugelangt: Orangen, Zitronen, Feigen, Bougainville und Weinreben. Und dann natürlich Tausende von blühenden Mandelbäumen, die ihren süßen Duft verstreuen, als wollten sie den Wanderer damit bezirzen.

Ein herrlicher Tag also, der mit einer Busfahrt von Palma nach Inca begonnen hatte und in einer Bahnfahrt in umgekehrter Richtung seinen Abschluss fand.

Zur kompletten Bildergalerie geht’s  >> HIER  <<

Wo im Januar die Mandeln blühen

bannSelten früh blühen in diesem Jahr die Mandelbäume auf Mallorca. Zu früh, sagen die Bauern, denen die ungewöhnlich warmen Wintertage, verbunden mit großer Trockenheit, Sorge bereiten. Nie zu früh, sagen die Besucher der Insel, die angesichts der Blütenpracht aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

„Bittermandeln“, schreibt die Kennerin aus dem Mallorca-Forum, „haben sowohl weiße, als auch zartrosa Blüten. Längliche Mandeln (Llargueta) haben weiße Blüten und rundliche, süße  Mandeln (Marcona) haben rosa Blüten“.

Soviel zu den Farben. Jetzt zu den Bildern. >> Hier <<  sind sie. Entstanden während einer siebentündigen Inselrundfahrt mit einem liebenswerten Teilzeit-Residente am Steuer, der im Hauptberuf „in Kranen“ macht. Danke, Wolli!

So viel Blütenpracht macht hungrig. Zeit für einen Zwischenstopp zum Mittagessen. Mallorquinische Spezialitäten sind angesagt: Spanferkel, gebratene Innereien, Lamm, Fischsuppe mit Reiseinlage.

Bon profit! Buen provecho! Guten Appetit!

Viel Schall und jede Menge Rauch

feuerbannerWenn Sant Sebastià, der Schutzpatron von Palma de Mallorca, geehrt wird, verwandelt sich die Insel-Hauptstadt schon am Vorabend in eine riesige Grillparty.

Die Stadtverwaltung stellte 284 gußeiserne Grillgestelle, 17 Tonnen Holzkohle und 230 Tonnen Sand zur Verfügung. Zum ersten Mal gab es auch zwölf Grillstellen für Gemüse und vegane Lebensmittel.

Die Palmesanos kamen in Massen, um mit Freunden und Familie Würstchen, Steaks oder Spieße zu braten. Es wurde gesungen, getrunken und getanzt. Ein Dutzend Open-Air-Konzerte, verteilt über die ganze Innenstadt, lockten die Besucher bis in die frühen Morgenstunden an.

Übrigens: Rechtzeitig zum Sonnenaufgang haatte die Stadtreinigung bereits volle Arbeit geleistet. Plätze und Gassen, in denen sich Stunden zuvor noch der Abfall türmte, sahen wie geleckt aus. Bravissimo, Palma!

Feiern Sie mit. >> Hier << gibt’s jede Menge Bilder.

Hundstage mit Gottes Segen

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Wenn es auf Mallorca etwas in ähnlicher Menge gibt wie Sand am Meer, dann sind es Tiere: Esel, Pferde, Katzen, Ziegen, Kanarienvögel, Hamster. Vor allem aber Hunde.

Heute, am Fest des Sant Antoni, werden in vielen Städten und Dörfern der Insel Tiere aller Art gesegnet. In Palma zogen Hunderte von Herrchen und Frauchen mit ihren Haustieren an unserer Haustür vorbei.

Von der Kathedrale aus verlief eine Prozession durch die schmalen Gassen der Altstadt über die Plaça Major bis zum Kloster Sant Antoniet.

Dort wurden die Tiere von einem Priester mit den Weihen der Katholischen Kirche gesegnet. Einige Eindrücke davon finden sie  >> HIER <<