
3. ETAPPE: 32 Km von Castilblanco de los Arroyos nach Almadén de la Plata
Ehe Sie beim Anblick der 32 Etappen-Kilometer vor Ehrfurcht in die Knie gehen, gleich ein Geständnis: Wir sind nicht die ganze Strecke gewandert.
Für etwa die Hälfte davon haben wir die Mitfahrgelegenheit einer jungen Frau aus dem Dorf angenommen. Das war ein Lichtblick an einem wolkenverhangenen Morgen, denn die ganze Strecke hätten wir unmöglich geschafft.
Wie eine unsichtbare Wand hatten wir die Länge der heutigen Etappe vom ersten Tag an vor uns hergeschoben. Mehr als 25 Kilometer liegen außerhalb unserer Komfortzone. 32 hätten uns in die Knie gezwungen.
Was also tun? Zwischen den Dörfern Castilblanco und Almadén einmal wieder: Nichts. Keine Bar, kein Café, keine Bushaltestelle. Nicht einmal eine Wasserquelle.
„Nehmt euch ein Taxi!“, hatte uns Gitta am Vorabend getextet, eine Mallorca-Freundin, die mehr Caminos hinter sich hat als ich Haare auf dem Kopf.
Und auch der Hamburger Pilger mit schwäbischen Wurzeln befreite uns schon beim Abendessen von etwa aufkommenden Schuldgefühlen: Nur die wenigsten Pilger würden die ganze Strecke zu Fuß zurücklegen, zumal ein Großteil davon entlang einer viel befahrenen Landstraße liegt.
Doch auch der restliche Teil der Etappe war nicht von schlechten Eltern.
Nach einem Dutzend zähen Kilometern durch Korkeichen–Wälder und Olivenhaine machte der Felsweg einen jähen Anstieg – so, als müsste uns der Heilige Jakobus daran erinnern, dass wir Pilger sind und keine Spaßtouristen.
Ein bisschen fremdeln wir noch immer mit diesem Camino. Aber es wird besser und mit jeden Tag haben wir uns ein klein bisschen mehr lieb.
Obwohl wir uns geschworen hatten, nicht bei jeder Gelegenheit Vergleiche mit der letztjährigen Wanderung auf dem Jakobsweg heranzuführen, werden wir hin und wieder rückfällig.
Keine Frage: Der Camino Frances war landschaftlich abwechslungsreicher als das, was wir bisher auf der Via de la Plata erlebt haben. Es gab mehr kuschelige Dörfer entlang des Wegs und somit mehr Bars. Und irgendwie auch mehr Geschichten.
Aber wir sind erst am Anfang unserer Wanderung. Zwischen hier und Santiago de Compostela kann noch viel passieren.
An der Verpflegung mangelt es jedoch bisher nicht. Der Landgasthof, in dem wir heute die Nacht verbringen, ist auf Wild spezialisiert. Entsprechend lecker war das, was uns eben serviert wurde.
So schicken wir an diesem kühlen, leicht regnerischen Samstagabend aus dem andalusischen Hinterland ein ungebrochen optimistisches BUEN CAMINO in die weite Blogwelt hinaus.






















































































