Die Packliste für den Camino

Packen für den Camino – das ist eine Herausforderung der besonderen Art. Wer zweieinhalb Monate lang sein Schneckenhaus auf dem Rücken trägt, muss genau überlegen, was mit kommt und was daheim bleibt. Immer im Hinterkopf: Die Kleidung muss wasserdicht sein, dabei aber gleichzeitig atmungsaktiv und warm. Und immer spielt das Gewicht die Hauptrolle.

Lore kann nicht mehr als 6 Kilo schleppen, ich komme bei 8 Kilo an meine Grenzen. Es kommen ja immer auch noch, je nach Etappe, ein bis zwei Liter Trinkwasser dazu.

Weil wir immer mal wieder danach gefragt werden – hier ist meine Packliste:

  • Hochwertiger Rucksack, z.B. VAUDE oder OSPREY (35 L) Gepackt sollte er nicht mehr als 8 Kilo wiegen
  • Regenüberzieher für den Rucksack
  • Regenfester, atmungsaktiver bis unter den Hintern reichender Anorak. Am besten mit Innentaschen.
  • Bequeme Wanderhosen mit abnehmbaren Beinen – nicht zu eng. Wir sind hier nicht auf dem Laufsteg!
  • Ersatzhose für Abends oder wanderfreie Tage (KEINE Jeans, die sind zu schwer. Irgend etwas Leichtes)
  • Regenhosen zum schnellen Überziehen über die Wanderhose.
  • Knöchelhohe Wanderschuhe mit festem Halt. Sie sollten sowohl für stundenlanges Wandern als auch für leichte Kletterpartien tauglich sein. Ich habe „MERRELL Flexconnect Hyperlock“.
  • 1 Paar leichte Halbschuhe, Sketchers o.ä. für abends
  • 1 Paar Plastiklatschen aus Hygienegründen für die Dusche
  • 2 schnell trocknende T-Shirts
  • 1 langärmliger, dünner Pulli aus Merino-Wolle, evtl. für die Nacht oder kalte Tage. (Riechen nicht!)
  • 1 weiterer langärmliger, dünner, aber warmer Pulli. Wir verwenden Kaschmir. Merino-Wolle hat sich auch immer bewährt, weil auch nach mehrmaligen Tragen geruchsfrei. Immer gut: Anziehen in Schichten nach dem Zwiebelschalen-Prinzip.
  • 1 schnell trocknendes Sporthemd für abends
  • 3 schnell trocknende Unterhosen
  • 1 Paar lange Unterhosen für kalte Tagen, evtl. zum Schlafen. Auch hier eignet sich Merino-Wolle am besten.
  • 1 schnell trocknendes und absorbierendes Handtuch, das notfalls als Schal benutzt werden kann.
  • 2 Paar eng anliegende spezielle Wandersocken, die evtl. bis zum Knie reichen und gleichzeitig Stützstrumpf-Funktion haben.
  • 1 Paar Perlonsocken als erste Schicht unter den Wandersocken, um Blasen zu vermeiden.
  • 1 Paar kurze Socken für abends.
  • 1 Paar leichte Handschuhe für kalte Tage
  • Spezial-Schlafsack: Leicht, aber warm
  • Baseballkäppi, Wollmütze und/oder mehrere bunte Bandanas, die wahlweise als Kopfbedeckung (bei starker Sonneneinstrahlung) oder Halstuch dienen.
  • USB-Ladegerät mit zwei Steckmöglichkeiten. (Oft gibt es in Wanderhütten und Hostels nicht genügend Steckdosen.)
  • Gute Kopfhörer für Music on the Go (oder in meinem Fall Hörbücher)
  • Ohrenstöpsel gegen Schnarchattacken in den Hostels. 
  • Leichter Toilettenbeutel, am besten durchsichtig zum schnellen Finden.
  • 1 Paar Teleskop-Wanderstöcke. Es müssen nicht die teuersten sein. Wichtig ist, dass sie beim Abstieg nicht einknicken, falls man sich mit vollem Körpereinsatz aufstützt.
  • Alles wird je nach Anwendung (Socken für sich, Hemden für sich, Pullis für sich etc.) in separate, stabile Plastiktüten mit Zip-Verschluss gepackt und im Vakuumverfahren platzsparend zusammengepresst. Das hat den Vorteil, dass man nicht jedes Mal den kompletten Rucksack durchsuchen muss, um etwas zu finden. Außerdem schützen ZIP-Locks vor Nässe. Auch Pässe, Dokumente etc. sollten bei Regen zusätzlich in ZIP-Locks gepackt werden.
  • Bücher, Musik, Kartenmaterial sammeln wir alles in diversen Apps auf unseren iPhones. Die fungieren auch als die einzigen Kameras, die wir dabei haben.
  • Notwendige Medikamente teilen wir uns auf, falls ein Rucksack gestohlen werden sollte. Und natürlich müssen auch sie wasserdicht verpackt werden.
  • Ganz wichtig: Vaseline (in Deutschland wird gerne Hirschtalgsalbe verwendet) für die Füße, um Wasserblasen zu verhindern.

Billig reisen ist anders. Weil jedes Stück handverlesen und entsprechend hochwertig ist, kommen pro Person schnell 2500 Dollar zusammen.

6 Gedanken zu „Die Packliste für den Camino

  1. Bei so einer langen Wanderung übt man sich auch in modischer Demut. Wir haben viele Pilger getroffen, die neben ihren Wanderstiefeln gar kein 2. Paar Schuhe dabei hatten und damit viele Wochen, sogar Monate unterwegs waren.

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  2. Die Nylonstrümpfe im aktuellen Frühlingston „bahama-beige“ bringen etwas Farbe in das Unternehmen. :)
    Ich glaube, mit dieser Beschränkung über lange Zeit hätte ich so meine Probleme. Meine Frage wäre auch eher: WIE um alles in der Welt kann man mit 3 Paar Schuhen (inkl. Plastiklatschen) auskommen?

    LG Prensal

    Gefällt 1 Person

  3. Auf das zweite Paar Schuhe freut man sich schon den ganzen Tag. Oft sind die
    Wanderschuhe nass oder verdreckt. Bei so reduziertem Kleidungsangebot fuer
    so lange Zeit ist es einfach schoen, wenigstens ein Minimum an Abwechslung zu haben.

    Gefällt 2 Personen

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