
Nein, die BLOGHAUSGESCHICHTEN werden nicht umbenannt, auch wenn der Titel „KRANKHEITSGESCHICHTEN“ so langsam durchaus treffend wäre. Ohne die Liste meiner kleinen und nicht so kleinen Zipperlein zum x-ten Mal aufzuführen, geht es heute um nicht mehr und nicht weniger als … um einen Schluckauf.
Das hört sich lustiger an, als es ist. Wer einmal alle 10 bis 20 Sekunden von einem rätselhaften Schluckauf heimgesucht wird, hat nichts zu lachen.
Jetzt, da sie vorbei ist, kann ich es ja erzählen: Es war eine Horrorwoche, diese hebdomada horribilis, wie ich sie noch aus den wenigen Lateinstunden meines Schülerlebens in Erinnerung habe.
Dabei hatte die Woche so vielversprechend angefangen. Nach einer zwar schmerzhaften, aber offensichtlich wirksamen Epidural-Injektion sah es so aus, als hätten sich die gruseligen Rückenbeschwerden vorübergehend verabschiedet, an denen ich seit langer Zeit leide. Neben Cortison wird zusätzlich ein Betäubungsmittel in die Wirbelsäule gespritzt, um Schmerzen zu lindern.
Kaum vom neurologischen Krankenhaus wieder daheim, passierte etwas Sonderbares. Es meldete sich ein Schluckauf, wie ich ihn bisher nur nach Trinkgelagen oder zu üppigen Tafelrunden kannte.
„Wird schon wieder vergehen“, tröstete mich Lore – immer darauf bedacht, dem schwächelnden Gatten auch in dunklen Zeiten die bestmögliche Perspektive zu bieten.
Aber nichts verging. Nicht nach einer Stunde und auch nicht nach einem Tag. Der ständige „Hiccup“, wie dieses eigentlich harmlose Leiden im Englischen treffend heißt, blieb – und trieb nicht nur mich bis in die tiefe Nacht fast in den Wahnsinn, sondern auch die Frau an meiner Seite.
Schließlich der Anruf im Krankenhaus: Ein heftiger Schluckauf könne in extrem seltenen Fällen als Nebenwirkung von Epidural-Behandlungen auftreten. Meistens löse sich das Problem von selbst.
Wie selten ist „extrem selten“? Etwa 0,001 Prozent, sagt das Internet. Macht, auf ganz Kanada verteilt etwa 400 Fälle pro Jahr. Sie ahnen es: Ich gehöre dazu. Gratulations-Bezeugungen nicht nötig.
Welche Horrorszenarien einen beschleichen, der an permanentem Schluckauf leidet, erspare ich Ihnen. Nur so viel: Die Angst schluckt mit:
Werden sie mich in der U-Bahn für verrückt halten und mir im Café mit Rausschmiss drohen? Wie werden meine Mitbewohner reagieren, wenn ich sie im Aufzug mit Schluckauf begrüße – und wieder verabschiede?
Der Horror-Hickser ist weg, die Erinnerung bleibt. Hoffentlich nur ein Schluckauf der Geschichte.