Eigentlich sollte es nur ein Spaziergang am Samstagnachmittag werden. Mit dem Bus von Palma nach Banyalbufar. Danach zu Fuß zwei Stunden zu dem kleinen Fischerhafen Port des Canonge und wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Weil aber „hin und zurück“ so gar nicht unser Ding ist, bogen wir nach der Rast in Port des Canonge einfach in den Alten Fischerweg ein. Schließlich landeten wir in Esporles. Von dort aus brachte uns der Bus wieder zurück nach Palma. Macht zusammen um die 15 Kilometer zu Fuß. Das reicht für einen gemütlichen Samstagnachmittag.
Und wieder einmal drängte sich die Frage auf: Was hat diese Insel eigentlich noch alles an geballter Schönheit zu bieten?
Durch schattenspendenden Kiefernwald geht es vorbei an bizarren Felsformationen. Schließlich dann in der Tiefe ein Höhepunkt der Wanderung: Die weitgeschwungene Bucht von Port des Canonge mit ihren Kiesstränden bis hin zu einem idyllischen Hafen. Von dort aus lassen noch immer die Fischer ihre Boote ins Meer.
Der Anstieg von Port des Canonge in Richtung Esporles ist steil und wirft schon mal die Frage auf: Warum haben wir eigentlich nicht doch die bequemere Wanderung zurück nach Banyalbufar gewählt, statt das Landesinnere anzupeilen?
Ein paar Kilometer weit teilen wir uns die Landstraße mit Porsches, Motorrollern und pubertierenden Teenagern, die auf Motorrädern bei Tempo 120 atemlos eine doch so atemberaubend schöne Landschaft an sich vorbeifliegen lassen.
Irgendwann dann der gemäßigte Abstieg in Richtung Esporles. Ein letzter Blick über fruchtbare Täler, in denen Weintrauben, Aprikosen, Orangen, Feigen und Zitronen um die Wette wuchern. Das Ganze wieder einmal vor einer zauberhaften Bergkulisse.
Wer Mallorca kennenlernen will und einigermaßen gut zu Fuß ist, sollte sich diese Wanderung nicht entgehen lassen. (Danke für den Tipp, Wolli. Mehr davon!)
Noch mehr Meer gibt’s hier:

Es quietscht und pfeift und rauscht und summt. Jeder Schritt auf den gepflasterten Gassen der Altstadt von Palma hinterlässt eine Tonspur, jede Kurve ein Geräusch. Schuld sind Tausende und Abertausende von Wachskerzen, die während der Büßerprozessionen auf die Straße tropfen.
Die Palmesanos kennen das schon: Während der „Semana Santa“, der Karwoche, wächst der Lärmpegel mit jedem Tag um ein paar Dezibel. Wo am Abend noch in friedlicher Eintracht Hunderte von Büßern durch die Stadt prozessieren – viele in Kapuzen, manche barfuß und mit Ketten im Schlepptau – ist am Morgen danach ein Pfeif- und Schleifkonzert zu hören. Ein fahrendes Auto hört sich übrigens um ein Vielfaches dramatischer an.
So gefährlich sei die „Semana Santa“, behaupten einige Stadträte, dass sich Versicherungen geweigert hätten, die Stadt für die Folgeschäden der Wachsspuren zu versichern.

