
2.9 Kilometer – so viel bin ich heute gelaufen. Eigentlich kaum der Rede wert für jemanden, der noch als Siebzigjähriger in 41 Tagen fast 900 Kilometer den Jakobsweg gewandert ist. Aber früher war früher und jetzt ist jetzt. Jetzt, das sind gerade mal 5 Wochen nach einer schweren OP, die mir viel Kraft geraubt, aber auch viel Hoffnung gegeben hat. 2.9 Kilometer sind ein Rekord für mich.
Genau genommen führte mich mein kleiner Camino vorhin gerade mal von einer Brücke zur nächsten: Von der Fußgängerbrücke, die von uns aus zum „Atwater Market“ geht, bis zur „Pont des Seigneurs“ am Lachine Kanal entlang, immer Richtung Stadtmitte.
Es war ein heißer Spätsommertag – eigentlich zu heiß für so einen Gewaltmarsch. Aber wie meistens im Leben: Et hätt noch immer jot jejange, wie meine links-, rechts- und mittelrheinischen Freunde sagen würden.
Noch sind die OP-Wunden nicht ganz verheilt und auch die Energie ist erst bei gefühlten 70 Prozent. Aber was will man mehr, knapp fünf Wochen, nachdem sie dir die Milz ganz und die Bauchspeicheldrüse zu zwei Dritteln entfernt haben?
Eine Riesenhilfe bei dem heutigen Marathon war mir mein neuer Rollator. Stöcke waren gestern, sie haben mir jahrelang gute Dienste erwiesen. Aber bei fortschreitender Polyneuropathie haben sie irgendwann ausgedient.
Es ist nicht irgendein Rollator, den ich mir angeschafft habe. Er hat einen Carbon-Rahmen und ist der angeblich leichteste auf dem Markt. Mit seinen 4.8 Kilo lässt er sich notfalls mit dem Mittelfinger über eine Schwelle tragen. Lore nennt ihn „deinen Porsche“.
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