Jakobus weint – und wir lachen wieder. Unsere Entscheidung, die Via de la Plata nicht zu Ende zu wandern, fühlt sich gut an. Und die Reaktionen darauf gehen ans Herz.
Neben den Kommentaren hier im Blog gab es auch auf anderen Kanälen ein Feedback.
So kürt uns mein Kumpel Uli aus dem Oberschwäbischen fast zu Helden:
„Es ist bewundernswert, wenn es Menschen gibt, die öffentlich bekennen, dass sie erkannt haben, dass sie eine Aufgabe nicht meistern können, weil sie nicht zu meistern ist. Ich halte das für wahre Stärke!“, schreibt er auf Facebook.
Stuttgart-Omi aus dem Mallorca Forum: „Ich gratuliere, dass Ihr für Euch bestimmt die richtige Entscheidung getroffen habt. Man muss schon über den eigenen Schatten springen, sich selbst einzugestehen, dass ‚man sich mit einer Idee vergalloppiert“ hat. Ich habe keinerlei Zweifel, dass Ihr auch die 1.000 km geschafft hättet. Wenn, ja wenn alles andere eben gestimmt hätte. Aber es scheinen sich einige kleine Unstimmigkeiten eben zu einer größeren zu addieren. Deshalb ist es am besten, wenn Ihr die Euch verbleibende Zeit besser zu Dingen und Unternehmungen nutzt, die Euch im Moment mehr Spaß machen und dadurch auch mehr Gewinn bringen.Könnte mir vorstellen, dass das Meer, an das Ihr nun noch wollt, auf einer bestimmten Insel liegt!?! Genießt die Zeit und seid stolz auf die zurückgelegten 150 km!!! Und an neuem Ort kommen ja vielleicht noch welche dazu.“
Armando aus Mallorca postet ebenfalls auf Facebook: „Hab deine Geschichten über den Camino sehr gerne gelesen, haben sie mich doch ein wenig an unseren erinnert. Genießt es in Madrid und am Meer. Der Camino läuft nicht davon.“
„So I’m not the only one who didn’t finish the Camino„, schreibt Izadora, eine Mitpilgerin, die inzwischen in ihr Heimatland Brasilien zurückgekehrt ist. „Too ooo hard and toooooooooooooo long!“
Marcel aus Köln textet: „Das ist wohl die richtige Entscheidung. Was bringt es, sich auf dem Camino zu quälen, wenn sich der Mehrwert in Grenzen hält.“
Björn, ein Kumpel aus Mallorca: „Ich denke, ihr habt alles richtig gemacht. Immer etwas ausprobieren und wenn man merkt, es ist doch nicht so, wie gedacht, dann einfach den Plan ändern. Wobei mir die „Abendlektüre“ jetzt schon ein wenig fehlen wird.“
Claudia, eine begeisterte Mallorca-Wanderin: „Och schade, aber jeder muss seinen Weg finden… Daher trotzdem 👏“
Gitta, die schon viele Caminos hinter sich hat und erst vorgestern wieder einige Etappen auf der Via de la Plata in Angriff genommen hat: „Ihr müsst doch auch keine Dinge tun, die keinen Spaß machen.“
Carlo aus Bayern haben wir letztes Jahr auf dem Camino Frances kennengelernt. Er schreibt;
„Schade, aber so wie Du geschrieben hast war es kein Spass. Ohne Bars und andere Pilger hätte ich auch keinen Bock! Meine Frau und ich machen nächstes Jahr den portugiesischen Jakobsweg. Der soll sehr schön sein an der Küste entlang und nur 250 km lang. Vllt. ist das noch eine Variante für euch?“
Peter aus Santa Barbara/Kalifornien: „Sounds like a common sense decision. Unless you are a total masochist. I believe, any activity needs a component of fun. Great decision!“
Birgit, eine Bekannte aus dem Mallorca Forum: „Schade, ich bin so gerne mit Euch mitgewandert und habe auch mitgelitten, so bildlich wie Du wieder mal alles beschrieben hast. Aber es soll ja Spaß machen und keine Qual, ich bin mir sicher, wir hören bald wieder fröhliche Geschichten aus den schönsten Ecken Spaniens und vielleicht gibt es ja auch noch ein Finish mit ein paar Butterbrot Wanderungen auf unserer Lieblingsinsel! Who knows? Viel Spaß, Ihr Backpacker!“
Mein wunderbarer Freund Peter aus Sherbrooke, Philosoph vor dem Herrn: „Also leichte Kehrtwendung in Südosten – in Madrid und später in südlicher Sonne macht ihr den Camino zum Jardino und werdet die aufgestauten Frustrationen schnell abstreifen. Du hast es ja immer wieder betont, Herberto, dass ihr nichts mehr beweisen müsst, und das hat wohl auch eure Entscheidung motiviert. Nun heisst es: entspannen, Seele baumeln lassen und die geplagten Beine auf sanften Tourismus einstellen. So hätten wirs bestimmt auch gemacht, denn man hat ja doch immer einen „PLan B“ im Hinterköpfchen. Komisch, wir haben beide angesichts dieser Neuigkeit unwillkürlich etwas aufgeatmet, denn jetzt sehen wir euch wieder lächeln und ins dolce-far-niente übergehen.“
Mario aus Leipzig: „Beim nächsten Mal wandert Ihr den Lutherweg. Ich garantiere Dir, gutes Essen und Trinken wird nicht fehlen.
Rüdiger vom Deutschen Reiseradio: „Ganz bestimmt die richtige Entscheidung. Geniesst jetzt die Sonne!“
Andrea aus Ulm: „Ich kann Euch zu dieser Entscheidung nur beglückwünschen und hoffe, dass jetzt viele schöne interessante Begegnungen und Entdeckungen auf Euch warten.“
Theresia, eine Mallorca-Verbindung: „Alles kann, – nichts muss. Vielen Dank für deine Reisegeschichten„.
Torsten, ein Radiokollege und Buchautor aus Hamburg: „Dann wäre im kommenden Jahr eigentlich mal wieder Überwintern auf Mallorca dran. Eigennützig wäre ich dafür! Let‘s Bosch!“
Und dann ist da wieder mein rheinischer Freund Stefan, der das Ganze kurz und bündig auf den Punkt bringt: „Gut, dass Ihr die Quälerei aufgehört habt‘!“
Es gibt noch Dutzende weiterer Rückmeldungen, für die ich mich sehr herzlich bedanke. Schön, dass Ihr uns begleitet habt- und dies hoffentlich auch künftig tun werdet.
Zufriedene Backpacker-Grüße aus dem Zug zwischen Salamanca und Madrid!
Herbert und Lore
