Ein bisschen Chaos in Montréal

dorvalDa sind wir wieder! Nach fünf Monaten Mallorca sind wir heil in Montréal gelandet. Und mit Montréal kam das Chaos. Weil unerwartet viele Maschinen gleichzeitig ankamen, mussten vor den Schaltern der Einreisebehörden Tausende stundenlang warten. Wir gehörten auch dazu.

Menschenmengen in einem Flughafen wie diese hatte ich seit meiner Ankunft in Montréal vor 30 Jahren nie gesehen. Eine nicht enden wollende Schlange zog sich von der Brücke aus, die vom Flieger in den Airport-Bereich führt, über sämtliche Flure und Rolltreppen bis hin in die riesige Empfangshalle, von wo aus die Passagiere bei der Einreise abgefertigt weden.

Wenn zwischen der Ankunft im Flughafen und dem Besteigen des Taxis mehr Zeit vergeht als der Flug von Palma nach Frankfurt benötigt, dann ist Gelassenheit gefragt. Die hatten wir. Fünf Monate Mittelmeer sind Balsam für deine Nerven.

Dass Warten zu diesem Tag gehören würde, hatte sich schon nach dem frühmorgendlichen Flug von Palma nach Frankfurt abgezeichnet.: Das Computersysten der Lufthansa war weltweit ausgefallen. Tausende von Passagieren mussten deshalb in Frankfurt zeitweise handschriftlich eingecheckt werden. Auch wir gehörten dazu.

Aber alles ist gut …

… sieht man einmal von der Textmessage der Gebäudeverwaltung ab, die uns unmittelbar nach der Ankunft in Montréal erwartet hat: „Sorry. In Ihrer Wohnung gibt es bis auf weiteres kein heisses Wasser„. Ein defekter Tank muss übers Wochenende ausgewechselt werden. Warmduschen war gestern.

Sagte ich schon, dass das Kabelfernsehen nicht mehr funktioniert? Und dass es regnet?

Ach was. Wir sind total froh, wieder hier zu sein.

Hmmm …

Sieben Winter auf Mallorca

soller,jpg copyWir sitzen mal wieder auf gepackten Koffern. Der Flieger nach Montréal kennt keine Gnade: Es geht wieder zurück nach Kanada. Fünf Monate haben wir in Palma verbracht. Es war schon unser siebter Winter auf Mallorca. Zeit für eine kleine Bilanz.

Was für eine Symbolik: Das letzte Foto vor der Abreise nach Mallorca im Januar zeigte unseren Flieger im Schneesturm auf dem Flughafen von Montréal. Das erste Bild nach der Ankunft in Palma: Ein weisses Kreuzfahrtschiff, das den Hafen verlässt. Mehr Kontrastprogramm geht nicht.

Auch jetzt suchte uns noch einmal ein Weisser Riese heim. An Pfingstmontag lag die „Allure of the Seas“, das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt, im Hafen von Palma. Als würde uns der Abschied von der Insel nicht so schon schwer genug fallen.

Der siebte Winter auf Mallorca war ein Winter der besonderen Art: Er hat uns zu Wanderern gemacht. Nicht zu Wanderern zwischen den Welten – das sind wir schon seit 30 Jahren. Aber zu Wald-, Wiesen- Tal- und Bergwanderern.

Mehr als ein Dutzend Mal haben wir den Rucksack gepackt und sind losgezogen: Nach Valdemossa und Sóller. Von Pollença auf den Puig de Maria. Oder auf den Spuren des Postboten von Esporles nach Banyalbufar. Sinnesorgien, die nur jemand nachvollziehen kann, der selbst schon einmal bei strahlend blauem Himmel zwischen Bergen und Meer eingebettet war und nicht wusste, in welche Richtung er zuerst schauen sollte: Bei so viel Schönheit. So viel Abwechslung. So viel geballter Natur.

Noch eine neue – freilich sehr subjektive – Erkenntnis: Der Winter auf Mallorca ist schöner als der beginnende Sommer. Im Januar, Februar und März geht es entspannter zu als im April und Mai. In den Wintermonaten verlieren sich ein paar Touristen in einer Handvoll Hotels, die entlang der Playa de Palma geöffnet sind. Ab Ostern ist alles anders. Mit der Semana Santa drohen die engen Gassen von Palma aus allen Nähten zu platzen.

Sommer ist, wenn du in deiner Stammbar vergeblich auf einen freien Platz wartest. Was wollen die eigentlich alle hier? Und überhaupt: Wo waren die denn alle im Januar und Februar, als der Wirt sich über jeden zusätzlichen Gast einen Ast gefreut hätte?

Klar: Wo es schön ist, bist du selten allein. Das trifft auf Mallorca ganz besondes zu. Kein Wunder, dass Dutzende von Freunden, Kollegen, Verwandten und Bekannten sich bei dir melden und dir Gesellschaft leisten. Schön? Schon. Aber solche Besuche bringen auch Veranwortung mit sich. Muss ich mich jetzt schon fürs Wetter entschuldigen? War der Restaurant-Tipp okay, oder ging was in die Hose? Und das Hotel, sollte ich das vielleicht in Zukunft nicht mehr weiter empfehlen?

Schlechte Erfahrungen? Fehlanzeige! Das heisst, doch: Ein Restaurantbesuch in Palma war zum Abgewöhnen. Statt einem Stück Fleisch mit Knochen gab’s einen Knochen ohne Fleisch. Lerneffekt: Vielleicht bestellt man in einem Straßencafé einfach kein Ossobuco. Abgesehen davon: Vorbildlicher Service, fast immer köstliches Essen. Und, mit wenigen Ausnahmen, ein Preisleistungsverhältnis, nach dem ich mich in Montréal wieder sehnen werde.

Auch wenn während einer längeren Regenperiode im Februar eine vorübergehende Entzauberung der Insel eingesetzt hatte, gibt es tausend Gründe, wieder nach Mallorca zu kommen. Im Januar 2016 sind wir wieder hier.

                        Hier gibt’s eine Best-of-Liste der >> Mallorca Memories  <<

Kurz vor Kanada: Memory-Tour

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Kurz vor Ende unseres siebten Winters auf Mallorca sind wir zu Wiederholungstätern geworden. So schön war die Wanderung von Deià nach Sollér im Februar gewesen, dass wir uns heute, drei Tage vor dem Rückflug nach Kanada, noch einmal auf den Weg machten.

Kleiner Unterschied: Endstation war diesmal nicht der Ort Sollér im Nordwesten der Insel, sondern das vorgelagerte Hafenstädtchen Port de Sollér.

Ob mit oder ohne Hafen – die Wanderung war auch diesmal wieder ein Traum. Und trotz der Wiederholung alles andere als langweilig. Im Gegenteil: Die Vegetatiion hat sich seit dem Winter dermaßen verändert, dass man zeitweise glauben konnte, eine völlig neue Tour eingeschlagen zu haben.

Wo sich im Winter die Olivenbäume noch auf sattem Grün betteten, mussten sie inzwischen mit einem braunen, vertrockneten Teppich vorlieb nehmen. Dafür servierte die Natur heute einen Obstteller wie im Feinkostladen.

Die Feigen und Aprikosen konnten während des mallorquinischen Winters vortrefflich reifen. Auch die Kirschen sind fast soweit. Johannisbrot- und Pfefferbäume brauchen auch nicht mehr lange. Orangen und Zitronen scheinen auf Mallorca ohnehin immer darauf zu warten, gepflückt zu werden.

Der größte Unterschied zwischen der Winter- und der Sommerwanderung war nicht an der Natur festzumachen sondern auf den Wegen. Während wir noch im Februar stundenlang durchs Gebirge streifen konnten, ohne einen Menschen zu treffen, waren heute Dutzende von anderen Wanderern unterwegs.

Einen Rückblick auf die Februar-Wanderung von Deià nach Sollér gibt’s  >>> hier <<<

„Allure of the Seas“ in Palma

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Ein Augenschmaus für Ship-Watchers: Vor wenigen Stunden hat das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt im Hafen von Palma festgemacht. Mit ihren 18 Stockwerken ist die „Allure of the Seas“ noch um einiges mächtiger als das Schwesterschiff „Quantum of the Seas“, das hier vor zwei Wochen andockte und sich weiter auf Weltreise befindet.

Man kann über Kreuzfahrtschiffe denken, wie man will: Fürs Auge ist so ein weisser Riese ein Genuss. Neben der riesigen „Quantum“ wirkt die ebenfalls im Hafen von Palma festgemachte „Aida“ wie eine Nussschale.

Die „Allure of the Seas“ wird Mallorca von jetzt an bis Mitte Oktober jeden Montag anlaufen. Palma ist dabei nur ein Stopp von vielen. Weitere Stationen sind Barcelona, Marseille, La Spezia, Rom, Neapel und Capri.

Der Kreuzer bedient jeden Superlativ: 372 Meter lang. 72 Meter hoch. Bis zu 6200 Passagiere plus 2300 Besatzungsmitglieder. Vier Schwimmbäder, ein künstlicher Strand. Jede Menge Bars, Discos und Shops. Baukosten: 1.2 Milliarden Dollar.

Der Kreuzfahrttourismus auf Mallorca boomt. Weil viele Reedreien Problemhäfen wie zum Beispiel in Ägypten und Tunesien nicht mehr anlaufen, kommen jetzt Passagiere immer häufiger in den Genuss von Landausflügen nach Palma.       Fotos: © Bopp
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