Die Weinbergschnecken lassen sich Zeit

JAKOBSWEG, Tag 30  –  12 Kilometer von Cacabelos nach Villafranca del Bierzo 

FÜR GOTTFRIED

Wir widmen jeden Tag unserer Pilgerreise einem Menschen, der uns viel bedeutet hat, aber nicht mehr unter uns weilt.


Geht doch: Nach dem Karfreitags-Blues von gestern hat sich wieder Osterstimmung bei uns breit gemacht. Hochsommerliche Temperaturen beflügeln eben doch die Gemüter.

Nach der gestrigen Katastrophen-Herberge in Cacabelos haben wir in Villafranca eben eine wunderbare Bleibe gefunden. Und auch der Landschaft, durch die wir heute gewandert sind, ist plötzlich wieder ein Zauber inne, der uns an die ersten Tage unseres Abenteuers erinnert.

An die Pilgerdichte werden wir uns von jetzt an wohl gewöhnen müssen. Auch heute waren wieder viel mehr von ihnen als sonst unterwegs.

Auch die Herbergssuche bleibt schwierig und zeitaufwändig. Die einsamen Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Neuerdings sind auch immer mehr Radfahrer zu sehen, die sich auf den Weg nach Santiago gemacht haben. Obwohl wir beide begeisterte Radler sind, wäre der Jakobsweg auf dem Rad aber keine Option für uns. Zu gefährlich. Vor allem auf den steilen Abfahrten ist die Unfallgefahr groß.

Das Hauptargument gegen die Fahrrad-Variante ist jedoch: Wie kann ich die herrliche Landschaft genießen, wenn ich dauernd auf der Hut sein muss?

Wegen der anderen Taktung der Strecken, die uns neuerdings durch die Herbergssuche aufgezwungen wird, sind wir zeitlich etwas in Verzug geraten. Auch heute waren es nur 12 Kilometer, die wir gewandert sind.

Dazu kommt, dass spätestens übermorgen ein heftiger Bergaufstieg mit anschließendem Abstieg auf uns wartet. Unmöglich, vorauszusagen, wie lange das Ganze dauern wird.

Wir sind jedoch nach wie vor davon überzeugt, dass wir unseren Rückflug Anfang Mai von Lissabon aus schaffen werden. Gut möglich, dass wir nach dem Erreichen unseres Ziels in Santiago de Compostela noch weiter wandern werden, vorausgesetzt natürlich, unser Zeitfenster erlaubt es.

Keine Frage: Auch wir sind nicht gegen den Suchtfaktor Camino gefeit, auch wenn wir im Vergleich zu den meisten anderen Pilgern im Schneckentempo durch die Weinberge schlendern.

Anders zwei Koreaner, die gestern Abend völlig abgekämpft in unserem Hostel eintrafen. Die Beiden hatten sagenhafte 50 Kilometer in den Bergen zurückgelegt, zum Teil bei heftigem Regen.

Und warum die Eile? Weil sie unmittelbar nach der Ankunft in Santiago nach Barcelona weiterfliegen wollen, um dort die Jungs von Barça siegen zu sehen.

In diesem Sinne schicken wir an diesem warmen Sommerabend sportliche Grüße in die weite Blogwelt hinaus und sagen:

Buen Camino aus Villafranca del Bierzo!

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