Die Angst vor Corona reist mit

Es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden, das Coronavirus lasse uns kalt. Wir sind seit mehr als einem Monat auf Reisen und werden auf Schritt und Tritt daran erinnert, dass es mit der Leichtigkeit vorbei ist. Aber sollen wir uns deshalb in Panik versetzen lassen?

Keine Frage: Wir gehören zur absoluten Risikogruppe. Über 60 und dazu – zumindest in meinem Fall – eine chronische Vorerkrankung: das perfekte Rezept für eine Ansteckung. Da helfen auch Statistiken wenig, die das Gegenteil behaupten: Ein bisschen Angst reist ständig mit.

Klar, wir könnten gegen Aufpreis unseren Rückflug nach Kanada vorverlegen. Und dann? Auch dort sind wir vor einer Ansteckung nicht gefeit. Aber zumindest wären wir in einem uns vertrauten Umfeld, falls es tatsächlich zur Quarantäne kommen sollte.

Dass die Ansteckungsgefahr auf Reisen größer ist als daheim, ist keine Frage. Aber daheim ist für uns am anderen Ende der Welt – und da müssen wir erst einmal hinkommen.

Auffallend ist, dass die Zahl der Touristen tatsächlich abgenommen hat. Vor allem Reisende aus asiatischen Ländern sind hier in Spanien so gut wie gar nicht zu sehen. Und wenn, dann tragen sie Schutzmasken im Gesicht.

Mir ist bisher niemand bekannt, der sich am Coronavirus angesteckt hat und ich hoffe, dass es so bleibt. Aber ich kenne jemand, die unmittelbar davon betroffen ist:

Eine kubanische Bekannte auf Mallorca, deren Freund in Italien studiert, musste tatenlos zusehen, wie im Voraus gebuchte Flüge, einer nach dem anderen, storniert wurden – und zwar in beide Richtungen.

Das ist bitter und das Paar tut mir leid. Aber auch hier: Man/frau ist machtlos.

Wir tun, was wir unter den komplizierten Umständen tun können. Wir achten penibel auf Hand- und Gesichtshygiene und versuchen, Massenansammlungen zu meiden.

Auch das ist leichter gesagt als getan.

Als wir gestern Abend von einer Besichtigungstour durch Madrid ins Hotel zurück wollten, waren wir gezwungen, uns einen Weg durch Hunderttausende von Demonstrierenden zu pflügen, die am Weltfrauentag auf die Straße gegangen waren.

Und morgen geht’s wieder auf den Flughafen, dann in den Flieger und schließlich wieder in ein großes Hotel – diesmal auf Mallorca.

Wir sind nicht dumm und Helden spielen wollen wir gleich gar nicht. Aber wir sind die geborenen Optimisten.

Um nicht ständig in Panik zu geraten, haben wir uns einen vorsichtig-positiven Fatalismus zugelegt.

Wird schon gutgehen. Ganz bestimmt sogar.

12 Gedanken zu „Die Angst vor Corona reist mit

  1. Gute Idee, richtige Entscheidung, finde ich. Nunseid Ihr gefühlsmäßig daheim. Und gute Gefühle stimulieren das Immunsystem.
    Auch wenn ich deutlich zur Risikogruppe gehöre, haben mein Hausarzt und ich nach einer längeren medizinischen Diskussion beschlossen, daß die Streptokokken-„Impfung“ für mein Immunsystem ausreicht. Da ich nicht zu den Herdentieren gehöre, fahre ich Auto und vermeide dadurch die einzige reale Gefahrenquelle, den ÖPNV, geschlossene Systeme ohne Frischluft.
    Ihr seid viel an der frischen Luft, Deine Abwehr hat schon viel abgewehrt. Mit und ohne Statistik: Der Virus traut sich nicht, falls er auf der Meeresluft-Insel überhaupt eine Chance zur Vermehrung hätte.
    Habt nun einen tollen Urlaub, der Euch Energie und Freude fürs kommende Jahr bringen soll!

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  2. To Stefan: take heart…these types of situations can bring out the worst in some people, but they can also bring out the best in others. Unfortunately we usually hear about poor behavior more than we do about the many acts of kindness and generosity that are not acknowledged.

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  3. The best advice I have seen: „stay calm and wash your hands.“ While we were traveling last week, four people in Florida were diagnosed with the virus; two died. One of those who died was a woman in our [yours and ours] age group. Stay calm and wash your hands. Oh yes, the only advantage of most masks is that they help stop one from touching your mouth or nose when your hands haven’t been just washed.

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  4. Bei uns ist es die Sorge, wir koennten im Ausland stranden oder – schlimmer noch – im Ausland erkranken, weswegen wir uns ganz ernsthaft ueberlegen, unsere Irlandreise im Mai abzusagen. Die Hotels koennen wir ohne Weiteres noch bis gegen Mitte April absagen, auf eine Rueckerstattung des Flugpreises muessten wir allerdings wohl verzichten, wenn nicht noch Schlimmeres in der Welt passiert – was wir nun absolut nicht hoffen.

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  5. Je mehr Menschen sich testen lassen, desto mehr bestätigte Corona-Fälle wird es geben. Sobald sich – etwa zu Vermeidung von Quarantänemaßnahmen – weniger Menschen testen lassen, werden die „Krankheitszahlen“ herunterschnellen. D.h. Man kann auch diesen Zahlen getrost misstrauen.

    „Was ist Wahrheit?“ ;)

    Brille aufsetzen, Hände waschen und sich nicht anhusten lassen!

    Ich beneide Euch um Euer morgiges Reiseziel. Alles Jute und eine schöne Zeit auf der kleinen Insel! Bin gespannt auf die Berichte. „Großes Hotel“ klingt spannend!

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  6. Auf den Balearen gibt es (Stand 9.3.) 9 Infizierte, bei 1,18 Mio. Einwohnern. 6 auf Mallorca, 1 auf Ibiza und 2 auf Menorca. Die Provinz Madrid hat 6,67 Mio. Einwohner und 577 Infizierte….

    Die Corona Hysterie sollte nicht überhand nehmen, aber es ist schön zu wissen, dass Ihr Eure Lieblingsinsel wieder besucht :-) !

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  7. Wir fliegen ja erst am 13. April nach Spanien und wir haben auch schon überlegt, ob wir absagen sollen. Bis zum 13.3. können wir das noch kostenlos – aber im Moment haben wir das nicht vor. Wir sind da ein bisschen wie ihr …. Es wird schon gut gehen! Was mich allerdings schon sehr ärgern würde, das wäre, dass in Granada die Alhambra oder in Cordoba die Mesquita für Besucher geschlossen sind.
    Aber wie gesagt: Es wird schon gut gehen!
    Viele Grüsse und noch einen schönen Coronoa-freien Aufenthalt!
    Christa

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  8. Vorsicht ja, Panik nein. Ich bin eigentlich nicht beunruhigter, als wenn eine schwere Grippewelle umgeht. Obwohl mein Wohnort zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten in Deutschland gehört – wobei wir hier gerade einmal von 50 Infizierten reden…

    Ich bin eigentlich immer recht optimistisch und auch jetzt hoffe ich das Beste, wobei das seltsam egoistisch klingt. Schließlich hoffe ich, dass mein Flug nach Porto zum Start meines Caminho Portugues nicht einer von den vielen ist, die storniert werden. Oder dass meine Pension in Porto mir absagt. Oder dass die Behörden die Herbergen in Portugal oder Galicien schließen, weil diese als Notfallquartiere genutzt werden sollen….

    Es sind noch 40 Tage bis dahin und ich hoffe wirklich, wirklich, dass sich die Lage beruhigt. So schlimm die Lage auch ist und bei allem Mitgefühl für die Kranken und die Angehörigen der Verstorbenen – ich glaube doch, dass die Medien einen nicht unerheblichen Beitrag zu einer gewissen Panik oder Hysterie schüren. Allen voran das große deutsche Boulevardblatt mit den vier Großbuchstaben…

    Aber Corona lässt mich auch grundsätzlich an der Menschheit zweifeln – mal ehrlich: Wie bescheuert muss Mensch sein, um in einem Krankenhaus die Desinfektionsmittel aus der Intensivstation zu stehlen?!

    Kopfschüttelnde und nachdenkliche Grüße
    Stefan

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