Ein Land, das Winter heißt

„Mein Land, das ist kein Land. Es ist der Winter“ – Auf Französisch („Mon pays, ce n’est pas un pays, c’est l’hiver“) klingt das, was der Quebecer Barde Gilles Vigneault in seinem Chanson meinte, ein bisschen versöhnlicher. Aber man kann es drehen und wenden wie man will: Der Winter in Kanada kann wunderschön sein, manchmal grausam, aber immer fotogen.

Ob am Lac des Deux Montagnes, wo wir heute Eisfischern und Windsurfern zusahen, oder auf dem zugefrorenen St.-Lorenz-Strom, wo Familienväter liebevoll Eisbahnen für die Kinder bauten – optisch hat alles seinen Reiz.

Doch mitten im hundertsten Lockdown, einschließlich nächtlicher Ausgangssperren, fühlt sich der kanadische Winter weniger romantisch an. Manchmal wirkt er wie ein Korsett, das dir die Luft zum Atmen nimmt, dass es fast schon weh tut.

We are winter people„, sagen unsere kanadischen Freunde, wenn sich draußen der Schnee türmt und das Eis unter den Sitefeln knirscht.

We are summer people„, sage ich dann schon mal und wünschte mir, das für uns derzeit unerreichbare Mallorca wäre nicht am anderen Ende der Welt und Corona würde endlich den Weg zur Hölle antreten.

Aber wie immer machen wir das Beste daraus. Ein paar Fotos aus unserem Viertel und von ein bisschen außerhalb – zu mehr hat es an diesem bitterkalten Sonntagnachmittag nicht gereicht. Bei minus 22 Grad lässt du den Finger keine Sekunde zu lang am Auslöser.

Morgen geht’s weiter. Für die Nacht ist ein Schneesturm angekündigt. Um die 30 cm Neuschnee soll es geben. Pittoresk wird’s allemal.

„Mein Land, das ist kein Land …“