Eine Schwalbe auf Kanada-Tour

Wenn Freunde Erfolg haben, ist das immer ein Grund zur Freude. Bobby Dove zum Beispiel. Eine junge Montrealerin aus der Nachbarschaft, die gerade ihr neues Album „Thunderchild“ vorgestellt hat.

Man muss Country-Musik nicht mögen. Aber wenn Bobby Dove vom „The big good-bye“ singt oder auch „Fire and Water”, dann fühlt es sich an, als würde sie dich mitnehmen auf einen Roadtrip durch die kanadische Prärie – mit einem Sternenhimmel, der so glasklar ist wie Bobbys Stimme.

Sie selbst schreibt über ihr Album: „Thunderchild is a collection of smoldering moody ballads, honky tonk two-steppers and rocked-up vision quests“. Alle Titel- bis auf einen – stammen aus ihrer eigenen Feder.

Wenn sie für den Herz-Schmerz-Song „Too late to go home“ in die Saiten greift, möchte man ihr sagen: Alles nicht so schlimm, Bobby. Du schaffst das!

Ob sie es schafft, mit ihrem Album „Thunderchild“ – welch wunderschöner Tite! – in die Charts zu kommen, hängt auch vom Erfolg ihrer Kanada-Tournee ab. Es ist ein Roadtrip auf Sparflamme. Im Mietwagen, mit Klamotten und ein paar Gitarren auf dem Rücksitz. Und einer Riesenportion Hoffnung im Kopf.

Mehr zu Bobby Doves Album „Thunderchild“ gibt’s hier Reinhören lohnt sich!


CD-Launch in Montreal: Bobby Dove und

CD-Launch in Montreal: Bobby Dove und „Thunderchild“ © Bopp

Ein Radiogesicht im Kino

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Die Spionin und der Wissenschaftler – Szenenfotos © Bernard Fougères

Wenn man auf die 68 zugeht und sein Radiogesicht zum ersten mal im Leben in Übergröße auf einer Kinoleinwand sieht, dann ist das ein Gefühl, das nicht einfach mit Eitelkeit zu umschreiben ist. Es ist – naja, wie eigentlich? Sagen wir mal so: Es ist wie im Film.

„Le Cyclotron“ heißt der Film, der gestern Abend im vollbesetzten Cinéma du Parc in Montréal Weltpremiere hatte. Im Rahmen des Festival du nouveau cinéma werden zehn Tage lang 340 Filme aus 62 Ländern einem Publikum vorgestellt, das etwas vom Fach versteht.

Es sind keine Mainstream-Themen, die bei diesem Filmfest abgedeckt werden. So ist auch „Le Cyclotron“ nicht irgend ein Streifen von vielen, sondern ein spannender Spionage-Thriller mit einem Hauch von Science Fiction.

Meine Rolle als jüdischer Wissenschaftler Prof. Weil ist nicht groß. Ein kurzer Dialog mit der Hauptdarstellerin, einer französischen Doppelagentin namens Simone. Zum Abschied noch ein Kuss auf die Stirn – das war’s dann auch schon.

Die Dreharbeiten fanden vor etwas mehr als einem Jahr im idyllischen Kloster Oka am Ufer des Lake of Two Mountains statt. Den Blogpost zum – damals noch streng geheimen – „Making Of“ gibt’s > hier <

„Le Cyclotron“ spielt zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Viele Szenen wurden in einem fahrenden Zug gedreht, der, wie es scheint, geradewegs in die Katastrophe rast. Nicht so mein Part: Die Bibliothek des Kloster Oka dient als Backdrop für das Arbeitszimmer des Wissenschaftlers Prof. Weil.

Es ist eine komplizierte Story mit rasanten Entwicklungen, perfiden Machenschaften, Liebe und Sex, aber auch mit Visionen für eine bessere Welt. Die Aussichtslosigkeit des Zweiten Weltkriegs wurde eindrucksvoll in Schwarz-Weiß in Szene gesetzt. Erst als der Krieg zu Ende ist, setzt die Regie Farbe ein.

Hinter „Le Cyclotron“ steht der vor allem im französischsprachigen Teil Kanadas bekannte Regisseur Olivier Asselin. Produziert wurde der Film von Christine Falco von der Firma Fun Film. In den Hauptrollen sind zu sehen: Paul Ahmarani, Lucille Fluet und Mark-Anthony Krupa.

Was für ein Zufall: Der großartige Mark-Anthony Krupa hatte bereits vor 13 Jahren eine Hauptrolle in dem Film „Silent Night“, in dem unser Sohn Cassian sein Filmdebüt gab.

„Le Cyclotron“ wird voraussichtlich Mitte Februar 2017 in die Kinos kommen.

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Premiere im Cinéma du Parc: „Cyclotron“ vor ausverkauftem Haus.

Die größte Show des Jahres

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Der „Indian Summer“ ist in diesem Teil Kanadas das spektakulärste Naturereignis des Jahres. Weil in diesem Blog schon vielfach davon die Rede war, wollen wir keine Zeit verlieren und uns einfach durchklicken. Sämtliche Bilder sind in den vergangenen Tagen am Lac Dufresne entstanden, zwei Stunden nördlich von Montréal. Lassen Sie sich vom Farbenrausch betören. Viel Spass dabei!                                      Copyright: Herbert Bopp

Frühere Fotogalerien vom Indian Summer gibt’s u.a. hierund hier

 

Gerd Braune: Faszination Arktis

gerdEs war vor ziemlich genau 20 Jahren, als mein Freund Gerd Braune der Arktis seinen ersten Besuch abstattete. Seine Faszination für die nördlichste Region der Erde ist ihm bis heute geblieben.

„Der Sylvia Grinnell River bei Iqaluit wurde über Nacht von einer Eisschicht überzogen. Nur das Rauschen des Windes störte die Ruhe“, erinnert sich der Journalist, der in Toronto geboren wurde, in Trier studiert hat und seit vielen Jahren in Ottawa lebt. Von dort aus berichtet er für deutschsprachige Medien über Kanada und die Arktisregion.

Es war der Besuch im Sylvia Grinnell Territorial Park, der bei Gerd Braune diese Faszination für buchden kanadischen Norden auslöste. Mehrfach hat der 62-Jährige seither die arktische Region besucht: Pangnirtung, Pond Inlet, Arctic Bay, Resolute und Devon Island. An Bord des Eisbrechers Louis S. St. Laurent erlebte er als einer der wenigen Journalisten eine Schiffspassage durch die Nordwestpassage.

Heute gilt Gerd Braune weit über den deutschen Sprachraum hinaus als Experte auf dem Gebiet der Arktis. Sein im Frühjahr erschienenes Sachbuch „Die Arktis. Porträt einer Weltregion” wurde zu einer viel beachteten Dokumentation über eine der geheimnisvollsten Regionen der Erde.

Das Buch gibt einen Überblick über die Klimaveränderungen in der Arktis, die indigenen Völker, Politik, Rohstoffe und Schifffahrt und behandelt auch die Frage, ob die Zukunft der Arktis von Kooperation oder Konfrontation geprägt sein wird.

Dabei kommt Gerd Braune nicht nur auf die reichhaltige Geschichte der Arktis zu sprechen, sondern packt auch brandaktuelle Themen an.

Energiekonzerne sichern sich Explorations- und Förderrechte. Nicht nur die Arktisstaaten wie Russland, die USA oder Kanada, sondern auch die EU und Deutschland versuchen ihre Interessen in der Arktis zu wahren.

Fragen wie: Was ist dran am Wettlauf um die Rohstoffe? Wo liegen die Probleme und Chancen des zirkumpolaren Raumes, der auch der Lebensraum vieler indigener Völker ist? Beantwortet der Autor eloquent und kenntnisreich, dabei äusserst unterhaltsam in diesem Buch, das beim Chr. Links-Verlag Leipzig erschienen ist.

> Hier > kann das Buch sowohl in gedruckter Version als auch als eBook bestellt werden.

Zur Homepage von Gerd Braune geht es > hier >

„Die Stimme“ ist verstummt

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Der SWF3-Moderator Norbert Diener ist tot. Copyright: SWR

Mensch, Norbert!

Noch vor 2 Wochen machten wir uns gegenseitig Mut. Ich dir bei deinem Leiden, du mir bei meinem. Bei dir war es der Krebs, bei mir das Gehör. „Lass den Ohren Zeit, bau keinen Stress auf”, schriebst du mir und schicktest 7 (sieben!) Smileys hinterher. Und zum Abschied: „Halt die Schweinsöhrchen steif“.

Ich hatte dir zurück geschrieben, aber du hast nicht geantwortet. Jetzt weiss ich, warum. Gerade mal 61 bist du geworden.

Die „Schweinsöhrchen“ waren das letzte, das ich von dir gehört habe. Und jetzt? Bleibt mir nur noch die Erinnerung. An einen wunderbaren Freund, einen feinen Kollegen. An einen von uns.

Deinen Geburtstag habe ich nie vergessen. War ja auch einfach: Der 21. März ist auch Lores Geburtstag.

Deine Stimme war das, was ich Anfang der 80er-Jahre als erstes von dir mitbekommen habe. Der frischgebackene Kanada-Korrespondent auf SWF3 im Live-Gespräch mit The Voice.

„Am Mikrofon: Norbert Diener“, hast du deine Hörer begrüßt. „Herbert Bopp aus Montreal für SWF3“, verabschiedete sich der Korrespondent. Zwei Jungspunde im Radio. Mann, war das aufregend!

Dutzende Mal waren wir hinterher noch gemeinsam auf Sendung. Und oft haben wir uns, ganz ohne Mikro und Headset, einfach so, über Gott, die Welt, unsere Familien, unsere Kinder, unsere Hunde unterhalten.

Und natürlich über Fußball. „Norbert, alter Borusse“, schrieb heute unser WDR-Kollege Rainer Assion bei Facebook. „Beim nächsten Heimspiel singt die Süd nur für dich: You’ll never walk alone…„.  Unfassbar, dass du es nicht mehr hören kannst.

Später, als du uns in Montréal besucht hast, ein unvergesslicher Dialog. „Was für ein Idiot pfeift denn da die ganze Zeit so verdammt schlecht?“, hast du mich gefragt, als wir auf der Terrasse saßen. „Es ist ein Blue Jay, Norbert“.

Vögel waren nicht deine Stärke. Du warst einer, der sich mit Leder und Denim auskannte. Wie viele Jeansjacken hast du eigentlich verschlissen in den letzten 35 Jahren? Eine, zwei? Ich wette eine BVB-Karte für die Südtribüne, dass du zu deinem eigenen Begräbnis auch in Jeans oder Leder auftauchen würdest, du alter Schimanski.

Oh, Norbert! Warum gibt es nicht mehr von deiner Sorte? So klug, so liebenswert, so hilfsbereit, so geerdet, so Norbert.

Wir lachten zusammen und rauchten und tranken Bier und Wein und Schladerer und schlugen uns die Wampe voll mit allem, was die Küche so hergab. In Montréal, in Hudson, in Baden-Baden, in Köln … immer wieder, irgendwo. Schön war es mit dir immer. Und auch mit Sandy, der tollen Frau an deiner Seite.

Wusstest du eigentlich, dass Lore dich länger kannte als ich? Noch bevor ich den ersten Satz im Radio sagen durfte, warst du bereits in Bettelhofen zu Gast auf der Ranch von Bernd, unserem gewaltigen Freund aus dem Allgäu. Immer dann, wenn sie den Leutkirchern das Aquarellmalen beibrachte, wohnte auch Lore dort. Da hat sie dich kennen gelernt – und später auch mich. Du erinnerst dich: Bernd war es, der den „Verein zur Begrüßung der Morgenröte“ ins Leben gerufen hat. Und wir mittendrin.

Auch Bernd geht es nicht gut, das weisst du ja. Aber wir haben heute, am ersten Tag ohne dich, gemeinsam beschlossen, dass wir „The Last Men Standing“ sein werden. Unser Vermächtnis an dich, Norbert.

Mein Gott, was haben wir gefeiert! Du, Bernd, Frank, ich. Mit und ohne unsere Frauen. Manchmal kam Andreas Ernst dazu und haute noch einen drauf: „Was haben wir früher gelacht!“, sagte er dann – und kriegte sich kaum mehr vor lachen.

Jetzt könnt ihr gemeinsam lachen: Du, Andreas, Manni Bornschein. Und wenn’s zum Weinen mal nicht reicht, lache ich einfach mit.

norbert

2004 in Köln: Der Moderator und der Korrespondent.