Zum Marienkloster und zurück

img_2648Mit den Klöstern ist es auf Mallorca ungefähr so wie mit den Kirchen im heimischen Montreal. „Man kann“, sagte Mark Twain einmal nach einem Besuch, „keinen Stein werfen, ohne ein Kirchenfenster zu treffen“.

Eines dieser Klöster liegt auf dem „Puig de Maria“. Von Pollença aus führt ein felsiger Pfad in 300 Meter Höhe. Wer gut zu Fuß ist, schafft den Weg in gut zweieinhalb Stunden hin und zurück – Vesperpause in dem festungsgleichen Klosteranwesen eingeschlossen.

Wanderausrüstung ist nicht nötig. Gutes Schuhwerk genügt.

Da es nicht das erste Mal ist, dass wir diesen Weg gewandert sind, gibt es heute lediglich ein paar neue Bilder.

Den ursprünglichen Blog-Text finden Sie unter diesem > LINK <

img_2654img_2653img_2652img_2651img_2650img_2649

Ein Juwel namens Fornalutx

img_2456

Mandelblüten bei Sóller.                                             Alle Fotos © Bopp

Fornalutx gehört seit Jahresbeginn offiziell zu den schönsten Dörfern Spaniens. Es schaffte es als einziger Ort der Balearen auf die Liste. Dorthin führte uns heute eine Wanderung, die uns einmal mehr sprachlos zurückließ – sieht man einmal ab von den vielen „Ahs“, „Ohs“ und „lange nicht mehr so was Schönes gesehen“.

Keine Frage: Das 500-Seelen-Dorf in den Bergen der Tramuntana ist ein Juwel – und das schon seit dem 13. Jahrhundert. Was jedoch unsere Sinne fast noch mehr betörte als der Ort selbst, ist der Weg dorthin.

Bis nach Sóller ging es von Palma aus mit dem Überlandbus. Von dort aus mussten nach einem kurzen Ensaimada-Frühstück die Beine herhalten.

An blühenden Mandelbäumen vorbei, durch Orangen- und Zitronenhaine, gesäumt von Avocados, Mispeln und Johannisbrot, ging es zunächst durch die kurvenreiche Berglandschaft in den winzigen Ort Biniaraix. Der muss sich übrgens vor der etwas größeren Schwester Fornalutx ganz und gar nicht verstecken. Immerhin brachte es Biniaraix durch seine Schönheit zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Fornalutx kannten wir bereits von einem früheren Besuch – damals nach einer etwas anspruchsvolleren Wanderung. So gesehen war diesmal tatsächlich der Weg das Ziel und nicht mehr der Ort selbst.

Über eine bedrohlich enge und recht viel befahrene Landstraße ging es zurück nach Sóller und von dort aus mit dem „Tunnel-Express“ wieder nach Palma.

Der Streckenzähler meldete am Abend genau 13 Kilometer – eine Wanderung, die in einem halben Tag gut zu schaffen ist. Zur Belohnung gibt es spektakuläre Landschaften mit Bergketten, die sich um das fruchtbarste Orangen- und Zitronental der Insel herum erheben.

Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Der blieb leider nicht aus: Rauchschwaden wehten uns aus allen Himmelsrichtungen entgegen. Anstatt die landwirtschaftlichen Abfälle aus Gärten und Feldern zu schreddern, wird auf Mallorca noch immer auf Teufelkommraus verbrannt.

Ein Deutscher gegen Mallorca

screen-shot-2017-02-10-at-17-58-05

Die Peinlichkeit hört an der „Schinkenstraße“ nicht auf. © Bopp

Sich als Deutscher unbeliebt zu machen, funktioniert auf Mallorca nicht nur am Ballermann. Es geht auch ziviler: Man macht hier Urlaub und stellt dabei fest, dass Einheimische für manche Dienstleistungen weniger bezahlen als ausländische Touristen. Dann klagt man bei der EU wegen Diskriminierung – und bekommt Recht.

Genau das ist jetzt passiert. Die Folge: Zwar bezahlen Touristen auch künftig unverändert den Preis, den sie schon immer für die historische Bummelbahn zwischen Palma und Sóller berappen mussten. Aber Einheimische bezahlen jetzt mehr, nämlich genau so viel wie die Touristen. Konkret: 16 Euro statt bisher sieben.

Gewonnen hat keiner. Nur dass das Image des deutschen Nörglers mal wieder bedient wurde.

Mit dem Residentenrabatt, den Mallorquiner und solche, die dort legal einen Wohnsitz haben, jahrelang genießen konnten, ist jetzt also Schluss. So besagt es ein bürgerfremdes Gesetzes-Monster, das verhindern soll, dass innerhalb Europas das Preisgefüge durcheinandergerät.

Unberücksichtigt bleibt dabei die Tatsache, dass Mallorquiner im Schnitt weit weniger verdienen als Deutsche oder Bürger vieler anderer EU-Länder. Dazu kommt, dass sie als „locals“ ohnehin schon Touristenpreise für vieles bezahlen müssen, was andernorts weniger kostet.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang weniger die Tatsache, dass ausgerechnet ein Deutscher den Streit angezettelt hat. Kalt erwischt haben mich die teilweise herzlos-schneidig geführten Auseinandersetzungen in den sozialen Medien. Dazu zählt auch ein Internetforum, das ich regelmäßig besuche.

Da wird zynisch der „arme Spanier“ angeführt, der künftig „für die Touristen-Bimmelbahn“ etwas tiefer in die Tasche greifen müsse. Und: “Gibt es jetzt in der Tramuntana schon ein Jammertal, welches von der Bimmelbahn angefahren wird?“

Diese Eiseskälte passt nicht zu Mallorca und seinen liebenswerten Bewohnern. Die sind in der Tat nicht alle arm, ganz im Gegenteil. Aber viele von ihnen tun sich schwer, mit ihrem Einkommen den preislichen Herausforderungen gerecht zu werden, die so eine Ferieninsel nun einmal mit sich bringt.

Aber es gibt auch besonnene Stimmen: „Man stößt sehr vielen vor den Kopf. Von daher: Bekloppte und unnötige Aktion“, schreibt ein User im Mallorca-Forum.

Meine Meinung: Peinlich, unnötig und missgünstig.

Ein befreundeter Journalist drückt es in einer Mail noch drastischer aus: „Eine unglaubliche Geschichte! Man möchte vor Scham versinken oder den Kerl  in Sauerkraut einlegen“.

Wer Mallorca und seinen „Residenten“ etwas Gutes tun möchte, kann sich nach vorheriger Anmeldung einer Unterschriftenaktion für die Wiedereinführung des Residenten-Rabatts anschließen. Den Link dazu finden Sie  > hier <

change

Stadtbummel statt Wandertag

arta_banner

Eigentlich war heute Wandertag. Die Stullen waren geschmiert, die Bustickets gekauft, der Rucksack gepackt. Geplant war eine Wanderung von Artà aus, irgendwo Richtung Meer. Doch dann kam alles anders.

Artà, eine zauberhafte Stadt im Nordosten Mallorcas, hat uns so gut gefallen, dass wir einfach geblieben sind. Bei frühsommerlichen Temperaturen und jenem tiefblauen Mallorca-Himmel, den wir in den letzten Tagen und Wochen viel zu selten zu Gesicht bekommen hatten.

Dass wir in Artà hängen blieben, hat nicht nur – aber auch – mit dem Wochenmarkt zu tun, der jeden Dienstag auf der Plaça del Conqueridor im Zentrum von Artà stattfindet. Käse, Fisch, Obst, Gemüse, Backwaren, Ledersachen, Stoffe. Und für den, der’s mag, auch lebende Vögel.

Der Ort hat seinen eigenen Charme. Und dem konnten wir uns einfach nicht entziehen.

Dass aus dem Stadttag doch noch so etwas wie eine Mini-Wanderung wurde, hat hauptsächlich mit der Santuari de Sant Salvador zu tun. Die Pilgerstätte ragt über der Stadt wie ein wunderschön gemaltes I-Tüpfchen.

Einhundertachtzig Stufen umfasst der Kreuzweg, der von der im 14. Jahrhundert gebauten Pilgerstätte bis zum Berggipfel führt. Belohnt wird der Besucher dann mit einem spektakulären Panoramablick in alle Richtungen. Auch das Meer ist in einigen Kilometern Entfernung zu sehen.

Dass wir es heute nicht bis dorthin geschafft haben, sei uns verziehen. Ein weiterer Besuch dieser hübschen und dazuhin geschichtsträchtigen Stadt ist nicht ausgeschlossen. Von Palma aus sind es weniger als 70 Kilometer nach Artà. Für den reibungslosen Transport sorgte, wie immer, das öffentliche Bus-Verkehrsnetz.

Von Campos nach Felanitx

img_2066Von Campos nach Felanitx sind es Luftlinie gerade mal 13 Kilometer. Wir haben heute die Variante „ländlich-sittlich“ gewählt. Als wir dann endlich in dem Städtchen im Südosten Mallorcas angekommen waren, wurden es mehr als 18 Kilometer. Dafür gab es so gut wie keine Steigungen, was auf Mallorca eher selten vorkommt.

Den Wanderführer strickten wir uns diesmal weitgehend selbst. Mit dem Bus ging’s zunächst 45 Minuten von Palma nach Campos. Danach zu Fuß auf gut begehbaren Nebenstraßen in Richtung Felanitx.

Ein Lob gilt heute mal dem grünen Klee: Der begleitete uns fast die ganze Strecke über mit Blättern und knallgelben Blüten.

Auch die Mandelbäume hatten sich für uns fein gemacht – zumindest einige von ihnen. In voller Blüte stehen sie noch nicht. Oft zeigen sie schon im Januar ihre weiß-rosa-farbenen Blüten. Doch der Winterschlaf hat in diesem Jahr länger gedauert als sonst. Kein Wunder: Der Jahresbeginn war ungewöhnlich kühl und regnerisch.

Die Strecke, die wir uns für die heutige Wanderung ausgesucht hatten, führte an Wiesen und Feldern vorbei – mit allem, was des Bauern Herz begehrt:

Reben, Bohnen, Getreide, Obstsorten aller Art, Johannisbrotbäume, Feigen, Aprikosen,  und natürlich Oliven, die zu Mallorca gehören wie die Prärie zu Kanada.

Es war, was die Landschaft betrifft, nicht die exotischste Wanderung, die wir je gemacht haben. Sehenswert ist dieser Teil Mallorcas trotzdem. Die fruchtbaren Felder, die Fülle an Obst- und Gemüsevariationen, all die Frühlingsblumen mitten im Winter – Herz, was willst du mehr?

Und überhaupt: Wer braucht noch mehr Aufregung als die zahlreichen Hunde, die mit gefährlichem Gekläffe die Fincas und Schafherden ihrer Herrchen bewachen?

So war es eben diesmal die etwas andere Wanderung. Bergtouren mit fantastischem Meerblick und hübschen Dörfern dazwischen gibt es schließlich in Hülle und Fülle auf dieser zauberhaften Insel.