Wandern in den Wolken

galerieEs hätte so schön sein können. „Genießen Sie eine der spektakulärsten Aussichten auf ganz Mallorca“, hatte es im Wanderführer geheißen. Übrig geblieben ist das, was Sie auf dem Foto oben sehen: Eine Milchsuppe aus Wolken, vermischt mit Schneeregen.

Irgendwie klappt das nicht mehr so richtig mit Petrus und uns. Erst schickt er uns bei strömendem Regen über glitschige Felswege von Santa-Maria nach Orient, wo doch der Wetterbericht weitgehend blauen Himmel mit Wattewölkchen angekündigt hatte.

Zwei Tage später dann die Steigerung: Obwohl heute der sonnigste Tag der Woche sein sollte, steckten wir auf dem Weg von Valdemossa nach Deià stundenlang in den Wolken.

Dabei hätte der Blick vom 950 Meter hohen Puig des Caragolí bei klarer Sicht einen beeindruckenden Panoramablick ermöglicht: Im Süden Palma mit seiner Bucht. Im Südwesten der Puig de Galatzo. Im Nordwesten Port de Sóller und bei ganz guter Sicht sogar der Puig Major und der Gebirgszug Serra de Son Torrella bis hin zum Puig de Massanella.

Das alles durften wir uns heute denken. Das heißt: Einen Teil des Panoramas hatten wir bereits bei einer früheren Wanderung auf dem Höhenweg gesehen, den der Erzherzog Ludwig Salvador anlegen ließ. Damals stürmte es.

Lehre Nummer eins: Traue keinem Wetterbericht. Auch nicht dem von aemet.es, der mir von einer gut meinenden Mallorca-Kennerin als der zuverlässigste überhaupt empfohlen worden war. (Der blaue Himmel beim Abstieg nach Deià hat uns dann doch noch versöhnt).

Zweite Lehre: Traue niemals Wanderbegegnungen, die du nicht kennst. Erst recht nicht einer sehr quirligen, sehr blonden jungen Frau, die mit hübschen Turnschühchen im Gebirge unterwegs ist. Die hatte es tatsächlich geschafft, uns mit ihrem GPS so zu beeindrucken, dass wir ihr ein stückweit gegen unseren eigenen Orientierungssinn gefolgt waren.

Irgendwann mussten wir umkehren. Der Exkurs endete an einer Klippe.