Ab heute nur noch Dr. Bopp

Bopp. Dr. Bopp: Dr. Bernath (links) bei der Urkundenverleihung.

Es hat lange gedauert, aber seit heute bin ich Dr. Bopp. Verliehen wurde mir der lang ersehnte Titel von der Comica Academia Quebecensia (CAQ), im Freundeskreis auch schlicht als „Doktorenrunde“ bekannt.

Die Doktorenrunde setzt sich aus vier veritablen Dottores zusammen:

• Dr. Vicente Echavé Cabrera, Chirurg aus Havanna, heute Montreal
• Dr. Robert Branch, Hausarzt aus New Brunswick, heute Sherbrooke
• Dr. Marc Paquet, Kinderkardiologe aus Montreal, heute Ottawa
• Dr. Peter Bernath, Germanist, früher Berlin, heute Sherbrooke

Und jetzt eben neu in der Runde: Dr. Herbert Bopp, Blogger, früher Ummendorf, heute Montreal.

Assistiert wurde die Verleihungszeremonie von Cho Thanda, früher Myanmar, heute Montreal. (Ehrendoktor folgt bestimmt auch irgendwann).

Die Doktorenrunde ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus drei Medizinern und einem Philologen. Gegründet wurde sie vor mehr als einem Jahrzehnt mit dem hehren Ziel, in der kanadischen Diaspora die deutsche Sprache zu pflegen.

Gepflegt wurde die Sprache allerdings hauptsächlich vom Gründer der Runde, meinem Freund Peter. Die anderen Dottores widmeten sich mit bemerkenswerter Ausdauer eher der Pflege von Freundschaften, Speis und Trank.

Weil in der Doktorenrunde hin und wieder auch von meinem Blog die Rede war, an dem man seine Deutschkenntnisse vortrefflich testen kann, hatte man vermutlich mit dem Blogger irgendwann Mitleid und lud ihn zur Doktorenrunde ein. Schließlich war er der Einzige, der bislang ohne zwei ehrfurchtgebietende Buchstaben vor dem Namen durchs Leben gehen musste. Damit ist seit heute Mittag Schluss.

Für die feierliche Zeremonie in der eleganten Residenz von Dr. Vicente Echavé Cabrera und Cho Thanda in der Montrealer Altstadt hatte Zeremonienmeister Dr. Bernath eigens die notwendigen Roben samt Doktorhüten beim Kostümverleih organisiert. Er ist auch der Verfasser der launigen Ernennungsurkunde, die vermutlich keiner akademischen Prüfungskommission standhalten würde.

Das mehrgängige chinesische Menü wurde liebevoll von Cho Thanda serviert. Mango gab es nicht etwa zur Nachspeise. So heißt der Hund des Hauses.

Die Welt ist inzwischen ein ziemlich ernster Ort geworden. Umso wichtiger ist es, dass der Spaßfaktor im Leben nicht ganz verloren geht. Wenn also eine Handvoll Rentner nichts Besseres zu tun hat, als erfundene Titel zu verleihen, freut man sich über eine solche Ehrung in Zeiten wie diesen umso mehr.

Noch einmal zum Mitschreiben: Die vier Doktoren sind echt. Mein Titel ist fake. Nicht, dass am Ende noch die Titelpolizei vor der Tür steht und die Urkunde beschlagnahmt.

Immerhin habe ich jetzt offiziell, wenn auch nur ehrenhalber, den akademischen Gipfel erreicht, ohne jemals eine Dissertation geschrieben zu haben.

Das muss man mit meiner Ummendorfer Halbbildung auch erst einmal schaffen.

Hier wimmelt es nur so von Titeln. Von links nach rechts: Dr. Peter Bernath, Dr. Herbert Bopp, Dr. Robert Branch, Dr. Echavé Cabrera und Dr. Marc Paquet.
Noch kein Doktortitel, dafür umso fleißiger: Die Gastgeberin Cho Thanda.
Wer’s nicht glaubt – hier ist die Urkunde. Man beachte die Namen der Unterzeichner