Zehnmal sollen wir schon hier gewesen sein? Unfassbar. Als alles anfing, damals im November 2009, hatten wir nicht im Entferntesten daran gedacht, dass die Reisen nach Mallorca künftig zum jährlichen Ritual werden könnten. Aber das Leben auf dieser wunschönen Insel war einfach zu perfekt, um es nicht wieder und immer wieder genießen zu wollen – und sei es nur für einige Monate des Jahres.
So viel geballte Schönheit auf so kleinem Raum – das war neu für mich. Berge, Meer, die Gastronomie, die Menschen, das Wetter – das alles schien fast zu schön, um wahr zu sein.
Das Wetter? Das hat uns diesmal etwas im Stich gelassen. Mitte Januar zwei scheinheilige Wochen, die den Sommer versprachen – und dann ging’s bergab. Regen, Wind, Wolken und wieder Regen und Sturm. Und Kältegrade, wie ich sie in den vergangenen zehn Jahren auf Mallorca kaum einmal gespürt hatte. Erst ganz zum Schluss wollte Herr Petrus noch einen auf Gutwetter machen. Schmollschmoll.
Ganz ehrlich? So gefroren wie im Winter 2018 habe ich schon lange nicht mehr. Das hängt auch damit zusammen, dass die Erwartungshaltung an das Wetter am Mittelmeer groß ist und sich der innere Thermostat dem Körperempfinden nur schwer anpasst. Wo Mittelmeer ist, muss die Sonne scheinen. Denkst du und vergisst, dass es auch in diesen Breitengraden Winter gibt.
Gut, es gab kein Glatteis und auch Schnee habe ich nur auf den höchsten Bergen der Tramuntana gesehen. Aber ungewöhnlich kalt war es während der vergangenen drei Monate. Vor allem aber extrem windig. Schon klar: Am Meer bekommt man Wetterextreme mehr zu spüren als im Landesinneren.
Notiz an mich: Meerblick: ja! Aber wenn’s geht, aus sicherer Entfernung. Wieder um eine Erfahrung reicher.
Und sonst so? Mallorca ist Mallorca und für mich nach wie vor einer der schönsten Flecken Erde, die ich kenne. Aber diese Schönheit hat ihren Preis. Die Menschenmassen, die auf die Insel strömen, sind manchmal schwer auszuhalten. Wenn, wie jetzt zu Ostern, mehrere Busse hintereinander mit dem Schild „COMPLET“ an dir vorbeizischen, weißt du: Es wird Zeit zu gehen.
Schon klar: Natürlich tragen wir selbst mit unserem Mallorca-Enthusiasmus zum Beinahe-Infarkt der Insel bei. Lieben muss ich diese Entwicklung trotzdem nicht.
Hier noch eine Art „Best-Of-2018“. Einfach klicken und genießen …
Wo gibt’s den besten Cortado? Wo finde ich den besten Zahnarzt? Der schönste Wochenmarkt, die interessanteste Bahnstrecke, die beste Tapas-Bar. All das habe ich nach zehn Wintern auf Mallorca für Sie zusammengestellt. Es ist eine sehr persönliche Best-of-Mallorca-Liste, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Wenn ich etwas verabscheue, dann ist es eine Gemeinsamkeit mit Donald Trump. Aber jetzt ist es passiert: Ich hatte – zwar nicht per Twitter, aber in meinem Blog – vorlaut verkündet,
durchsichtig, heute überzieht sie eine Schicht von Meersalz, manchmal mischt sich goldgelber Sahara-Sand darunter. Meerschicht statt Meersicht.
Inzwischen waren fast alle mal hier, um uns auf Mallorca zu besuchen: Freunde, Kollegen, Brüder, Schwester und Schwägerinnen, Neffen und Nichten. Sie kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeflogen – und liebten die Insel nicht weniger als wir. Dass Freunde aus Kanada zu Besuch auf Mallorca sind, kommt selten vor. Jetzt war es wieder soweit.