Winter mal so, mal so: Oben: 2015 – Unten: 2012 Fotos: © Bopp
Das mit dem kanadischen Winter ist so: Mal tut er so, als würde er uns gleich mit klirrender Kälte die Knochen brechen. Dann kommt er wie ein Lämmchen daher, als wollte er uns ins Ohr flüstern: „April, April. Ich kann auch anders“! Dieses Jahr? Funkstille. Petrus spinnt und ist sprachlos. Was soll er auch sagen, wenn er Montreal an Heiligabend mit 16 Grad plus beschert?
Hier oben, am Lac Dufresne, zwei Stunden nördlich von Montreal, zeigt das Thermometer immerhin noch 14 Grad. „Mallorca kannst du knicken“, lästerte die Freundin. „Demnächst kommen die Mallorquiner nach Kanada zum Überwintern“. Warum nicht? Ist doch nett hier.
Gestern noch war der See vor der Blockhütte komplett zugefroren. Fürs Nudelwasser mussten wir auf dem Holzofen Schnee auftauen. Heute morgen dann Regen, später Sonne. Im Moment Wind und strahlend blauer Himmel. Von Schnee keine Spur mehr.
Es stimmt zwar: So ein richtig knackiger Winter hat was. Aber gut 30 davon habe ich hinter mich gebracht. Mit Eis und Schnee und Blizzard und Noteinsätzen der Feuerwehr, der bei minus 40 Grad das Löschwasser in den Schläuchen gefroren war. Das alles muss ich mir nicht mehr antun.
Deshalb: Spinn ruhig weiter, lieber Petrus! Und lass uns „Stille Nacht“ von mir aus im T-Shirt singen.

WeisseWasserWeihnachten an Heiligabend. © Bopp

Das mag manchem, der mit seiner Region verhaftet ist und in Italien Urlaub macht, ein Naserümpfen entlocken. Aber im Ausland Urlaub zu machen heißt, exotische Speisen zu entdecken und diese über einen begrenzten Zeitraum hinweg zu genießen, um anschließend wieder an den heimischen Herd zurück zu kehren.
Pad Thai, Tao Chicken, Bhuna Gosht, Poutine oder Smoked Meat gehören hier fast schon zu den Grundnahrungsmitteln. Dagegen kommt der selbst gebackenen Laugenbrezel, dem Christstollen, der Mohnseele oder einem frisch gebackenen Stück Leberkäs eine Bedeutung zu, die nur der ermessen kann, der nie für lange Zeit auf den Genuss von Pellkartoffeln mit Backsteinkäse verzichten musste. Mit Deutschtümelei oder Küchen-Chauvinismus hat dies absolut nichts zu tun, mit Genuss ohne Grenzen dagegen sehr viel.

Verrückt: Da hat Kanada eben einen hippen Premierminister gewählt, der Marihuana legalisieren will. Und genau einen Monat später erlässt Quebec, die zweitgrösste Provinz des Landes, ein Gesetz, das selbst noch den Gebrauch von Elektro-Zigaretten in Straßencafés verbietet. So ist das eben, wenn zu viele Köche im Brei rühren.